16.09.2009

Killing Sprey

Ich hab schon mal über diesen Blickwinkel des Maurers geschrieben der es einem Aussenstehenden oft ermöglicht bessere Erkenntnisse zu haben als einem Mann aus der Branche. Back then, little did I know what was yet to come.

Das ist unter anderem wegen der Sache mit den Link Tanks ein Problem, dass nahezu alle aus einer Branche eine gewisse Agenda mitbringen und darauf bedacht sind diese auch durchzubringen, wurscht wie schwachsinnig die Wege damit oft werden. Interessanterweise brauchts nicht mal einen Think Tank um eine Agenda zu haben - dafür reicht oft auch eine einzige Person.

Eine solche Person ist zum Beispiel Pierre M. Sprey. Als langjähriger Berater der USAF und des Pentagons, und das schon zu einer Zeit in der ich noch nicht mal das Funkeln in den Augen meines Vaters war sollt man seine Meinung schon ernst nehmen.

Tja, wenn da nicht zum einen die Daueragenda des Herrn Sprey wäre - die er als Berater nämlich recht effektiv den Leutchen in Langley und Dayton aufgeschwatzt hat - die sich mittlerweile mit altersbedingter Demenz vermischen zu scheint.

Wer den Herrn Sprey nicht kennt: das war der Capo der sogenannten Lightweight-Fighter-Mafia in den 70ern, also erster Proponent für eine Wiederauferstehung solcher Kracher-Entwürfe wie der Gnat oder der Freedom Fighter.

Ich bin zum Glück kein Journalist und kann daher ohne zu riskieren in einem folgenden Eintrag irgendwelche vom Gericht erwirkte Klarstellungen bringen zu müssen folgendes schreiben:
"His goal is [...] the P-51D Mustang of 1943."
Sprey fühlt sich nämlich nach wie vor genötigt aus seinem Ruhestand heraus (betreibt mittlerweile ein kleines Jazz-Label) alle paar Monate gegen die USAF zu wettern weil die sich erdreistet das (ohnehin fehlgeschlagene) LWF-Experiment nicht fortzusetzen - und die Fachwelt folgt seinen Aussagen nach wie vor.

Obiges Zitat bezieht sich auf Spreys neuesten Vorschlag, der mehr nach Witz als nach ernsthaft klingt. Etwa weil er sämtliche Entwicklungen auf dem Kampfflugzeugsektor der letzten 20 Jahre negiert - nein sogar noch weiter.

Spreys neuester "Dream Fighter" braucht solche Spompanadln wie Stealth, Supercruise, Datalinks oder BVR gar nicht. Tatsächlich braucht er nicht mal Überschallfähigkeit und Radar. Eine Autogun (vielleicht macht ja Pontiac die M39-Fertigung wieder auf?) und zwei AAMs reichen. Zufall? Natürlich nicht, ist doch die Starfighter vor 55 Jahren mit ziemlich genau der selben Konfiguration in den Krieg gezogen. Die "Manned Missile" gilt ja vielerorts noch immer als der Urahn jedes Lightweight Fighters.

Das mag vielleicht in den 50ern noch funktioniert haben (errr... nein. Beim keinen 150 Stück production run für die USAF ist die F-104 eine Fussnote der Geschichte. Über MDAP hat man das Klump halt den NATO-Alliierten zu hunderten angedreht.) aber im 21sten Jahrhundert, im Zeitraum von LPI-Radaren und AAMs mit 160 Kilometern Reichweite wirst damit recht alt aussehen.

Da wird dem Gegner das erzielen von 5 Kills in Serie sehr einfach gemacht - in guter alter Unreal-Tradition fortan "Killing Sprey" genannt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen