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31.05.2011

Repetition

Gelegentlich, wenn mir fad ist, und weder das rumbasteln an Datenbanken, das erschiessen von einem Rudel Nordkoreaner, noch das lesen von irgendeinem PDF aus dem Jahre Schnee, ausreicht um meinen Geist zu beschäftigen... les ich alte Forumsbeiträge von mir oder auch alte Einträge hier. Zum einen weil ich finde dass ich, von gelegentlichen Durchhängern mal abgesehen, meistens recht gut schreibe, und zum anderen weil ich gelegentlich scharfsinnig genug bin - was natürlich oft hinter Boshaftigkeit, Zynismus und irgendwelchen bizarren Filmanspielungen verschwindet - um selbst die meisten Journalisten an die Wand zu schreiben.

Na gut, lassen wir dass. Genug in Eigenlob gesuhlt.

Anlässlich der alten Viper-Geschichte hab ich mir dann unlängst auch ganze Hundertschaften meiner alten Einträge im derStandard.at-Forum durchgelesen. Ja, die waren auch scharfsinnig.

Aber vor allem waren sie eines: repetitiv. Ehrlich, manches von dem Zeugs hab ich teilweise monatelang runtergebetet. Ich hätts fast schon copypasten können. Natürlich die Eurofighter-Geschichte - an der haben sich so manche Gestalten, die einen als gelernte Österreicher, die anderen als Befürworter aller Stufen - eine gefühlte Ewigkeit bekriegt.

Und dann, nach wie vor aktuell, das meiste was sich so rund um den Themenkomplex "strategische (Ab-)Rüstung" ereignet. Wie ein Pater Noster bete ich seit Jahren immer wieder das selbe runter wenn der bösereste Dabbelju zum Atombomben-Schorsch gemacht wird und der Obama zum Abrüstungsmessias. Und die Russen wie immer an nichts Schuld sind.

Und wer hätte das gedacht, zuletzt hat man es scheinbar sogar schon in der Redaktion realisiert dass man vielleicht ein bisschen mehr in dieses Thema investieren müsste als APA-Meldungen von einem Praktikanten ausschmücken zu lassen. Also kann ich mich wohl dem nächsten Thema widmenwidmenwidmenwidmenwidmen...

15.03.2011

No longer so big in Japan

Meinen Eintrag vom Samstag kann ich mir wohl in die Haare schmieren, und meine Replik in den Kommentaren auch. Die Japaner habens geschafft einen geSCRAMten Reaktor über vier Tage auf INES 6 hocheskalieren zu lassen (granted, aktuell ist es wohl noch INES 5, aber es kann sich nur mehr um Stunden handeln) und damit als erste Nation ausserhalb der CCCP etwas zu produzieren was man als bedrohlichen Nuklearunfall bezeichnen kann. Im Gegensatz zu den Sowjets die eh nicht viel auf die Reihe brachten tut man sich aber schwer das bei den Japanern einzuordnen - die galten immerhin als Technologienation.

Und sogar im Abklingbecken dampfts ihnen das Wasser weg - dabei ist der Pazifik keine 200 yards entfernt. Mir kann keiner erzählen dass man in vier - fucking Four! - Tagen nicht eine technische Lösung findet, wurscht wie provisorisch und den Kreislauf füllen kann. Ja, dann ist der Reaktor kaputt - aber das ist immer noch besser als über ganz Japan verteilt. Aber mir schon klar, mit Vorsatz macht sich der Betreiber das Ding nicht kaputt, man will ja damit noch Geld verdienen.

Dass Japan jetzt tot ist, auf einem ähnlichen Stand wie 1945, mit kaputter Infrastruktur und verstrahlt, ist ohnehin niemand entgangen. Was das für die Weltwirtschaft bedeutet will man sich nicht vorstellen (wie der marode Kapitalismus eines seiner wichtigsten Länder auf einmal aus dem Dreck ziehen soll möcht ich sehen...), was das für die Geopolitik bedeutet sollte man sich rechtzeitig überlegen, vorzugsweise bevor jemand die Lage nutzt. Denn wenn ein kleines Hochwasser bei uns schon die Flugzeugflotte beschneidet wird das was den Japanern wiederfahren ist wohl dazu führen dass die JSDF in den nächsten 10 Jahren keinen einzigen Yen mehr sehen, höchstens für neue Schaufeln.

(Mit ein bisschen mehr Zynismus könnte man auch meinen "Do you really want to live forever?" oder "Set it alight")

14.03.2011

Arbeitsplatte

Aus einem unerfindlichen Grund - wahrscheinlich eben wegen der Fukushima-Sache - bin ich am Wochenende als ich so in der Pampa vor dem Netbook meiner Mutter sass auf die Idee gekommen wieder mal nach einem Bombenspiel zu suchen.

Die sagenumwobene 3.0er Version von Bravo Romeo Delta, nie für PC erschienen, und selbst am Amiga am Rande der Obskurität.

Und doch, ich hab den Schmarrn irgendwo auf einem russischen Server ausgegraben, als altes ADF für die Amiga-Workbench. Nach ein bisschen rumspielen mit dem Emulator hab ich den Schmarrn tatsächlich gestern zum Laufen gebracht.

Noch ein bisschen Basteln damit das Zeugs schneller lauft, Auflösung und Maus anpassen und dann werd ich mal schaun ob das funktioniert.

Schad eigentlich dass es kein brauchbares Spiel für den Doomsday gibt - noch nicht, denn Red Pill (oder wie auch immer das ab nächster Woche dann offiziell heisst) könnte das durchaus werden. You wanna get fried to your BURGR?

12.03.2011

Once more unto the breach

Fool me once, shame on you. Oder so ähnlich.
Aber das geht auch ganz anders. Nach Tschernobly hat man weltweit aufgehört Nukes zu bauen und wurschtelt statt dessen mit Reaktoren der zweiten Generation aus dem Jahre Schnee weiter, also genau mit jenen Todesfallen wie sie 86 eben in die Luft geflogen sind (oder 78...).

Und jetzt wundert man sich dass es in so einer Hütte aus den 60ern kracht weil man den Störfall nicht containen kann und der alle zwei Stunden eine Stufe auf der INES-Skala raufklettert. Und so fliegt ihnen jetzt in Japan ein 40 Jahr alter Siedewasserreaktor um die Ohren weil man das Klumpert nicht schon vor Jahren abgerissen hat.

Fool me twice, shame on me. Und anstatt jetzt endlich zu modernisieren, neue Nukes hinzustellen und den alten Schrott rauszuschmeissen (look no further than the Germans - ganz passend dass im AKW Isar, auch so einem Schrottreaktor aus dem Jahre Schnee, die Woche was passiert ist) kriegen jetzt wieder die Treehuggers Rückenwind und sämtliche Neubauüberlegungen gehen wieder in die Rundablage.

Klar, dabei hilft es auch nicht unbedingt dass die Japaner, trotz ihrer Abhängigkeit von Nuklearenergie, einen denkbar schlechten Track Record haben, mit dutzenden an Level 2-Störfällen. (Gut, der ganze Schmarrn aus der Toyotaschen Lean-Schule, mit Maximierung von Gewinn als oberstem Ziel, verträgt sich halt nicht sonderlich gut mit Sicherheit und Quality Control.)

Und wenn dann eine dieser 60er-Jahre-Gurken dann in 10 Jahren irgendwo in Europa in die Luft fliegt werden die einen (also die die dafür sorgen dass man nicht modernisieren kann) es eh schon immer gewusst haben und die anderen (also die die keinen Plan von Energiepolitik haben und lieber eine Billion Dollar in die Banken stecken anstatt ITER und NIF voranzutreiben) ganz erstaunt sein. Fool me thrice, quasi. Once more unto the breach, once more...

Ob Heinrich V. das geahnt hat?

22.12.2010

Starthilfe

Jetzt scheints also doch was zu werden, mit der Ratifizierung des START IV Vertrages. Ja, ich weigere mich das Ding bei seinem Mainstream-Namen zu nenne. New Start oder so ein Bullshit, das ich nicht lache - die Spindoktoren des Obama wollen doch nur verhindern das jemand bemerkt dass START II die Russen sabotiert haben und START III (der spätere SORT) von den Reps durchgezogen wurde. Verhandelt, ratifiziert und erfüllt in kürzerer Zeit als die Entwicklung von Jar-Jars Lieblingskampfflugzeug noch dauern wird.

Dass in Punkto Effektivität START IV hinter jedem seiner Namensvorgänger, beiden SALT und auch dem INF liegt, und damit der zahloseste Abrüstungsvertrag ever ist, scheint die Demokraten auch nicht zu stören. Die Marketingmaschine die der Welt diesen Vertrag als the greatest thing since bread came sliced (Copyright by Michael Stipes, Peter Buck & Mike Mills) verkaufen möchte läuft auf Hochtouren, und das durchaus ganz erfolgreich.

Scheinbar auch erfolgreich genug um auch die Betonköpfe in den Reihen der Republikaner bekehren zu können. Wobei, wenn die Überzeugungsarbeit dabei ähnlich funktioniert wie wirs gewohnt sind wird wohl bald die EPA auf den Plan treten.

Der bizarre Witz hinter dem Vertrag ist ja dass man in den USA gern damit argumentiert (also auf der Pro-Seite zumindest) das man das vor allem der Kontrollfunktion wegen braucht. Na Bumm... Wenn man auf Seiten der friedliebenden Demokraten unbedingt einen Abrüstungsvertrag braucht um den Russen in die Fabriken zu schauen sagt das einiges über das Vertrauen dass man den Russen auf Seiten der USA entgegenbringt. Man heuchelt also nur was von einem New Start, in Wirklichkeit hat sich nicht viel geändert. Die Neocons waren da zumindest ehrlicher.

Es sieht noch immer ganz gehörig danach aus als würde dieser Vertrag nicht vom Fleck kommen - da muss man noch gehörig Anschieben bis hier was weiter geht. Aber das scheint dieser Tage eh das inoffizielle Motto in Washington zu sein...

18.11.2010

Citybuster

So stand er also zu Prag, unser aller Lieblingspräsident - der mit der guten Bräune (copyright by S. Berlusconi) - und faselte was von der atomwaffenfreien Welt.

(Dass man neue Bomber und neue Boomer entwickelt und neue Doomsday Commands schafft wirkt da ein bissel strange, aber das steht im Gegensatz zur Rede von Prag ja nicht in den Tageszeitungen...)

Und dann stand er zu Prag, und der Marionetvedev neben ihm, und hat seinen Haxn unter die atomwaffenfreie Welt gesetzt.

(Dass dieser START IV, als lamest Abrüstungsvertrag ever sogar noch hinter Dabbeljus SORT und Reagans INF, mit einer atomwaffenfreien Welt nicht viel zu tun hat wirkt da ein bissel strange, aber das...)

Und dann stand er da zu Washington, dieser Jon Kyle, und wollte nicht mehr.

Und da wurde der Barack von der scheusslichen Realität eingeholt - der Realität nämlich dass es bei Atomwaffen um mehr geht als um Blumenkindideen. Aber das ist auch nicht überaschend - er hat schlicht keine Ahnung. Würd er nämlich was von strategischer Kriegführung verstehen - und vom Verstand der Republikaner - hätt er jetzt nicht einen ultrakonservativen Senator am Hals der quasi im Alleingang den Senat lahmlegt (wobei, da kommt mir wieder der Witz mit dem Kongress in den Sinn...). Denn begründen lässt sich das Arsenal schon lange nimmer - würd man eine brauchbare Kampagne starten in der man selbst den Betonköpfen die Vorteile einer near-total Abrüstung nahebringt könnt man selbst die Republikaner noch zu Blumenkindern machen (na, vielleicht von den Abgeordneten aus Savannah River und Oak Ridge abgesehen...). Aber das geht halt nur wenn man sich mit diesen Dingen auseinandersetzt und nicht wenn man den Jar-Jar schalten und walten lässt.

Und dann gäbs natürlich auch noch die Hardcore-Variante: eine Milliarde Dollar in die Hand nehmen und in Davis-Monthan gach mal ein Atomwaffenlager errichten. Ich möcht sehen wie schnell der Kyl dann mit einem Transparent vor dem Pentagon steht und gegen die Nukes protestiert - denn solange das Klumpert weit weg von seinen Wählern rumkugelt ist er dafür.

Hey, vielleicht wär das die perfekte Methode um das ganze Land gegen das Zeugs zu organisieren. Nicht mehr länger in Bangor, Warren und Barksdale rumkugeln lassen sondern vor die Türen von LA (Mugu), New York (Earle) und Washington (Andrews) karren und Arlington ist gepflastert mit Atomwaffengegnern.

Ich mein, die Dinger waren doch irgendwann mal gedacht um Städte leerzuräumen...

27.10.2010

Märchenstunde

Jetzt geistert wieder eine Atomgeschichte durch die Gazetten - den Jungs in Warren hats für etwa eine Stunde ihre ICBMs abgedreht.

Und schon kommt wieder eine Maschinerie in Gange, dass es zum Kopf-greifen ist.

Der Grund warum mit solchen Meldungen mittlerweile hausieren gegangen wird ist der selbe Grund warum so was überhaupt passieren kann. Eine durchgehende Modernisierung der Minutenmänner und ihrer Lauch-Infrastruktur wäre so teuer wie das Manhattan-Projekt - und leider auch so notwendig. Der alte Ramsch - die FKs sind über 35 Jahre alt, die Infrastruktur teilweise über 40 - ist teilweise am Rand der Operabilität - und teilweise halt darüber, sonst wär das nicht passiert. Und so versuchen jetzt manche, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Militärs, die Leverage solcher Ereignisse zu nutzen um Spenden zu sammeln. Darum muss sowas jetzt entsprechend kommuniziert werden - vor 15 Jahren wär sowas kaum an die Öffentlichkeit gekommen.

Das andere was man sich fragen muss ist was der Jar-Jar jetzt macht. Nachdem er wegen etwas änhlichem den Moseley und den Wynne gefeuert hat (wers glaubt) und danach SAC wiederbelebt hat stolpert man jetzt weiterhin von einem Fettnäppchen ins nächste (erinnert sich noch wer wie die Missile Wings letztes Jahr reihenweise durch ihre Bereitschaftsprüfungen gerasselt sind?) - hat sich nicht viel geändert Mr. Gates, nicht?

Zum Kopfschütteln sind dann natürlich die die die Panik ob der erhöhten Verwundbarkeit packt - als ob die paar Minutemen die wahrscheinlich nicht mal mehr aus ihren Silos kommen im SIOP irgendwas bewerkstelligen würden. Natürlich vorausgesetzt dieser SIOP würde irgendwann mal gebraucht werden...

Ahja, Stichwort SIOP. Da gibts dann die Typen die über die OPSEC besorgt sind - wohl zuviel ferngesehen? Das sind natürlich auch jene die glauben mit dem komischen Aktenkoffer könnte man Atomkrieg führen - und im Umkehrschluss, ohne den Koffer nicht. Noch so ein Märchen...

(Und um vielleicht mit einer ernsthafteren Frage zu schliessen: wie siehts mit Backup-Systemen a la ERCS aus? Alles tot?)

06.10.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: Par 1.600

Wo liegt der grösste Golfkurs der Welt? Neinnein, ich meine jetzt keines dieser 36-Loch-Monster. Ich meine den 400-Loch-Platz den ein paar Verrückte in den 60ern zwischen der kanadischen Grenze und Denver gegraben haben.

Greenkeeper sind dort passenderweise die Bluesuiters.

Nicht nur diese Tatsache sollte ein Grund sein um den Schmarrn zu beenden. Eine nukleare Bedrohung welches es rechtfertigt dass man jedes Jahr Milliarden in irgendwelche Löcher in der Pampa von Wyoming reinbläst gibt es ohnehin nicht mehr. Zum einen weil es die ohnehin nicht gibt, zum anderen weil es in (der U.S.S.) Wyoming ohnehin schon genug dieser Löcher gibt. Jene Löcher sind übrigens mit weit fähigeren Dingern gefüllt als den schrottigen Minutemans aus Utah.

Daher: Weg mit dem Klump. Mit dem freiwerdenden Budget könnt man den Jungs in Langley dafür ein paar Flieger kaufen.

Und wenn wir schon dabei sind: Warum in Bangor und Barksdale noch immer Hundertschaften an nuklear bestückten T-Hawks und ALCMs rumkugeln weiss auch keiner - dies ist auch besonders ulkig weil man die ungleich fähigeren ACM schon längst zu Coladosen verarbeitet hat. Und wenn man schon dabei ist, auch die ganzen B61 die sich noch in Nellis, Barksdale und Kleine Brogel finden und die so mancher Irrer schon auf den Iran geschmissen hät kann man auch gleich nach Amarillo senden.

Damit hätt man ne Menge Geld eingespart und die ganzen Minutmen-Silos kann man tatsächlich in einen Golfplatz verwandeln. Zumindest mit alten Air Force Bases macht man das ja gerne so...

18.07.2010

Swords to ploughshares

Neuigkeiten gibts mittlerweile auch aus dem Golf. Na, net dem persischen. Dem mexikanischen. Also dem Golf in dems zwar auch jede Menge Öl gibt, aber keine Flugzeugträger. Aber für die US-Politik ist der - zumindest in der jüngeren Vergangenheit - trotzdem interessanter gewesen.

Nach einer halben Undendlichkeit hats BP da jetzt doch endlich geschafft das Ölleck unter Kontrolle zu bringen. Das hätt man auch schneller haben können - man hät das Loch einfach nuken sollen. Zugegeben, "einfach" wärs nicht gewesen. Die Navy hat ihre Lulus und SUBROCS schon vor Jahren ausgemustert und die Air Force hat einfach nichts im Arsenal was sich unter Wasser einsetzen liese. Also man hätt schon etwas zusammenschustern müssen. Aber ich bin mir sicher die Jungs in Al-Bu-Quer-Que hätten das schneller zustande gebracht als die BPschen Ölheinis.

Mir ist klar, wenn jemand von Nukes spricht gibts diesen Beissreflex, sogar ausserhalb dem Pfui-da-sind-Atome-drin-Land Österreich. Aber mal davon abgesehen dass das ja nicht atmospherisch gewesen wäre haben die Gazillionen an Crude die in den Golf geflossen sind (die genaue Menge wird man, auch da BP die Zahlen ja frisiert, wohl nie erfahren) wohl mehr Schaden gemacht als ein 40, 50 kt-Rumms.

Grad die USA haben ja - verdamp lang ists her (um BAP zu zitieren) - damals jeden möglichen Schmarrn mit Nukes gemacht. Das lief unter der Plowshares-Serie an Tests. Aber ist mir schon klar, das war damals die Aufruchsstimmung die das ermöglicht hat - heutzutage gelten ja Atomwaffen als eben dies, als Waffen. Aber auch Nobels Dynamit wird für zivile Zwecke eingesetzt. Und sogar im Dynamit sind Atome drin...

27.03.2010

Von Österreich bis Weissrussland

Jetzt wos ja mit dem START IV - Vertrag tatsächlich ernstzuwerden droht kriechen die ganzen Schreiberlinge ja wieder dem Barack in den eh-schon-wissen. Sie haben zwar keine Ahnung von der Materie, aber das ist ja kein Kriterium.

Und da kommen dann auch wieder die Märchen von der mehrfachen Vernichtung der Welt hervor.

Ums mal Klarzustellen: die unmittelbare Zerstörung die durch die kombinierten Atomwaffenarsenale der Welt hätte verursacht werden können hätt selbst am Höhepunkt der Arsenale, also irgendwann in den 70ern, nicht dafür ausgereicht Frankreich zu vernichten. Es ist natürlich eine andere Sache dass selbst der Fallout von einem Dutzend Nukes die Europäer wahrscheinlich ausgerottet hätte. (Soviel zum Thema taktische Kernwaffen und eine sowjetische Aggression).

Ich hab mir also tatsächlich heut vormittag die Berechnung zusammengebastelt...

Das aktuelle (na, net ganz - Daten sind etwa ein Jahr alt) US-Nukleararsenal (2.702 Sprengköpfe, 744 MT Total Yield) vermag eine Fläche von etwa 75.000 km² zu planieren. In einen Parkplatz zu verwandeln. Nahezu vollständig jede zivile Infrastruktur in einen Haufen Schutt zu verwandeln. (Wen das technische interessiert: Diese Fläche würde einem statischen Überdruck von mindestens 34 kPa unterworfen werden. Einrichtungen der amerikanischen strategischen Infrastruktur können übrigens teilweise 5.000-8.000 kPa standhalten.) Das ist etwa die Fläche Österreichs, sans Vbg. Bgld. und W.

Klar, da man recht selten Berge und Wälder nukt kann man damit im Endeffekt, Städte vorausgesetzt, schon einiges mehr veranstalten.

Man kanns auch anders sehen. Auf einer Fläche von 205.000 km², also etwa dem Gegenwert Weissrusslands, würde selbiges Nuklearsenal ungeschütztes Leben zu einem grossen Teil ausrotten. Nicht mehr wegen der Strahlung, sondern die eintretenden Verbrennungen (Und wieder für die Techniker: Eine thermische Belastung von Minimum 42 J/cm².) dritten Grades und höher würden ob des sehr wahrscheinlichen Totalausfalles einer medizinischen Versorgung zum Tode führen.

Sind schon freakige Nummer, keine Frage. Aber die Welt ist bis jetzt auch gut ohne Österreich oder Weissrussland ausgekommen. Von einer "multiple annihilation" von der da gerne gesprochen wird kann also keine Rede sein.

21.03.2010

UNfähig

Na, habt ihr demnächst schon was vor? Wenn noch nicht wüsst ich ein gutes Reiseziel.

In Teheran steigt demnächst eine Konferenz... über nukleare Abrüstung.

LOL, das ist etwa so wie die aktuelle Zusammensetzung des Menschenrechtsrates der UN.

Andererseits könnts ja tatsächlich demnächst passieren dass im Iran eine Abrüstungskonferenz stattfindet. Dazu werden ganz viele Israelis und vielleicht auch einige Amerikaner im Flugzeug anreisen und dann wird ganz sicher abgerüstet.
Denn irgendwann muss das ganze gelöst werden - und der Massa im Weissen Haus macht mir nicht den Eindruck dass er dies friedlich schaffen könnte. Und für die IDF ist ein nuklear bewaffneter Iran keine Option - noch weniger als ein mittlerer Osten der im Chaos versinkt weil der Iran im Irak einfällt und die US-Truppen dort überrollt (und dann gleich weiter nach Israel) weil man eben irgendwie retaliieren muss.

Und um dass zu verhindern sollt es eigentlich genug Ansporn für eine friedliche (ich mein, friedlicher als Krieg zumindest; aber wirtschaftlich und diplomatisch wird man alle Geschütze auffahren müssen dies gibt) Lösung geben. Aber das bringt mich wieder zum Anfang zurück, dem Menschenrechtsbeirat. Solange nämlich in den meisten UN-Behörden, in dem Fall eben dem Sicherheitsrat, Nationen drinnen sitzen die dort nicht hingehören wird sich kaum was tun. Weil diese Nationen mit allem was da im mittleren Osten passiert (vom militärischen Desaster für die USA bis zum Ölpreis in 200-Dollar-Regionen) ganz gut leben können.

Es wär dringend an der Zeit dass man diesen unfähigen Haufen mal überdenkt.

16.03.2010

Fehlstart

Jetzt kann es also nicht mehr lang dauern bis der START II-Vertrag unterzeichnet wird, so hiess es zumindest vor einigen Tagen.

Das ist natürlich nicht mal annähernd richtig. Aber was willst erwarten von Leuten die nicht mal bis vier zählen können.

Eigentlich ist das nämlich START IV. START II wurde niemals in Kraft gesetzt (den hat die Duma nämlich gekippt weil man nicht auf geMIRVte SS-18 verzichten wollte - für Russland wars ein guter bargain weil START II dafür verantwortlich war die Peacekeeper aus dem US-Arsenal zu vertreiben; man könnt fast annehmen dass das kalkuliert war...) und START III wurde zu SORT (also dem Vertrag des böseresten Dabbelju der innerhalb von zwei Amtszeiten einen Abrüstungsvertrag unterzeichnet, ratifizert und abgeschlossen hat - gut, das wirst aber so nirgends hören).

Auch START Nr. 4 droht (wie bereits Nr. 2, dem Kreml sei Dank) ein Fehlstart zu werden. Denn dort glaubt man nachwievor da irgendwelche Stationierungen irgendwelcher Abfangraketen mitreinnehmen zu müssen. Das ist insofern blöd weil den Russen da ein bisschen die Argumenten auszugehen drohen - die Standards die da irgendwann in Polen oder Rumänien oder sonstwo stehen können vieles, aber keine russischen ICBMs abfangen. Haben also anundfürsich in einem Abrüstungsvertrag über strategische Waffen nix verloren.

Und es scheint mir doch sehr als ob Russland, eben wie damals beim zweier, auch diesmal den Vertrag nur haben möchte damit die USA auf ein top-notch System verzichten müssen das man selbst in 20 Jahren nicht zustandebringt. Oder aber man betrachtet den Ostblock noch immer als russisches Revier. Oder aber, und das ist noch viel schlimmer, man fürchtet die Standards vor allem deswegen weil die höchsttauglich sind irgendwelche russischen MRBMs abzufangen die man eventuell gen Warschau, Berlin und Sofia zu lobben gedenkt...

23.10.2009

Das Oberst-Opfer

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Ausbootung von Wynne und Moseley letztes Jahr. Die geschah ja offiziell wegen der diversen Vorfälle bei der 20th AF, also jenem Verein der im Zweifelsfalle die Minutenmänner gen Russland werfen sollte.

Geändert hat sich dadurch natürlich nix. Die Missile Wings sind reihenweise durch ihre Inspektionen gerasselt (zeitweis war die halbe ICBM-Flotte der USAF offiziell nicht mal mehr combat ready) - was die Air Force versucht hatte geheimzuhalten, aber halt doch immer ans Tageslicht gelangte.

Vor kurzem hat man ja dann SAC Mk2 aufgestellt, eine Idee die auf Jar-Jars Mist gewachsen ist.

Und was hats gebracht? Natürlich - wieder nix. Die Air Force schickt mittlerweile Raketenteile in den Strassengraben (literally).

Blöderweise für den Jar-Jar hat er mittlerweile keine unliebsamen Generäle die er daran aufknüpfen könnte (read: use as scapegoat) - ich mein, er kann ja wohl schwer den Schwartz feuern weil der ja sein Wunschkandidat als Chief of Staff war.

Dabei sollt er sich ja selbst feuern - jetzt ist er wie lange, fast drei Jahre SecDef, hat eine Menge Leute gefeuert, viele Projekte abgedreht aber zwischen Offutt und Malmstrom stimmt noch immer einiges nicht.

Aber da er sich selbst wohl kaum aus dem Sessel hieven wird, und den Norty auch nicht feuern wird, beginnt jetzt eben das fröhliche O-5/O-6-schlachten. Wie man so hört werden aktuell in der Air Force eine Menge Colonelsposten frei.

Vielleicht sollt man ein paar Polkovniks als Ersatz anheuern...

11.10.2009

Intercontinental Ballistic Manninger

Mit der denkbar schlechtestmöglichen Leistung haben wir uns also gestern gegen die Balten zu Sieg gezittert. Fast so wie einige Stunden zuvor unsere deutschen Nachbarn gegen die Russen - wenn gleich auf natürlich gänzlich anderem Niveau.

Dass wir vom Spielermaterial her deutlich höher einschätzen wären hilft alles nix solange Leut vom Schlag eines Constantini fürs Team verantwortlich sind. Beim zuvor erwähnten Deutschland-Spiel hat Co Flick seinen Einwechselspielern anhand eines Taktikheftes, dessen Umfang so manchen NFL-Offensive Coordinator beeindruckt hätte, ihre Position und Aufgabe erklärt. Bei uns zweifle ich jedoch ernsthaft daran dass so ein Heft überhaupt existiert. Da der DiCo ja was gegen Computer hat und Zsak/Peischl vermutlich eh noch nie eine Maus in der Hand hatten gibts keinen der so was machen könnte. Was aber eh egal ist da man das gar nicht füllen könnte. Spütseichaspü, wie das der Blumenau gerne nennt.

Das manifestiert sich auch in dubiosen Personalentscheidungen. Weil DiCo am liebsten ohne Aussenverteidiger spielt spielen also auf diesen Positionen keine echten Aussenverteidiger (zufälligerweise Legionäre) sondern einheimische Holzfuss-IVs die in der Liga jeden Spieltag wieder beweissen wie wenig sie vom Spielaufbau verstehen.

Noch so eine Personalentscheidung ist die ewige Torwart-Sache. Nachdem dauernd irgendwelche vereinslosen Machos, bei no-name-Vereinen spielenden Steirer, fliegenfangene Immigrantenkinder oder überforderten Rekordmeistergoalies im Tor gestanden sind hat derjenige der als einziger Tormann seit Schicklgruber über CL-Erfahrung verfügt, in der Serie A spielt, und nur deshalb nicht Nr 1 ist weil er hinter dem FUCKING BEST GOALKEEPER IN THE WORLD spielt die Konsequenz gezogen und seinen Abschied vom Team bekanntgegeben.

Klar, er hat sicher besseres zu tun als ständig als Nr 2 auf der Bank zu sitzen weil ihm irgendwelche Witzfiguren vorgezogen werden.

Auch beim Militär gibts seit über 50 Jahren einen Spieler der zu jedem Nationalspiel einberufen wird, letzendlich aber nur die Bank wärmt.
Strategische Kernwaffen. Auch diese Personalentscheidung ist mittlerweile ein Kennzeichen von falscher Taktik (oder Strategie, for that very matter), es sieht aber nicht so aus als ob sich in absehbarer Zeit was daran ändern würde. Auch die nächsten Jahrzehnte werden die sich den Hintern auf der Bank abfrieren anstatt dass man einen flinken Aussenverteidiger (eine zusätzliche Carrier Battle Garics, sozusagen) einberuft.

Nur werden diese ICBMs nicht von selbst abtreten. Das macht nur der Manninger.

08.08.2009

Pilzzucht

Während die diplomatische Welt schon seit Jahren damit kämpft die nuklearen Anstrengungen so stabiler Demokratien wie Nordkorea oder dem Iran einzudämmen und alle im Westen sich klar gegen Proliferation aussprechen sieht man das in anderen Teilen der Welt ein bisschen anders.

So gehen jetzt die Gerüchte rum dass eine weitere stabile Demokratie, nämlich Burma (das sind die verrückten Generäle die gerne Mönche abschlachten) ebenfalls an der Bombe arbeitet. Da fragt sich der kleine Max(well) jetzt wie ein Bauernstaat mit weniger BIP als Niederösterreich (aber 45x so vielen Einwohnern) überhaupt an solche Technologien kommt...

Bei diesen Gerüchten tauchen dann auch wieder Iran und Nordkorea als Lieferanten auf... und Russland. Klar, die Russen haben ja auch dem Kim und dem Khameini beim Aufbau des Nuklearkomplexes geholfen - immer unter dem zivilen Tarnmäntelchen, versteht sich.

Für die Russen sind - gerade jetzt wo der Ölpreis im Keller ist - natürlich die Milliarden gut die ihnen von irgendwelchen Verrückten auf diesem Planeten überwiesen werden. Dass man ihnen dafür Technologie verkauft die in falschen Händen (Und er hält es in Händen, um Lisa Simpson zu zitieren - die Folge passt hier wie die Faust aufs Auge) katastophal sein können scheint sie dabei weniger zu stören. Gut, klarerweise verkaufen die sowas eh nur an Länder die der UN oder EU oder den USA mit schöner Regelmässigkeit (auch via Medien) den Tod wünschen, nach Moskau aber auch gerne mal zu einem Bankett im Kreml reisen.

Das ist gelebte Proliferation... warum man das Pack eigentlich zu einem G7-Gipfel einlädt versteh ich bis heute noch nicht.

(Dieser Eintrag trägt den Untertitel "Was ich immer mit den Russen habe".)

06.08.2009

Aufgewärmte Schwammerlsuppe

Immer wenn der August beginnt kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Nein, nicht irgendwelche Sommerinsekten, sondern jene Genossen (no pun intended - aber es passt) die auch noch nach 64 Jahren die Atombombenabwürfe zerreden können um daraum vorzugsweise den USA einen Strick zu drehen. Selbst die Russen die diesem Planeten wohl mehr nuklearen Tod in Form von irgendwelchen Unfällen gebracht haben als jeder andere weisen ja bei Gelegenheit (read: praktisch immer wenns um nukleare Abrüstung geht) darauf hin dass ja eigentlich die Amerikaner die bösen sind weil Leute die schon lange tot sind eine im damaligen Umfeld recht nachvollziehbare Entscheidung getroffen haben. (Da kommt dann wieder dieser grenzwärtige Revisionismus zum Ausdruck der es irgendwelchen Koffern ermöglich jahrelang Entscheidungen von vor tausend Jahren zu zerpflücken...)

Die positiven Auswirkungen der Atombombenabwürfe:
  • Operation Downfall war vom Tisch - denn die Japaner waren zwar auf See nicht mehr vorhanden, zu Lande aber sehr wohl noch. Und die Marines und die Army hat bei so manchen Kämpfen um irgendwelche Atolle (Okinawa und Iwo wohl an erster Stelle) so viele Leute verloren dass dort die Aussicht auf die Eroberung des japanischen "Festlandes" zu kaltem Angstschweis geführt haben muss. (Nicht umsonst hat man in Erwartung von Downfall so viele Purple Hearts anfertigen lassen dass die US-Streitkräfte noch in Vietnam von diesem Vorrat gezehrt haben.)
  • Durch die Verkürzung des Krieges wurden den Sowjets (die ja kurz zuvor den Japanern den Krieg erklärt hatten) Gebietseroberungen in Asien unmöglich gemacht - man denke z.B. an die koreanische Halbinsel. Wozu diese lustigen Annexionen in Europa geführt haben brauche ich nicht ausführen.
  • Man hatte den Sowjets sehr deutlich gezeigt wozu man fähig war - angesichts eines zunehmend grössenwahnsinnigem Stalin (es gab ja tatsächlich Planungen 45/46 gleich mit den Einheiten in Deutschland an die Biskaya zu marschieren) war der Strohhalm des Westens die nukleare Keule. Und Moskau und Leningrad für Westeuropa eintauschen wollte dann der Spinner auch nicht - oder vielleicht lags eher daran dass er dann selbst als Aschehäufchen geendet hätte. (Insoferne war man quasi gezwungen sie einzusetzen. Der deutsche Feind gegen den ja ein Einsatz der Bombe geplant war - gibt ja auch Ziellisten der 8th AF dafür - ist ihnen ja abhanden gekommen.)
  • Man hat sie eingesetzt. Hätte man es nicht, hätte man das im Korea-Krieg, 54 in Vietnam oder 62 auf Kuba getan. Mit wahrscheinlich schwereren Konsequenzen. Denn irgendwer hätte irgendwann die Waffe ausprobieren "müssen" - so funktioniert der Mensch nun mal.
Es wird den Opfern nicht helfen dass sie Europa vor einer kommunistischen Diktatur gerettet haben und die Welt (möglicherweise) vorm Holocaust. Es wird ihnen aber auch nicht helfen wenn man die damaligen amerikanischen Strategen als blutrünstige Monster hinstellt.

25.05.2009

Be-stürzt und Ent-setzt

Is des geil, oder was? Da zündet der olle Kim doch tatsächlich wieder eine Nuke (wie er auch angekündigt hat - wobei man ihm ja zugute halten muss dass er sein Wort hält, im Gegensatz zu westlichen Politikern) und im Westen kommt man mit dem Abhalten von Pressekonferenzen und dem Ausschicken von Presseaussendungen gar nicht hint nach.

Entsetzen und Bestürzung allenortes (na, vielleicht bis auf China).

Also die Nichtbeachtung von einer handvoll UN-Resolutionen und die wiederholte Durchführung von Nuklearwaffentests (wenn man mal von Chiracs kurzem Anfall in den 90ern absieht, zum ersten Male seit Ende der schlechten alten Zeit a.k.a. kalter Krieg) ruft im Westen eine handvoll Leitartikel in der Post und im Time Magazine hervor und sorgt in Washington, New York, Wien und Brüssel für Entsetzen (Wien wegen der UN-Vertretung, nicht weil Wien als österreichische Hauptstadt irgendeine Bedeutung dabei hätte) hat aber ansonsten keine ernsthaften Konsequenzen.

Bevor man jetzt darüber eine scharfsinnige Bemerkung verliert sollte man sich folgendes vor Augen halten: Dies zeigt sehr deutlich dass jede internationale Gemeinschaft nur durch das Wohlwollen ihrer Mitglieder funktioniert, von der UN bis runter zur EU, weil schlicht jede "Sanktion", wenn sie nicht die Form einer militärischen Auseinandersetzung annimmt, schon per Definition zahnlos ist und nur dann funktioniert wenn sie auch angenommen werden. Ob das jetzt Sanktionen des UNSC gegen Nordkorea oder Sanktionen der europäischen Kommission gegen Deutschland sind, wenn der betreffende Staat sie nicht anerkennt sind sie nicht mal das Papier wert auf dem sie geschrieben sind.

Vielleicht sollte man sich doch schön langsam eingestehen dass man die Nordkorea-Frage nur auf eine Art lösen kann (sofern sie man überhaupt lösen will) - nicht am Schreibtisch in New York, sondern im Turm eines Abrams am Ufer des Taedong.

22.05.2009

Link Tanks

Zum Schiessen sind einige Aussagen die aktuell zu einer EWI-Studie von vor ein paar Tagen rumgeistern. Wenn da etwa ein "Rüstungsexperte" Heinz Gärtner dazu meint dass das ABM-System in Tschechien/Polen dazu führen könnte dass "Europa wieder einmal das Schlachtfeld wäre" dann frag ich mich schon welche fachliche Qualifikation man eigentlich zum Experten braucht. Dies umsomehr als dass selbiger Herr lange Zeit bei dem Laden war der jetzt diese Studie produziert hat (was aber bei den anderen Studienautoren, die vor lauter Agenda eh nix zustandebringen, gar nicht auffällt).

Da sind wieder jene Idioten die glauben ein Atomkrieg hätte Europa nur betroffen solange die pöhsen Pershing IIs und ihre GLCM-Kameraden hier waren; und seit 1990 ist Europa aus jeder russischen SIOP verschwunden... diese Erkenntnisse bringt wohl das Christkind, weil das gibts in der Welt dieser "Experten" auch noch.

Natürlich ist es komplett unerheblich für Europa ob in Tschechien ein X-Band-Radar und in Polen 10 betonierte Löcher für Interceptoren stehen.
Auch ohne diese Anlagen gibts für russische Raketen dutzende lohnende Ziele die mit guter Wahrscheinlichkeit ihre Existenz mit der Ankunft einer SS-25 beenden würden. Die ganze NATO-Kommandostruktur (inklusive Rheindalen; ich entbiete meine Grüsse an die Deutschen - wie fühlt man sich als SPD-Kanzler der Putin für einen lupenreinen Demokraten hält während das eigene Land noch immer auf dessen Zielliste steht?), US-Radaranlagen in Norwegen und Grossbritannien, die Nuklearwaffenbasen der Briten und Franzosen... you name it. Ob da jetzt 40 oder 43 Raketen reinrauschen macht keinen Unterschied.
Aber mit solchen Kleinigkeiten beschäftigt man sich nicht in einem linken Think Tank der begierig Russen mit ins Boot holt obwohl die Studie eigentlich gar nix mit Russland zu tun hat.

Ist es eigentlich Voraussetzung für einen Think Tank stets eine Agenda mitzubringen oder kann man sowas auch machen ohne ständig eine Botschaft - meist die vom Geldgeber - dabeizuhaben?

06.05.2009

Farbenlehre

Ich hab mich eh schon gewundert (nämlich hier und hier) wie das funktioniert dass Barack the Builder Grün sagt und Jar-Jar Gates ihm daraufhin Blau antwortet.

Scheinbar denken nämlich beide wirklich so. Und zum ersten mal muss ich sagen: Ja, der Gates hat recht. Soll auch vorkommen.

Auf CNN hat Gates nämlich sehr klar zu verstehen gegeben was er von der atomfreien Welt hält. Und das deckt sich zum Glück nicht mit den Träumereien eines Obamas sondern mit den deutlich realistischeren Ansichten wie man sie in allen anderen Ländern auch hat: dass man ohne Nukes nicht auskommen wird, weil eine vollständige Abrüstung nicht möglich ist und eine unilaterale Abrüstung schlicht deppert ist.

Trotzdem könnte man anfangen einige Waffensysteme abzurüsten die ohnehin kein abschreckende Wirkung haben. Das ganze B61-Gemüse sollte man schleunigst einstampfen, ditto auch die verbliebenen TLAM-Ns... Ich befürchte aber dass diese Waffen nach wie vor in den SIOPs eingeplant sind. Und ich befürchte auch dass Gates - der ja auch schon nach einem Ohio-Nachfolger sucht - an denen festhalten wird...

29.04.2009

Kim sez: "Oder sonst!"

Wie das Propagandaministerium des Arbeiterparadieses jenseits der DMZ verlautbaren hat lassen hat sich die UN gefälligst zu entschuldigen weil die es gewagt hat wegen des Raketentests (oder wie auch immer die Aktion korrekt zu bezeichnen ist) von vor vier Wochen der letzten verbliebenen Festung des Sozialismus (read: Stalinismus) einen aufn Deckel zu geben.

Oder sonst wird es neue Raketen- und Atomtests geben.

Höhö. Also wenn sich die UN nicht entschuldigt zünden die Nordkoreaner eine Atomwaffe über eigenem Gebiet. Vielleicht sollte man seitens des Sicherheitsrates noch viel aggressiver vorgehen, dann haben sich Kim und seine Sippe irgendwann selbst weggenukt. Wär doch mal eine Strategie.

Eine andere Strategie wärs natürlich auch per Kommandounternehmen die ganze Baggage festnehmen und eine quasi-Wiedervereinigung herbeizuführen. Aber dazu müssten die Chinesen mitziehen - und die werden den Teufel dazu beitragen Nordkorea herzugeben. Denn solange der kleine Kim wöchentlich zetert wird die Welt daran erinnert dass die Nordkoreaner die Bösen sind und die USA haben eine halbe Division der Army, zwei Geschwader der Air Force und eine handvoll Nukes dort stationiert, und nicht etwa in, na Taiwan etwa.