07.10.2009

Roter Oktober: Verteidigungsministerium

Neben den Atomwaffen die man realpolitisch kaum wegreden kann und daher als gegeben nehmen muss (siehe dazu die Ausführungen Brossollets der wahre Kopfstände machen muss um rund um eine schwachsinnige Nukleardoktrin eine Streitmacht aufzustellen) gibts noch einen weitern Punkt in Russland wo irre Budgetmittel in einem schwarzen Loch verschwinden ohne dass sich jemand Gedanken macht. Halt schlicht weils etablierte school of thought ist.

Die Landesverteidigung.

Das mag jetzt ein bissel paradox erscheinen - ich mein, wovon sprechen wir den sonst? Aber das meine ich genauso wie ichs sage. Die meisten westlichen Heere, allen voran die der USA, sind mittlerweile auf die Expeditionskriegführung zugeschnitten. Klar, Mexiko und Kanada werden wohl kaum in Washington einmarschieren. Aber auch in Europa hat sich, auch angesichts der kontinuierlichen Erweiterung von NATO und EU, die Ansicht durchgesetzt dass ein konventioneller Verteidigungskrieg nicht mehr zu erwarten ist.

In Russland hat man, stigmatisiert durch den abgeschnittenen Franzosen vor 200 Jahren und den bärtigen Braunauer vor 70 Jahren, da freilich eine andere Ansicht. Auch wenn abgesehen von den Rotchinesen mit denen man ohnehin im Shanghaier Pakt verbandelt ist keine Nation mehr über die Kapazität verfügt Russland gefährlich zu werden (als ob jemals seit Ende von WWII irgendwer ernsthaft eine Invasion hätte launchen können) wartet man in Moskau nachwie vor auf einen Angriff.

Konsequenz daraus: anstatt den Ausbau der Marine voranzutreiben und Interventionsfähigkeit zu erlangen (Flugzeugträger, Phibs und so ein Zeugs) stellt man S-irgendwas Ringe rund um Moskau auf wie vor 50 Jahren und glaubt sich nach wie vor 200 Abfangjäger leisten zu müssen deren Performance jedes westliche Flugzeug in Grund und Boden fliegt aber.

Es ist vielleicht ein bisschen bizarr dass die Russen Geld in eine Mission versenken die eigentlich genau die definierte ist: nämlich Landesverteidigung.

Aber wie schon Robert Heinlein so schön gesagt hat: Noch nie hat ein Verteidigungsministerium einen Krieg gewonnen-

2 Kommentare:

  1. Wenn da ein Wörtchen mitzureden ich habe ...

    Hauptsache, man hat's ;)

    Und hör auf über mein Lieblingsfluchzeuch zu schimpfen ...

    Im übrigen, das MORF kämpft schon im Papierkrieg. Und selbst den werden sie verlieren.

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  2. Wenn man den Meldungen der letzten Monate Glauben schenken darf sieht die Ausgabenverteilung wie folgt aus.
    Flotte: 40%
    Strategische Kräfte 20%.
    Luftwaffe 20%

    Für die Landstreitkräfte bleiben somit logischerweise auch 20% übrig.

    Für ein kontinentales Land wie Russland, erschreckend niedrige Ausgaben für die Luftwaffe und viel zu hohe für die VMF.
    Das erschreckende ist aber, dass trotz der 40% die Schiffbauindustrie nichts zustande bringt (die Dolgoruki sowie die drei anderen Boreis gehören ja zur strategischen Flotte).
    6 Korvetten, 3 Fregatten, 2 SS(G)Ns, einige Diesel-U-Boote und ein wenig Kleinkram. Das wars!
    Viel Spaß mit den Flugzeugträgern...

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