31.05.2009

Schmetterlinge

Bei der Erwähnung von "Ashton Kutcher" hat sich mir bis jetzt der Brechreiz aufgedrängt. Nachdem ich aber gestern "The Butterfly Effect" gesehen habe könnt ich diese Meinung vielleicht ändern.

Dieser Schmetterlingseffekt ist übrigens, auch wenn der Film doch relativ esoterisch angehaucht war, ein sehr reelles Ding. Hätte damals im Jahre 1907 der Professor an der Wiener Kunstakademie anders entschieden hätten wir einem Adolf Hitler wohl das Ehrenzeichen der Republik verliehen und seine Werke würden heute in der Albertina hängen. Stattdessen... na, das brauch ich nicht auszuführen. Andererseits hätte uns ohne den bärtigen Braunauer der Josef aus Russland irgendwann überrannt... Volksrepublik Österreich, brrr.

Angesichts solcher Schmetterlinge muten aber diverse Vorgänge welche in der Politik, vor allem der Verteidigungspolitik, so vorgehen gleich noch bizarrer. Da werden in manchen Ländern Dinge die 40 Jahre lang selbstverständlich waren vom Tisch gewischt und als obsolet angesehen obwohl man nicht mal fähig ist 10 Jahre in die Zukunft zu sehen. Man legt Programme für ganze Dekaden an Entwicklungs-/Verwendungsdauer aus und übersieht dabei dass vielleicht in 20 Jahren alles schon ganz anders ist. Um wieder auf den Adi zu kommen: Kein Mensch hätte sich im Winter 1918, in dem die deutsche Bevölkerung Ratten und Maikäfer fressen musste, vorstellen können dass in nur 20 Jahren die Deutschen schon wieder einen Krieg starten (na, vom Foch vielleicht abgesehen).

Aber heutzutage haben wir keine Probleme damit komplette Waffengattungen und Doktrine über Bord zu werfen weil diese für den War on Terror nicht mehr taugen. Und das ganze während China und Russland ihr Militär wieder aufstocken, der Kim mit Raketen wirft und die Mullahs 2000 Zentrifugen laufen haben.

Und ich frage mich ob dieser Schmetterling nicht schon vor Jahren mit seinen Flügeln geschlagen hat und der Ticker bis zu jenem Tornado schon abläuft, unaufhaltsam...

1 Kommentar:

  1. Ich habe nun die endgültige Gewissheit, dass Menschen doch überall gleich sind. Während man im Westen in fachspezifischen Kreisen seit langem eben das "komplette Waffengattungen und Doktrine über Bord werfen" bemängelt, sind in den russischsprachigen Foren und Blogs bei analogen Personenkreisen permanent von vorsätzlicher Zerstörung der Streitkräfte die Rede, von maroden U-Booten, nichtfliegenden SLBMs, untrainierten Piloten, völliger Abwesenheit (ja ja, Ausstellungen und Streitkräfte sind verschiedene Paar Schuhe) moderner Munition und Lenkwaffen, Zerfall der Rüstungsindustrie und des wissenschaftlichen Potentials, das seit 1991 kaum erneuert wurde, etc.
    Wie sonst könnte man ohne hunderte Backfires und eines dutzend OscarII US-Träger versenken, die einem die Kurilen abnehmen könnten? Was könnte man den Raptoren entgegensetzen die in über 100 Exemplaren existieren, während man aus Altersgründen die ganze Fulcrumflotte und damit die Hälfte aller Jäger grounden muss?
    Wann werden die Schutzvoraussetzungen bei gepanzerten Einheiten mal endlich dem Weltniveau entsprechen? Etc. etc.
    Scheinbar muss man immer einen Feind haben...

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