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17.05.2011

Its the end of the world (and we know it)

Da findet sich im Online-Standard ein recht netter Bericht über eine russische Panzergarnison kurz vor der Unendlichkeit. Das ist eine recht stimmige Erzählung bei der mich wundert dass die der Kreml überhaupt durchlässt. Wir doch darin deutlich wie weit man am Ende ist.

Vom Material her einerseits. Reichlich traurig dass eine Weltmacht noch mit einem Panzer rumfährt dessen Konzeption noch aus den 60ern stammt und der tatsächlich das modernste Material ist. Da braucht man nichts schönreden, der T-90 hätt sich einen Platz im Museum eher verdient als einen auf dem Schlachtfeld.
Aber wen wunderts wenn man noch Riesenstreitkräfte unterhält aber keine Marie dafür hat.

Von der Ausbildung und Moral her andererseits. Klar, wenn ich mit altem Material am Ende der Welt rumwerke, es zapfenkalt ist und sich die Leute überall um den Verstand saufen kann nix gescheites dabei rauskommen. Die Bezahlung ist schlecht, die Selbstmordrate hoch und die Offiziere stolz auf ihre rumhüpfenden Panzer - von hull down hat man dafür noch nie was gehört.

Von der Lokalität natürlich - seit Ewigkeiten glauben ja die Russen/Sowjets sie müssen irgendwelche Schneehügel verteidigen weil die ja zur Rodina gehören. Darum glaubt man sich auch heut noch Unmengen an Foxhounds leisten zu müssen die auf den Angriff warten der nie kommt. Oder Unmengen an Panzergarnisonen im hintersten Sibirien die auf denAngriff des SZO-Partners China warten...

18.04.2011

Endless

Wenn wir schon von Friedhöfen sprechen: Ja, grad auf solchen Friedhöfen liegt oft recht interessantes Zeugs rum.

In AMARC kugeln heute noch einige steinalte F-106 aus San Diego rum (eine aus Nellis und eine aus Dryden), frisch aus den Tracorschen NULLO-Werken, nie beschossen. Ebenso wie eine Interceptor-Voodoo die früher mal in Niagara Falls geflogen ist und seit 30 Jahren in Arizona vor sich hin rostet. Auch eine einzelne F-100, vormals Sioux City, steht dort rum.

Aber von dem alten Schrott abgesehen gibts dort auch Kuriositäten, Flugzeuge denen ein kurzes Leben beschieden war. Die einstmaligen C-14 und C-15-Prototypen etwa.
Das Mock-Up der A-12, wie vorhin schon erwähnt, findet sich ja in Fort Worth.

Zeugs welches dort noch rumkugelt, neben diversen Raketen Nortonscher Provinienz, sind diverse Wracks, und die eine odere andere MiG aus Have-Zeiten.

Gegenstück zu Davis Monthan gibts im wesentlichen keines auf der Welt. Aber auch die Schrottplätze auf manchen russischen Basen sind es immer wert betrachtet zu werden - auch dort steht mancher Pipe Dream jetzt rostend rum. In Zhukovsky finden sich noch einige Chargers und Mystics und in Rhzev stehen genug ausgemusterte Foxhound rum um damit den dritten Weltkrieg anzuzetteln - und wahrscheinlich auch zu gewinnen.

Eh bizarr genug dass an solchen Orten mehr Kampfkraft rumsteht als die meisten Nationen ausserhalb der NATO jemals haben werden man aber trotzdem lieber Milliarden in die F-35s und T-50s dieser Welt bläst. Aber klar, auch die nächste Generation der Friedhöfe muss gefüllt werden...

04.04.2011

Verfügbarkeiten

Hab am Wochenende eine nette kleine Geschichte über die Marine Nationale gelesen, im speziellen über die Aeronavale und die CDG.

Ihr wissts schon, eines jener Status Symbole.

Und in der Geschichte kommt auch recht schön rüber wie toll so ein einzelner Token-Träger (noch besser natürlich in der Nussschalen-Version) denn nicht ist. Ich mein, klar, mit der echten Wahrheit geht die Marine Nationale nicht hausieren, aber wer ein bisschen mitdenkt kriegt recht schnelle eine Idee was so ein Kahn bringt. Nämlich nix.

Wenn du nämlich (frag nach in Saki) nur einen Träger hast geht wenn der nicht zur Verfügung steht (wie eben die CDG die eine halbe Ewigkeit im Dock in Toulon gelegen ist) die proficiency der driver in den Keller - teilweise soweit dass du selbst die SEM (Hah! Nachdem man eine Ewigkeit lang die schrottigen Crusaders betrieben hat fuhrwerkt man jetzt mit den schrecklichen SEMs rum) und Rafale-Jockeys komplett neu anlernen musst. Und dann gibts natürlich die diversen CTFEXes und andere Dinge die man dann braucht um aus einem Haufen Schiffen und einer fahrbaren Sportflugbahn etwas militärisch sinnvolles zu machen. Alles in allem brauchst da ein gutes halbes Jahr um was zu machen.

Blöd ist es wenn während der Zeit in der dein einziger Träger im Dock liegt der Krieg ausbricht. Oder wenn während der Zeit in der die CVBG nur ein gun fodder ist der Krieg ausbricht. Aber zum Glück für die Franzmänner ist der Krieg in Lybien erst dann ausgebrochen als die CDG zum Strandurlaub in Toulon weilte und man innerhalb von Stunden auslaufen konnte. Machte sich sowohl für die Welt als auch für die Franzmänner ganz gut wenn CNN von der CDG startende Rafales zeigen konnte.

Täuscht aber dann darüber hinweg dass die Verfügbarkeit von solchen Dingern, realistisch betrachtet, gegen Null geht. Ebenso wie die schrottige alte Hermes, die jetzt in Indien fährt, ein Jahr später schon in Teilen am Quay in Rosythe gelegen wär - wären dann die Argies eingerückt, die Falklands würden heut noch Malvinas heissen.

Vielleicht sollt man das auf den Militärakademien der Welt mal lehren - plane deine Feldzüge nach den System-Verfügbarkeiten beim Feind. Flugzeugträger im Dock, groundings bei den Luftstreitkräften, Sex-Affären im Generalstab - führe deine Kriege wenn der Feind ausser Betrieb ist.

22.12.2010

Starthilfe

Jetzt scheints also doch was zu werden, mit der Ratifizierung des START IV Vertrages. Ja, ich weigere mich das Ding bei seinem Mainstream-Namen zu nenne. New Start oder so ein Bullshit, das ich nicht lache - die Spindoktoren des Obama wollen doch nur verhindern das jemand bemerkt dass START II die Russen sabotiert haben und START III (der spätere SORT) von den Reps durchgezogen wurde. Verhandelt, ratifiziert und erfüllt in kürzerer Zeit als die Entwicklung von Jar-Jars Lieblingskampfflugzeug noch dauern wird.

Dass in Punkto Effektivität START IV hinter jedem seiner Namensvorgänger, beiden SALT und auch dem INF liegt, und damit der zahloseste Abrüstungsvertrag ever ist, scheint die Demokraten auch nicht zu stören. Die Marketingmaschine die der Welt diesen Vertrag als the greatest thing since bread came sliced (Copyright by Michael Stipes, Peter Buck & Mike Mills) verkaufen möchte läuft auf Hochtouren, und das durchaus ganz erfolgreich.

Scheinbar auch erfolgreich genug um auch die Betonköpfe in den Reihen der Republikaner bekehren zu können. Wobei, wenn die Überzeugungsarbeit dabei ähnlich funktioniert wie wirs gewohnt sind wird wohl bald die EPA auf den Plan treten.

Der bizarre Witz hinter dem Vertrag ist ja dass man in den USA gern damit argumentiert (also auf der Pro-Seite zumindest) das man das vor allem der Kontrollfunktion wegen braucht. Na Bumm... Wenn man auf Seiten der friedliebenden Demokraten unbedingt einen Abrüstungsvertrag braucht um den Russen in die Fabriken zu schauen sagt das einiges über das Vertrauen dass man den Russen auf Seiten der USA entgegenbringt. Man heuchelt also nur was von einem New Start, in Wirklichkeit hat sich nicht viel geändert. Die Neocons waren da zumindest ehrlicher.

Es sieht noch immer ganz gehörig danach aus als würde dieser Vertrag nicht vom Fleck kommen - da muss man noch gehörig Anschieben bis hier was weiter geht. Aber das scheint dieser Tage eh das inoffizielle Motto in Washington zu sein...

24.11.2010

Schildbürger

Und während man also so in Lissabon zusammenknotzt entdecken Barack the Builder und der Marionetvedev ihre neue Liebe zueinander. Nein, das ist jetzt der Reset der Beziehungen, ganz bestimmt. Diesmal aber echt.

Und während man also auf beiden Seiten der Welt weiterhin die Citybusters stapelt, und zwar in so einer Menge dass man jede andere Nation auf dem Planeten mit dem AD-Konzept (Assured Destruction, in dem Falle halt ohne das M davor) wegbomben kann... was dann defakto bedeutet dass man die Arsenale eigentlich eh nur erhält um das Gegenüber zu toasten... also währenddessen beschliesst man jetzt beim Raketenschild gemeinsame Sache zu machen.

Der Feind in deinem Bett... oder wie man so sagt. Ich zweifle ernsthaft daran dass es schlau ist das Land mit ins Boot zu holen welches noch immer hunderte Sprengköpfe gen Westen richtet und als einziges Land in der Geschichte des Planeten jemals ein funktionsfähiges ABM-System hingestellt hat und high-end SAMs an jeden Spinner zwischen Caracas und Pyeongyang verkauft. Ja, das ist ganz schlau dass man den Kaspern jetzt die Technologie gibt um das alte Gazelle in ein Monster-Samoderzhets zu verwandeln.

Verstehen tu ichs nicht - nicht mal langjährigen Hardcore-Alliierten wie den Japanern traut man sich eine Raptor zu exportieren aber einer Nation die auf strategischer Ebene noch immer ein Feind ist der schiebt man neue Technologie zur strategischen Kriegführung rüber.

Denn die Russen haben für diese Technologie eigentlich keinen Bedarf. Denn die Länder gegen die man einen Raketenschild bräuchte haben allesamt kein Interesse daran Moskau zu nuken. Wohl weil die Hälfte von dem Klump welches man gegen Paris, Berlin oder Washington lobben würde ohnehin aus Votinsk oder ähnlichen Orten stammt...

26.10.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: US of nowhere

Der Grund warum man noch mit Stoners Krochn aus dem Jahre Schnee rumwerken muss (und die M16/AR-15 hat Colt in Hartford schon zusammengebaut als Izhmash die AKM montiert hat - aber nur die K wird als alter Schrott bezeichnet...) ist der dass man im Bereich Infanteriebewaffnung zum Bodensatz der Welt gehört. An guten Tagen gibts zwei Firmen die dort drüben brauchbare small arms herstellen können (und bevor ihr euch fragt - das sind Barrett und Kimber) - an schlechten niemanden.

Aber Ablöseprogramme für die M16 gabs wahrlich schon genug - aber blöderweise für die dortige Politik kam als Sieger immer entweder Steyr, HK oder FN raus. Alle so schrecklich unamerikanisch.

Also wurschtelt man weiter - man will sich nicht eingestehen dass das Material der anderen besser ist und man es denen schlicht abkauft. So wies die Russen mittlerweile machen - ich würd ihnen zwar nicht mal ne Ankerkette für die Mistral verkaufen, aber die haben zumindest erkannt dass sie besser fahren wenn sie ihr Öl- und Gasgeld einem ausländischen Hersteller mit Willen und Know-How geben anstatt Milliarden von Rubel in ihre eigene abgefuckte und korrupte Industrie zu blasen.

Eine Erkenntnis die in den USA fehlt - dort hat die gesamte Verteidigungsindustrie schon längst aufgehört ihren eigentlichen Daseinszweck - das Ausrüsten der Streitkräfte - zu erfüllen und beschränkt sich mittlerweile darauf, politisch gefördert, das Land abzuzocken. Und so wird man in Bälde nicht nur bei der Infanteriebewaffnung am Sand sein, sondern auch bei Kampffahrzeugen (bei denen man etwa 10, 15 Jahre konkurrenzfähig war, mittlerweile aber auch hinter Italien, Südkorea und Japan liegt, von den Franzmännern, Russen, Deutschen und Engländern gar nicht zu reden - und in Bälde auch die Brasilianer, Südafrikaner und Chinesen vorlassen muss) und im Flugkörperbau (wo man in jedem wichtigen Teilbereich schon lange nimma vorn ist und nur overall noch die Nr. 1 ist).

Bizarr eigentlich: sonst importiert man dort drüben jeden Krempel aus der Welt, aber sobalds grün angemalt ist wird nur mehr exportiert...

23.08.2010

Blas mir einen (auf)

Wenns nicht zum einen so cool und zum anderen militärisch nicht mal unnütz wär könnt man fast lachen und sagen "Eh klar, die Russen!"

Die Firma Rusbal, bislang eher bekannt für Luftmatratzen und Heissluftballons, verkauft den russischen Streitkräften nun aufblasbare Hardware. Der Preis ist, laut der Homepage, verhandelbar, aber genügend Kleingeld vorausgesetzt kann man sich eine SA-20-Batterie, samt Tomb Stone Radar, oder eine Kompanie T-72 in den Garten stellen. Billiger als der real Deal ists allemal und hätt der Nerd das nötige Kleingeld, ich schwör bei meiner Ehre dass ich schon längst mit denen verhandeln täte.

Die Dinger sind sogar mit radarreflektierender Folie und IR-Quellen ausgestattet - nur schiessen können sie nicht.

In der Praxis ist das halt ein bissel problematischer - die NATO ist nicht mehr der selbe Verein der Paveways auf serbische Holz-T-54 geworfen hat. In einem richtigen Krieg greift man ja nicht einzelne Panzer an die irgendwo in der Botanik rumstehen, sondern Einheiten im Feld - das kannst nicht mit ein paar Luftmatratzen simulieren (die vom Wert ohnehin wohl schon mit den alten T-72 mithalten können). Besser siehts wohl mit den S-300 aus - der Rockeye (oder dem WCMD, wir sind ja im 21. Jahrhundert) ist es aber egal ob sie die Attrape oder den real deal umbläst. Man wird kein Risiko eingehen und beide beharken, nur mit dem Unterschied dass die Attrape spätestens wenn die Tomb Stones ringsum aufleuchten auffällt weil sie die einzige Site ist die nicht die Umgebung mit X-Band-Wellen flutet.

Ich wart ja nur darauf bis die erste Anfrage vom Pentagon kommt. Man bräucht doch bitte 1000 aufblasbare F-35...

06.06.2010

Unpolitisch

Und wenn wir schon von Fussball sprechen... da beginnt nächste Woche wieder mal die WM.

Und die ist nach-wie-vor, vielleicht mehr noch als es die Eishockey-Variante jemals war, ein Tummelplatz der Nationen die man sonst eher als Achse des Bösen kennt.
Klar, die Russen sind diesmal zwar nicht dabei (weil halt doch ein Unterschied zwischen dem Team und der Liga besteht) und auch Dauergast Iran (des sand de mit de Atomwoffn) glänzt durch Abwesenheit.

Als Stand-Ins fungieren dieses Jahr dafür die Serben (die man vor ein bissel mehr als 10 Jahren noch bombardiert hat) und die Nordkoreaner (des sand de aundan mit de Atomwoffn). Schad eigentlich dass dem Hugo seine Chaostruppe nicht dabei ist...

Mir ist klar dass der offizielle Standpunkt der FIFA, wie auch von IOC und den meisten anderen Verbänden, der ist dass man die Politik und den Sport gefälligst zu trennen hat (andererseits, frag nach bei den Dänen - deren 92er Titel war letztendlich reine Politik).
Ich werd mich dem beugen.

Daher gibts ab morgen keinen AAFN mehr. Der wird das Zepter an seinen unpolitischen Kollegen (read: alter ego), den Angry Soccer World Cup Nerd, abgeben. Der wird, fernab von UN, Militär und Terroristen in den nächsten Wochen das geschehen in Südafrika kommentieren.

29.03.2010

TNT

Soso... da wurden doch tatsächlich einige U-Bahnhöfe in Moskva gesprengt. Und die Aussagen vom Putin kommen so martialisch daher dass selbst der Dabbelju neidisch wäre.

Wär ja nicht das erste Mal dass es in Russland wo scheppert und man fährt wieder runter an den Kaukasus zu diversen bösen Abspaltern und macht sie platt. Ist doch recht konvinient wenn alle Ried irgendwo ein Kameltreiber was sprengt oder mim Flugzeug wo reinfliegt und man hat einen Grund wo dreinzuschlagen. Frag nach bei Dabbelju.

Aber im Gegensatz zu diesem, der sich nur mit Popcorn danebensetzt und wartet bis das Flugzeug reinfliegt ist man in Russland ungeduldiger - oder vielleicht mag der Putin einfach kein Popcorn.

Darum muss da zuweilen der ultrageheime Inlandsgeheimdienst TNT ran und der Sache ein bisschen nachhelfen. Da fallen dann zuweilen Gebäude zusammen (oh, samt Bewohnern...) aus denen keine 15 Minuten zuvor noch Regierungsfahrzeuge rausgefahren sind.
Die Sache mit der Glaubwürdigkeit geht halt ein bissel den Bach runter wenn die Haupt-Ermittlungsbehörde bei so einem Anschlag nicht die Militsiya ist (oder eine andere Polizei-Entität) sondern die FSB und die offensichtlich so schleissig arbeitet und die Sprengsätze vor der Haustür zündet - und dann zu einem Zeitpunkt an dem die Helfer in New York oder Madrid noch den Gatsch der Opfer von den Wänden gekratzt haben bereits mit allem short of the names der Attentäter aufwarten kann.

Aber das ist natürlich alles nicht wahr. Mir schon klar. Aber genau die selben Leute die auf solche Meldungen am empfindlichsten reagieren sind paradoxerweise die die hinter dem GWOT immer schon eine Gladio-MI6-CIA-BND-Illuminaten-Verschwörung vermutet haben und bis heute noch Marschflugkörper auf den Bildern der Pentagon-Überwachungskameras suchen

27.03.2010

Von Österreich bis Weissrussland

Jetzt wos ja mit dem START IV - Vertrag tatsächlich ernstzuwerden droht kriechen die ganzen Schreiberlinge ja wieder dem Barack in den eh-schon-wissen. Sie haben zwar keine Ahnung von der Materie, aber das ist ja kein Kriterium.

Und da kommen dann auch wieder die Märchen von der mehrfachen Vernichtung der Welt hervor.

Ums mal Klarzustellen: die unmittelbare Zerstörung die durch die kombinierten Atomwaffenarsenale der Welt hätte verursacht werden können hätt selbst am Höhepunkt der Arsenale, also irgendwann in den 70ern, nicht dafür ausgereicht Frankreich zu vernichten. Es ist natürlich eine andere Sache dass selbst der Fallout von einem Dutzend Nukes die Europäer wahrscheinlich ausgerottet hätte. (Soviel zum Thema taktische Kernwaffen und eine sowjetische Aggression).

Ich hab mir also tatsächlich heut vormittag die Berechnung zusammengebastelt...

Das aktuelle (na, net ganz - Daten sind etwa ein Jahr alt) US-Nukleararsenal (2.702 Sprengköpfe, 744 MT Total Yield) vermag eine Fläche von etwa 75.000 km² zu planieren. In einen Parkplatz zu verwandeln. Nahezu vollständig jede zivile Infrastruktur in einen Haufen Schutt zu verwandeln. (Wen das technische interessiert: Diese Fläche würde einem statischen Überdruck von mindestens 34 kPa unterworfen werden. Einrichtungen der amerikanischen strategischen Infrastruktur können übrigens teilweise 5.000-8.000 kPa standhalten.) Das ist etwa die Fläche Österreichs, sans Vbg. Bgld. und W.

Klar, da man recht selten Berge und Wälder nukt kann man damit im Endeffekt, Städte vorausgesetzt, schon einiges mehr veranstalten.

Man kanns auch anders sehen. Auf einer Fläche von 205.000 km², also etwa dem Gegenwert Weissrusslands, würde selbiges Nuklearsenal ungeschütztes Leben zu einem grossen Teil ausrotten. Nicht mehr wegen der Strahlung, sondern die eintretenden Verbrennungen (Und wieder für die Techniker: Eine thermische Belastung von Minimum 42 J/cm².) dritten Grades und höher würden ob des sehr wahrscheinlichen Totalausfalles einer medizinischen Versorgung zum Tode führen.

Sind schon freakige Nummer, keine Frage. Aber die Welt ist bis jetzt auch gut ohne Österreich oder Weissrussland ausgekommen. Von einer "multiple annihilation" von der da gerne gesprochen wird kann also keine Rede sein.

20.03.2010

Vollgetankt

Heh... mittlerweile weiss ich welche Maschine jetzt neuer Tanker der Air Force wird.

Denn da die Air Force ja offenkundig wenig Interesse daran hat einen technisch fortschrittlichen und leistungsfähigen Entwurf zu wählen und jetzt auch die Russen erwägen mitzumachen (und die sicher einen top-of-the-line-Entwurf der auf der topmodernen Il-78 basiert liefern werden) kanns nur so sein dass der nächste Tanker aus Russland kommt.

Ich mein, spätestens jetzt befindet sich das Beschaffungsprogramm im Panoptikum. Lächerlicher kann man sich nicht mehr machen. Man werkt an dem Zeugs vor lauter Schiebereien schon seit einem Jahrzehnt rum - im selben Zeitraum hatte man von der KC-135 schon hunderte in der Luft - und jetzt will auch noch der alte Erzfeind (dessen Raketenbasen noch immer die Zielkoordinaten für die Minutenmänner darstellen) ein bisschen mitmachen. Könnt durchaus sein dass man bei der Rosboron kalkuliert das ganze so noch ein paar Jahre rauszuzögern und dass in der Zwischenzeit die Stratobladders vom Himmel fallen.

Denn eine ernsthafte Chance können sich die Russen wohl nicht ausrechnen. Denn das einzig brennbare was die im Flugzeug transportieren können sind die Vodka-Flaschen auf den Aeroflot-Linienflügen...

16.03.2010

Fehlstart

Jetzt kann es also nicht mehr lang dauern bis der START II-Vertrag unterzeichnet wird, so hiess es zumindest vor einigen Tagen.

Das ist natürlich nicht mal annähernd richtig. Aber was willst erwarten von Leuten die nicht mal bis vier zählen können.

Eigentlich ist das nämlich START IV. START II wurde niemals in Kraft gesetzt (den hat die Duma nämlich gekippt weil man nicht auf geMIRVte SS-18 verzichten wollte - für Russland wars ein guter bargain weil START II dafür verantwortlich war die Peacekeeper aus dem US-Arsenal zu vertreiben; man könnt fast annehmen dass das kalkuliert war...) und START III wurde zu SORT (also dem Vertrag des böseresten Dabbelju der innerhalb von zwei Amtszeiten einen Abrüstungsvertrag unterzeichnet, ratifizert und abgeschlossen hat - gut, das wirst aber so nirgends hören).

Auch START Nr. 4 droht (wie bereits Nr. 2, dem Kreml sei Dank) ein Fehlstart zu werden. Denn dort glaubt man nachwievor da irgendwelche Stationierungen irgendwelcher Abfangraketen mitreinnehmen zu müssen. Das ist insofern blöd weil den Russen da ein bisschen die Argumenten auszugehen drohen - die Standards die da irgendwann in Polen oder Rumänien oder sonstwo stehen können vieles, aber keine russischen ICBMs abfangen. Haben also anundfürsich in einem Abrüstungsvertrag über strategische Waffen nix verloren.

Und es scheint mir doch sehr als ob Russland, eben wie damals beim zweier, auch diesmal den Vertrag nur haben möchte damit die USA auf ein top-notch System verzichten müssen das man selbst in 20 Jahren nicht zustandebringt. Oder aber man betrachtet den Ostblock noch immer als russisches Revier. Oder aber, und das ist noch viel schlimmer, man fürchtet die Standards vor allem deswegen weil die höchsttauglich sind irgendwelche russischen MRBMs abzufangen die man eventuell gen Warschau, Berlin und Sofia zu lobben gedenkt...

12.02.2010

Iran-Anreicherung

Im Iran feiert man dieser Tage also das 30th Anniversary. Damals wurde ein Verrückter entsorgt und durch einen anderen Verrückten ersetzt.

Und unter diesem Verrückten (ich mein, Ayatollah bleibt Ayatollah) muss die Welt auch noch heute leiden. Da gäbs in der Welt weit dringendere Probleme, zum Beispiel einen ganzen Lastwagen voller Negerdiktatoren entsorgen die Afrika terrorisieren, aber nein, am persischen Golf markiert man den starken Mann.

Und so ist die Weltpolitik damit beschäftigt und die halbe Army steht sich die Beine im Irak in den Bauch und wartet darauf dort dreinzuhauen.

Obwohl, manche Leute glauben ja noch immer an den Frieden. Dabei sollte selbst denen seit diesem Wochenende einiges klarer geworden sein. Zum einen haben auch die Russen, also jenes Völkchen welches die letzten 20 Jahre vorrangig damit verbracht hat dem meistbietenden Irren zwischen Pyeongyang und Caracas irgendwelches Kriegsgerät anzudrehen, mittlerweile durchblicken lassen dass sie diesmal mit dem Westen mitziehen könnten. Klar, der Ivan hat genauso wenig Interesse an einem nuklear bewaffneten Iran wie die anderen. Aber es wär nicht das erste Land welches man aufgerüstet hat bevor der Westen dann die russische Hardware zu Klumpf geschossen hat - man verdient solange man kann.

Und das zweite war die schon sehr deutliche Ankündigung vom Umdenistehnedschad bei der Geburtstagsansprache. Angesichts der Geschehnisse der letzten Jahre ist es entweder ein Fall für die Klapse wenn aus seinem Mund so etwas ("...wir könnten jetzt Atomwaffen bauen, wenn wir wollten..." oder so ähnlich) kommt, oder beinhart kalkuliert. Wobei ich mich da frage was am Ende dieser Kalkulation, also nach dem = rauskommt.

Zumindest ist ein wahrscheinliches Ergebnis dass der Iran tatsächlich über weit mehr Iran, pardon, Uran verfügt als jetzt. In Form vieler, vieler PGU-14/B 30mm-Granaten und M829A3 120mm-Sabots die in irgendwelchen IRGC-T-72 stecken werden...

05.02.2010

Testergebnisse

Und dann gabs da noch die Sache mit dem fehlgeschlagenen GBI-Test letzte Woche. Nicht der Test selbst war lustig, auch nicht dass er fehlgeschlagen war, sondern das drumherum - auch das nicht vorhandene.

Da zeigen sich so manche ganz erstaunt (zuletzt im derStandard.at-Forum gesehen) dass da noch was getestet wird obwohl ja der Obama das alles abgedreht hat.

Na abgedreht hat er nix. Aber das Unwissen was diese ganze Materie betrifft ist ohnehin überbordend - eine Meinung hat nichtsdestotrotz jeder dazu.
NMD wurde von der Clinton-Administration als quasi Resurrektion von SDI erfunden - nicht vom pöhsen Bush, wie das gerne verzapft wird. Und beenden kann der Obama auch nichts. Alleine schon weil in diversen Löchern in Alaska und California bald 40 Interceptoren stehen - theoretisch ist das System nämlich schon einsatzbereit. (Aber wie der fehlgeschlagene Test eben gezeigt hat, nur theoretisch. Und dass das System nur annähernd effektiv gegen eine handvoll MARVs samt Decoys ist glaubt eh niemand...)
Und es ist ja, politisch zumindest, wie bei jeder solchen Beschaffung. Man ist insgeheim doch ganz froh dass die Vorgängerregierung das durchgezogen hat - sonst würds einem ja selbst zufallen das verkaufen zu müssen - wettert aber bei jeder Gelegenheit dagegen. Ich glaub gar nicht dass der Obama das abdrehen möchte - und wenn ich mir seine Pläne zum SM-3-Forward Deployment ansehe seh ich das bestätigt.

Der andere Witz dahinter ist ja dass es die Russen NICHT kratzt. Klar, denn die wissen dass der GBI gegen eine Topol-M eine PoK hat die man nur in wissenschaftlicher Notierung überhaupt darstellen kann. Darum kratzt sie das NMD nicht die Bohne...

Aber warum ändert sich das auf einmal wenn diese Interceptoren nicht in California sondern in Polen eingegraben sind? Insoferne hat der Test doch ein Ergebnis gebracht, wenn auch ein eher unerwartetes...

30.01.2010

Fliegende Schweine

Soso... die Woche ist die PAK-FA / T-50 also tatsächlich zum ersten Mal geflogen. Wobei, T-50 ist vielleicht übertrieben. Mehr als eine Shell ists wohl kaum.

Macht aber nix - die üblichen Verdächtigen sind trotzdem schon damit beschäftigt den Wundervogel zu sehen.

Dabei wirkt der Vogel in vielerlei Hinsicht als die russische Super Hornet - kein schlechter Vogel, aber letztendlich nur eine neumoderne Su-27. Wenn ich ihr den Vorderrumpf wegsäge könnt ich den Vogel als nächste Su-3X-Variante auch verkaufen. Gut, wo hätten die Russen in ein paar Jahren was ähnliches herfangen sollen wozu die USA fast ein Jahrzehnt ATF-Programm gebraucht haben?

Wenn wir mal die zum Teil ulkigen Features die sich auf den Bildern so feststellbar machen lassen aussen vor lassen, bleibt immer noch ein Aspekt der dem Vogel das Genick brechen kann.
Die meisten Rigs in den russischen Flugzeugwerken sind nämlich noch aus den 70ern. Damals musste man nämlich das ganze Klumpert aus dem grossen vaterländischen Krieg rausschmeissen um überhaupt moderne Flugzeuge bauen zu können. Wenig überraschend, schliesslich hatten die Commies noch nie Ahnung von moderner Infrastruktur. Und jetzt müsste also bei KnAAPO die ganze fast 40 Jahr alte Ausrüstung (die wenn ich nicht irre grossteils noch aus Su-17-Zeiten stammt) rausgeschmissen werden und gegen Rigs die für einen Vogel der 5th Generation taugen ersetzt werden (man kann die Dinger schlecht in Handarbeit bauen). Vom Personal dafür gar nicht zu reden. Und wie will das chronisch underfundete Russland mal gach in nur 3 Jahren (!!) die paar Milliarden Rubel in ein Werk stecken um sein neues Propagandainstrument bauen zu können. Diese Entwicklungszeit würde übrigens sogar die der Fulcrum und Flanker unterbieten - und wer an diese Märchen glaubt glaubt wohl auch daran dass Schweine fliegen können...

29.10.2009

Roter Oktober: Masken

Was dann, neben all dem gesagten, noch dazu kommt, ist diese unnachahmliche Fähigkeit der Selbsttäuschung. Until a lie becomes the truth, um einen unlängst verstorbenen amerikanischen Musiker zu zitieren.

Einer der cornerstones davon ist der ständige Fingerzeig auf irgendwen anderen, vornehmlich die USA, um so eigenes Vorgehen oder Unfähigkeit rechtzufertigen.

Aus etwa eintausend Gründen, die ich teilweise hier eh schon angeführt habe, würd ich mir die USA nicht unbedingt als Vorbild nehmen. Witzig wirds jedoch wenn man den USA (read: deren Streitkräften) in den Bereichen in denen sie tatsächlich führend sind diese Führungsrolle abspricht und auf sich selbst überträgt.

Technologie, vor allem. Geld, natürlich auch. Und Ausbildung.

Über viele dieser Dinge könnte man ja weiterhin trefflich streiten - wenn da nicht die reale Welt wäre und Fakten aufbietet. Fakten die man, in einer Mischung aus Weglügen und Nichtwahrhabenwollen einfach ignoriert. Zugegeben, es ist etwas verwegen hier den russischen Militärs zu unterstellen dass diese in einer Traumwelt leben. Aber die russische Politik gibt genügend Grund zu dieser Annahme. Und natürlich die verbliebenen (oder eher umgedreht, die entstandenen - denn vor 1990 wirds die kaum gegeben haben) Hardcore-Fans russischer Wehrtechnik.

Dass diese Maskirovka dann halt dafür sorgt dass man die Schwachstellen gar nicht sieht, weil sie in der eigenen Wahrnehmung halt nicht existieren führt dann halt dazu dass diese auch nicht korrigiert werden. Denn jeder Änderungsprozess beginnt mit dem Willen was zu ändern.

27.10.2009

Roter Oktober: Tamponade

Halloween nähert sich mittlerweile mit bedrohlichen Schritten und das heisst dass man auch die Tage bis zum Ende des Jahres mittlerweile schon an 13 Händen abzählen kann.

Das ist deswegen interessant weil irgendwelche grossspurigen Ankündigungn von RIAN und ähnlich verlässlichen Quellen nach mittlerweile die Zeit davonläuft.
Die PAK FA nämlich sollte ja noch dieses Jahr ihren Erstflug durchführen. Es ist aber wie in der OB-Werbung: man sieht nichts, man hört nichts. Nicht mehr. Scheinbar war dass was bereits seit Ende des letzten Jahres so rumgeistert doch die Wahrheit, und nicht die Träumereien des Kremls. Erstflug 2010, Einsatzfähigkeit so in 10 Jahren. Wenn man sich den Vogel überhaupt leisten kann.

Während also im Westen irgendwelche Programme meist medienwirksam gestoppt werden fadet in Russland so manches away. Man sieht nichts mehr, man hört nichts mehr. So viele Programme sind dort schon im Gully gelandet ohne dass man jemals wieder irgendwas davon gehört oder gesehen hätte (heh, eine weitere schöne Parallele zum Tampon...)

Dabei wäre gerade das aufarbeiten von fehlgeschlagenen Projekten, egal aus welchem Grund, eine Gelegenheit die selben Fehler nicht zu wiederholen. Und nicht unter den Tisch kehren. Denn das ewig gleiche Vorgehen (übrigens auch ähnlich im Westen) den bösen Unternehmen und Korruption und was weiss ich nicht noch allem die Schuld zu geben bringt einen keinen Meter weiter. Das können die USA deswegen hinnehmen weil sie einen beträchtlichen Vorsprung haben - aber nicht die Russen die hintenliegen.

Aber von so sachen wie QM oder Revision hat man eben in Russland noch nichts gehört. Warum auch, wenn man ohnehin alles in Staatshand lässt und Versagen hurtig mit Steuergeld zudeckt... Ist dann quasi ein Tampon aus zusammengerollten 1000-Rubel-Scheinen.

26.10.2009

Roter Oktober: Bond, Ivan Bond

Es ist eigentlich ganz einfach. Frag einen Mann bei Intel, Danone oder Lockheed, die Aussage wird ähnlich sein - nix geht ohne Forschung. Besser als alles andere schlägt sich der Vorsprung dort im Börsel der Aktionäre nieder.

Das ist natürlich militärisch noch weit mehr so, weil sichs eben nicht nur um die Dividende von ein paar tausend Menschen handelt sondern um weit mehr.

In Russland siehts da natürlich trostlos aus. Mathematiker und Physiker gabs in Russland/der Sowjetunion immer welche von Weltruf, und hätten die Sowjets nicht ihre Leut "eingesperrt" wär sicher auch der eine oder andere Nobelpreis in die Rodina gegangen. Aber das in etwas verwendbares umwandeln, so weit gings dann nicht. Ich möcht jetzt nicht spekulieren warum, aber es ist Fakt dass die Sowjets während des kalten Krieges sich im wesentlichen darauf beschränkt haben komplette Blaupausen-Sätze aus dem Westen rüberzuschaffen und ihre ganze Industrie und Wirschaft darauf aufzubauen.

Die Fälle alle aufzuzählen würde einen eigenen Blog benötigen. Das ganze hat dann so etwas wie ein Ende genommen als die CIA Operation Farewell gestartet hat und den Sowjets bergeweise manipuliertes Material untergejubelt hat.

Aber jetzt, ohne irgendwelche Handelsbanns, braucht man den KGB nicht mehr. Jetzt kann der Marionetvedev ganz einfach seine Petrodollars nehmen und im Westen shoppen gehen und wir verklopfen ihm jede Technologie. Quasi die ultimative Version der TI/Toshiba/Kongsberg-Deals der späten 70er.

Denn mim Selbererfinden schauts nach wie vor nicht so rosig aus. Klar, denn das ist an den Kapitalismus gebunden. Nur wer sich beweisen muss hat Interesse an neuer Technologie. Aber in Russland, wo man eh per Staatsholding den ganzen Rüstungskomplex besitzt und Wettbewerb möglichst nicht aufkommen lässt forscht natürlich kein Mensch. Darum muss man sich auch heute noch darauf beschränken westliches Material in die Finger zu bekommen, reverse engineeren und dann zu bauen.

Damit hat man die Möglichkeit Dinge zu besitzen die nicht ganz so gut wie das Material des Westens sind - weil ja Kopien - und wird nie in irgendeinem Bereich der Führer sein.

Diese Q-Technologien werden auch in absehbarer Zeit den USA vorbehalten bleiben. Und gerade bei dem zu erwartenden Schrumpfungsprozess wärs aber dringend notwendig in diesen Bereichen was zu tun. Denn wenn man schon die Doktrin an den Westen anpasst sollt man das auch mit dem Material tun und nicht immer einen Schritt hinterherhinken. Daniel Craig fährt ja auch nicht mehr mit dem DB5 rum. Heck, selbst Llewelyn wurde ja mittlerweile ausgetauscht.

22.10.2009

Roter Oktober: Beinhart wie ein Chopper

Ein sehr dramatischer Punkt sind die Drehflügler.

Dort ist man nämlich auf einem technologischen und zellenaltersmässigen Level unterwegs dass grad mal die Bundeswehr noch hat.

Das Bulk der Transporterflotte stellt auch heute noch die Hip, und zwar vorrangig in Mi-8 Format. Wenngleich leistungsmässig zwar überlegen ist das Ding vom Alter her das Pendant des Huey. Aber während bei der Army und Air Force zusammen keine 50 Hueys mehr in Dienst sind und die Marines die Mk2 gerade einführen weil man schon vor Ewigkeiten durch die S-70/UH-60 ersetzt hat kriegt mans in Russland bis heute nicht zustande einen Nachfolger zu bauen. Stattdessen laufen irgendwelche aufgebrezelte Mi-171 vom Band deren Bau eigentlich ein Verbrechen gegen jede Technik ist; mehr noch als das Festhalten des USMC am Huey. Der Puma, also der Hubschrauber der den Grundstein für den Erfolg von Aerospatiale gelegt hat, ist sogar ein bisschen jünger. Während Aerospatiale seit damals ein dutzend Typen (Puma/Cougar/Gazelle/Lynx/Ecureuil/Dauphin...) in mehreren tausend Exemplaren an die Militäre von GB, D, F und sonst wem geliefert hat muss man in Russland noch mit dem Krempel vorlieb nehmen.

Auch lustig: Kampfhubschrauber. In Chantilly, Rucker und Arlington sind schon vor 25 Jahren Bilder von der Havoc am Schreibtisch gelegen. In diesen 25 Jahren hat mans geschafft, was? 20, 25 Hubschrauber zu bauen, die ursprünglich nicht mal Nachtkampftauglich waren? Ahja, eigentlich wurde ja die Hokum (die auch schon seit 85/86 bekannt ist) ausgewählt. Von der wurde eine ähnliche Stückzahl gefertigt bevor man dann in einem Anfall geistiger Umnachtung beschlossen hatte doch auch die Mi-28 zu bauen.
Der Grossteil der Flotte wird auch heute noch von kaum upgegradeten Hinds gestellt, die meisten davon nicht mal in der Mi-24P Variante und daher ohne richtige BK. Bewaffnung: AT-9s die zusatzgepanzerten Leos oder Abrams nicht mal die Kettenblenden runtersprengen können. Gut, dafür können sie hunderte 57mm-FFARs verballern...
Dabei wäre die Hind, also vom Konzept, nicht unbedingt so wie mans jetzt hat, ein sehr brauchbares Gerät. Ein Truppentransporter mit integrierter Möglichkeit zu Feuerunterstützung (und zwar nicht auf die Hip oder Velcro Hawk-Variante - ein ESSS macht aus einem Transporter keinen Kampfhubschrauber) wäre natürlich die Wucht. Nur leider kann die Hind ab der Dämmerung nicht mehr aufsteigen...

Und das während im Westen die AH-64 immer mehr Verbreitung findet (und die USAR plannt einen Grossteil der Flotte bis 2020 auf Block III upzugraden - und das ist ein echter Killer) und ein Tiger zuläuft und mittlerweile Länder moderne Kampfhubschrauber besitzen deren Militäre "ferner liefen". Aber in Russland hängt man noch bei den 70er-Jahre Hubschrauber rum...

Leichte Hubschrauber gibts ja überhaupt nicht. Und bei den schwereren Geräten (Halo, Helix) ist man nur leistungsmässig vorne. Und auch dass nur weil man im Westen auch glaubt mit dem x-ten Upgrade einer CH-53 auskommen zu können.

19.10.2009

Roter Oktober: Hybride

Ein ganz spezieller Teil russischer Luftmacht ist ihre Trägerflotte (hust, hust...).

Wie ich schon mal vor ewigen Zeiten angemerkt wie das mit diesen Statussymbolen ist, also Dingen die man zwar auflisten kann aber aus vielerlei Gründen operativ nicht brauchbar sind.

Ein einzelner Träger bringt genau gar nichts. Und noch mehr wenn das eine Nussschale ist. Und noch mehr wenn das Ding keine Cats hat.

Die Kuznetsov entspricht dem natürlich perfekt. Als Einzelstück ist sie, wenn ich mir den Träger-Zyklus der Navy als Vorlage nehme eh nie verfügbar (tatsächlich sind Navy-CV etwa ein drittel ihres Lebens, aber eher weniger, auf Feindfahrt. Den Rest der Zeit verbringen sie am Kai in Bremerton, im Dock in Newport News oder auf JTFEX vor den Bermudas. Klar, wenn man nicht nachrüstet und ausbildet kann man den Kahn öfters auf Feindfahrt schicken - senkt dadurch aber die ohnehin schon geringe Kampfkraft.

Die Nussschale macht es darüberhinaus unmöglich echte Powerprojection zu gewährleisten. Ohne Atomantrieb gehen irre Bunkerkapazitäten für Waffen oder AvGas verloren was den ohnehin schon kleinen Geschwadergrössen enorm an Kampfkraft kostet. Und darüber hinaus dazu führt dass man nach zwei drei Tagen an Operationen wieder heimfährt weil für die Flieger schlichtweg weder Betriebsmittel noch Waffen zur Verfügung stehen.

Die Sache mit den Cats, also die Bevorzugung der Rampe, ist im wesentlichen ganz einfach. Ohne Cats wirst du nie schwere Flugzeuge raufschiessen können. Im wesentlichen alle A-Flugzeuge der Navy (von der Skyhawk und Corsair II mal abgesehen) wären ohne Cat nie vom Deck gekommen, darüberhinaus natürlich auch - oder vielleicht vor allem - die COD.
Zugegeben, auch im Westen geht der Trend dahin alles immer leichter zu machen. So wurde halt eine A-7, A-6, F-14, F-4 schleichend gegen die Bug ersetzt was mittlerweile dazu führt dass ein US-CVW eine geringere Strike Range als selbst ein 1st Gen Jet Verband aus den 40ern hat. Gelebter Fortschritt. Dabei würde eine navalisierte Fullback der VMF eine Schlagkraft vom Träger weg bringen die die Navy seit Ausserdienststellung der alten A-5 nicht mehr hatte.

Was dann bei der Kuznetsov noch dazu kommt ist dieser bizarre Hybrid. Da muss neben dem Trägerdeck auch noch eine Batterie überschallfähiger Antischiffsraketen mit drauf. Man hatte bei der Navy zwar auch so manche Pläne (so sollte etwa die Enterprise bei Indienststellung mit einem FlARak-System - Tartar, IIRC - ausgestattet werden dessen Leistungsparameter auch heut noch so mancher Luftverteidigungsfregatte gut zu Gesicht stünden) aber eine eigenständige ASuW-Fähigkeit ist dann doch etwas bizarr, vor allem wenn man bedenkt dass genau diese Aufgabe ja durch die 60 - 90 Flugzeuge im Rumpf des Trägers wahrgenommen werden sollte. Ach, ich vergass. Wegen all der oben genannten Punkte sinds ja nur mehr 30 Flugzeuge. Dieser Zwitter aus Träger und Kreuzer, aptly named Tru-Deck Cruiser, mag möglicherweise eine Bastelei gewesen sein um Montreux umschiffen zu können. Ich befürcht aber dass auch ein neuer russischer Träger mit einer Bewaffnung aufkreuzen wird die ihm den meisten NATO-Fregatten überlegen macht.

Den ein Hybrid ist nie eine gute Lösung. Nicht mal im Prospekt von Toyota.