21.12.2010

Perestroika, US-Style

Dass in dem Staat mit dem grössten Militärbudget der Welt (und nein, ich rede nicht von China) logischerweise auch eine ganze Branche davon lebt Meinungen zu verkaufen und Goderl zu kraulen ist verständlich.

Dass diese Branche eher selten echte Expertisen vorweisen kann sondern lieber irgendwelche Agenden durchdrückt hab ich auch schon erwähnt.

Neu hingegen ist aber dass diese Branche jetzt draufkommt dass man (hör ich hier jemanden Videospielmagazin sagen?) eigentlich nur am (Geld-)Tropf der Rüstungsindustrie hängt. Oder wie Pete Singer da letztens zynisch anmerkte ist es "ein Zufall dass Think Tanks die von den Rüstungsgiganten finanziert werden immer für Aufrüstung eintreten".

Die Spitze dieses Eisberges ist ja der grösste Think Tank der Welt, mittlerweile ein eigenes Unternehmen - die RAND Corporation. Nicht umsonst ist RAND aus Douglas herausgegangen (also dem was jetzt die Saint Louis Division von Boeing ist), also ein Think Tank der der Flugzeugindustrie in den 50ern und 60ern genau die Art von Expertisen geschrieben hat die man auch haben wollte, sie der Regierung aber als "Independent" verkauft hat. Und logischerweise ist RAND auch bis heute "zufälligerweise" immer im rechten (also die amerikanische Definition von rechts) Eck zu finden. Klar, wenn sich LockMart oder sonstjemand dort eine Studie kauft wird dort wohl kaum drinstehen alle Kampfflugzeuge einzumotten...

Warum kommt man da aber jetzt drauf? Na die Moral wird sie wohl kaum gepackt haben. Wahrscheinlicher ist eher dass man, in Zeiten in denen die Steuerdollar schön langsam versiegen werden, versucht sich ein bisschen reinzuwaschen damit man nicht den Einfluss in Washington verliert.

Fast so wie Gorbachev versucht hat den Kommunismus zu reformieren um ihn zu erhalten - da machen also die US-Think Tank ihre ganz eigene Version von Glasnost und Perestroika. Sich gerade genug ändern damit es so aussieht als würd man was ändern...

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