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12.04.2011

Am Sand

Und während die Adla und die RAF fröhlich über Lybien Kreise fliegt und nicht so recht weiss was man eigentlich machen will wirds in Mons und Stuttgart schön langsam ernst.

In der EU macht man sich ernsthaft Gedanken die EUBGs in den Einsatz zu schicken, quasi als eine Art neumoderner AMF. Diesmal halt nicht in die Kälte Norwegens, sondern in den Sand Lybiens.

Das ist ja alles ganz schön, aber eher fraglich ist ob sich das jemand überlegt hat. Das Konzept der EUBGs ist ohnehin schon sehr fraglich (erinnert mich an die Komposit-Divisionen der ARNG, Einheiten deren Kampfwert eh immer fraglich war, im Falle der Battle Groups halt von Divisions auf Regimentgrösse runtergebrochen), aber ich wett dass sich keine Nase Gedanken gemacht hat wie man so was überhaupt sustainen will, und auch womit. Gibt halt bei uns keinen Jungs in Scott die für nahezu jedes Deployment irgendwo einen Plan haben was man wann womit hinkarrt und fast wichtiger was man denen wann womit hintenachkarrt damit die nicht nach 5 Tagen am Zahnfleisch gehen.

Weil Battlegroup sagt sich so einfach wenn man seit Jahr und Tag damit kalkuliert von der Air Force und der Navy gratis mitversorgt und transportiert zu werden, wird jedoch ein bissel blöd wenn man plötzlich feststellt dass die eigene Transport- und Versorgungsfähigkeit, nun, durchaus passend, am Sand ist.

28.03.2011

In the (European) Navy

Jetzt wo wieder Krieg vor der europäischen Haustür ist, könnten wir uns vielleicht überlegen wie die Europäer das machen könnten wenn die USA nicht zur Stelle sind.

Schaun mer mal...

Wenn wir für den Moment mal davon ausgehen dass MEDCOM so eine Operation alleine durchführen müsste (granted, technisch gesehen hört MEDCOMs AOR an der 12-Meilen-Grenze vor Libyen auf und OFCOM würde den Einsatz leiten) würde ihnen in der unmittelbaren Anfangsphase der Nachfolger von NATOs STANAVFORMED zu Verfügung stehen.

Das wäre Task Force 33, auf dem Papier bestehend aus:
E.N.S. Andrea Doria DLG, De Ruyter Klasse
E.N.S. Cordoba FF, Hamburg Klasse
E.N.S. Firenze FF, Hamburg Klasse
E.N.S. Lyon FF, Hamburg Klasse
E.N.S. Split FF, Hamburg Klasse
E.N.S. Thessaloniki FF, Hamburg Klasse

(E.N.S. steht klarerweise für European Naval Ship; und wer erinnert sich noch an den alten DLG-Designator der Navy aus dem Jahre Schnee? - und ja, die Fregatten werden im allgemeinen Sprachgebrauch als Little Macs bezeichnet)

Dieser Gruppe würde eine Schlagkraft von 40 SLAMER ATA (jeweils 8 aus den Startern der Fregatten) und 36 MdCN (aus dem VLS der Andrea Doria) zur Verfügung stehen. Die Andrea Doria wäre darüberhinaus zum Raumschutz und damit zur begrenzten Erzwingung der NFZ fähig, mit ihren 48 Aster 30.

Als Hammer würde MEDCOM wohl TF32 zur Verfügung stehen, bestehend aus:
E.N.S. Caio Duilio CSG, Invincible Klasse
E.N.S. Suffren DDG, Howe Klasse
E.N.S. Alvaro de Bazan DDG, Howe Klasse
E.N.S. Barbaros DDG, Howe Klasse
E.N.S. Vasco da Gama DDG, Howe Klasse
E.N.S. Geneve FF, Hamburg Klasse

(Ja, ein CSG. 16,000 Tonnen schwer, zwei 155mm Zwillinge und ein VLS so gross wie das zweier Burkes. Und zwei Chopper hinten droben. CAVIAR-Feuerleitsystem. Eventuell nukleargetrieben. Die penultimative Kumulation aus Boordas Arsenal Ship und dem nie durchgezogenen CSG-Upgrade der Long Beach.)
216 MdCN und 264 Aster 30 - die Gruppe hat genug Feuerkraft um manches Land, Lybien unter anderem, im Alleingang zu toasten.

Und wenn das nicht reicht kann man immer noch die Jungs aus dem Atlantik rufen...

02.03.2011

Doktorspiele

Who made Karl Guttenberg a Star? Weee dooo, werden einige im Willy-Brandt-Haus jetzt gröhlen. Ja, in der SPD ist man stolz auf sich. Man hat den Strahlemann der Union abgesägt, etwas was der nicht mal selbst zusammengebracht hat. Dass man dafür wahrscheinlich bergeweise Steuergeld verpulvert hat um Privatdetektive im Schmutz vom Guttenberger seiner Vergangenheit hat wühlen lassen erwähnen wir lieber nicht.

Würde man allerdings die selben Kriterien mit denen jetzt Guttenbergs Doktorarbeit zerlegt wurde auf den Rest der 2 Millionen Akademiker in Deutschland umlegen, die ganzen Unis würden mit dem Aberkennen gar nicht nachkommen. Das sagt schon einiges über unser Bildungssystem aus...

Bizarr dabei natürlich auch dass so manche Politkasperln jahrelang fuhrwerken dürfen und dabei Schaden fürs Land verursachen wie eine Kernwaffe aber der Guttenberg nicht mehr ministertauglich sein soll weil eine Seite seiner Dissertation nicht korrekt referenziert ist. Versteh ich zwar nicht, aber so ist die gespindoktorte Politwelt nunmal.

Kommt dann auch wenig überaschend dass DeMaiziere der neue Guttenberg wird - sind sich ja gar nicht so unähnlich. Ob der dann auch abgesägt wird?

Wie auch immer, der Schwung den es in der BW jetzt gab hat sich damit wahrscheinlich aufgehört. Und das ist ja letzlich das Endziel der politischen Linken. Das Militär kaputtzumachen, und nicht irgendwelche Doktorspiele.

23.01.2011

Geisterfahrten

Man sagt zwar im allgemeinen den Bodenstreitkräften nach am reformresistenten zu sein - was zwar in Bezug auf die Kampfweise durchaus stimmen mag - in Wahrheit sind das jedoch die Seestreitkräfte bei denen - übrigens fast überall auf der Welt - in einem falschen Verständnis von Tradition noch Rituale und Praktiken aufrecht erhalten werden die teilweise auf die Phönizier zurückdatieren.

Da überascht es dann eigentlich nicht dass durch eine dieser Traditionen (die Ausbildung der midshipmen auf einer Drei-Mast-Bark nämlich, wies die Royal Navy schon vor 400 Jahren gemacht hat und damit hauptsächlich ein soziopathisches Offizierskorps geformt hat) die halbe Bundeswehr ins Wanken gerät und Guttenberg, der zurzeit fürwahr ganz andere Baustellen hat, Feuerwehrmann spielen muss weil sich ein vermeintlicher Ausbildungsunfall als Systemkrise bei der Marine entpuppt.

Da ist es dann natürlich auch nicht hilfreich dass sich die Marinen gerne an andere antike Regelungen anhalten die dem Kapitän nämlich nahezu gottgleiche Macht auf seinem Kahn zugestehen, mit all dem Planken-Zeugs und dem Kielholen und so. Und was bei einer anderen Truppengattung eine ledige (ich mein, an und für sich schon ernst genug, aber wir sind ja im Frieden) Insubordination ist wird von der Marine gleich zur Meuterei plattgewalzt und man wundert sich fast dass die midshipmen nicht gleich auf der Rah gehenkt wurden.

"Eine Meuterei? Auf der Gorch Fock?" Und wie Seymour Skinner auf seiner Schildkröte ist auch die Karriere vom Schatz abgesoffen. Und der Kahn selbst macht mittlerweile, sowohl optisch als auch von dem was an Bord abgeht, den Eindruck als sei er von einer historischen Begebenheit direkt in eine moderne Gruselgeschichte gesegelt. Aber bei sovielen Schlauschädeln ist vorerst nicht anzunehmen dass diese Reise so schnell ihr Ende nehmen wird.

21.11.2010

Freude schöner Götterfunken

Im Blau-Weiss-Roten Oktober hat Prometheus mal gemeint ich möchte doch auch (m)eine Soll-Aufstellung der US-Streitkräfte zamschreiben.

Ja von wegen. Den Karren kann sich der Jar-Jar ganz allein aus dem Dreck ziehen. Da helf ich ihm nicht.

Ausserdem müsst ich dabei auf tausende Gegebenheiten Rücksicht nehmen - das will ich nicht. Dann beginn ich lieber mit einem relativ cleanen sheet Papier.

Wie wärs zum Beispiel mit einer kombinierten europäischen Armee? Dem erklärten Traum der Bundesheerauflöser, NATO-Verabscheuer und megalomanischer EU-Aussenpolitiker?

Ich halt euch auf dem laufenden wo das noch hinführt...

11.11.2010

Wee doo...

Bis Anfang dieser Woche war relativ klar wer Angie Merkel als deutscher Kanzler beerben würde. Der schneidige Herr mit dem adelig klingenden Namen hatte schon während seiner Zeit als Wirtschaftsminister mit einigen Aussagen aufhorchen lassen, aber erst seitdem er auf der Hardthöhe eingezogen ist (was sagt das aus dass die Bundeswehr noch immer von selben Ort geleitet wird an dem einst die Verteidigung der Fulda Gap geplant wurde?) rührt er um dass all den konzept- und visionslosen Knitteln die dort zuvor waren, also diesen Rühes und Strucks und Jungs, die Ohren schlackern. Der Guttenberg ist auf dem besten Weg der Grövaz zu werden, der grösste Verteidigungsminister aller Zeiten.

Zumindest bis Anfang dieser Woche. Denn aktuell stürzt ein Klavier auf ihn herab, aber er hat nicht genug Kapseln dabei um sich bei John Malkovich freikaufen zu können. Wobei er es geschafft hat das Klavier vom Dach zu schieben und so schnell über die Treppe unten zu sein um das Teil auf sich zukommen zu sehen. Frag nach beim Köhler Horstl den man noch immer unter dem metaphorischen Klavier rauskletzlt.

Und da wundert sich tatsächlich noch jemand dass Politiker nicht die Wahrheit sagen - denn kaum tun sies - und die Wahrheit ist meistens nicht kompatibel mit dem post-Biedermeierverhalten der meisten Europäer - sägt an jedem Stuhlbein ein Kerl mit einer Flex - die Medien, das Volk, die Opposition, die eigene Regierung.

Das war politischer Suizid der ersten Klasse - und das ist umso bizarrer weil Köhler und Guttenberg zu den wenigen Politikern von Format in Deutschland zählen. Andererseit wird dann aber auch klar warum schleimige Wiesel wie ein Westerwelle (oder hierzulande ein Bertl) sich jahrelang halten können während Guttenberg seine Karriere nach ziemlich genau 21 Monaten schon beendet hat. Weil man nur das sagt was die Leute hören wollen.

Würd der Guttenberg das überleben, dann ist er quasi unverwundbar und wird eine Lichtgestalt der deutschen werden - nach jahrelanger Saxonomie unter Merkel und dem rot-grünen Irgendwas wärs ihnen zu wünschen. Aber ehrlicherweise glaube ich dass nicht mal die Steinmetze den Guttenberg retten könnten. Obwohls nicht das erste Mal wäre dass die einen Guttenberg in die Höhe bringen...

29.08.2010

Invasionen

Ahja. Also jene Bundeswehr welche gerade zusammengekürzt wird dass sie bald die BRD (und da es nachwievor die Bundesrepublik Deutschland ist ist BRD eine korrekte Abkürzung) nicht mal mehr vor einer Invasion der Xe verteidigen kann (nein, nicht irgendeiner bizarren ausserirdischen Rasse; sondern eine dieser bizarren PMCs blackwaterscher Provenienz) plant offenbar noch immer für den ernstesten aller Ernstfälle.

Den Einmarsch der Sowjets nämlich. Man möchte nämlich wie damals die F-104 und danach lange Zeit die Klappdrachen nachwievor letztere für den Nuklearwaffeneinsatz vorhalten. Die originalen NATO-Nachbarn der BRD, Belgien und die Niederlande, haben damit schon vor ein paar Jahren aufgehört - keine (amerikanischen, eigene hatten sie ja logischerweise nie) Nukes mehr auf den Vipern.

Nicht nur dass die militärische Sinnhaftigkeit von taktischen Nukes gegen null geht (B/C-Waffen wärn da schon gescheiter, aber die paar Kanister Anthrax die die Army noch in Detrick rumstehen hat reichen nicht mal um ein Nest in Kansas auszuradieren, geschweige denn die Rote Armee), so ein Nuke-Einsatz würd nämlich auch auf deutschem Bundesgebiet stattfinden. Irgendwie schwer vorstellbar dass die Luftwaffe Brandenburg atombombt (gut, damals in der guten alten Zeit wärs durchaus wahrscheinlich gewesen, WaPa und so).

Und während man also streicht wie noch nie zuvor möcht die LW weiterhin ein Rudel Klappdrachen behalten, taktische Tiefflugeindringbomber (Penetration, wie mans so schön nennt) die in dieser Leistungsklasse nicht mal mehr die Air Force besitzt. Um einen Einmarsch der Roten Armee zu stoppen, also etwas was tatsächlich weniger wahrscheinlich ist als eine Invasion der Xe.

Nein, nicht eine dieser bizarren PMCs blackwaterscher Provenienz. Eine dieser bizarren ausserirdischen Rassen...

31.05.2010

Opfer des Pazifismus

Die Nachricht des Tages kommt aus Deutschland. Dort hat sich Bundespräsident Horst Köhler selbst abgesägt - nach einem Interview am Wochenende hat er unter Druck der Politik und des Boulevard den Hut genommen.

Nehmen wir mal an einer ist grad von hinterm Mond hervorgekommen und fragt sich was der gute Horstl denn gemacht hat? Die Reaktivierung der KZs gefordert? Eine Generalamnestie für Pädophile angeordnet?

Nein. Er hat etwas getan was man normalerweise von Politikern fordert was aber die Gesellschaft im Regelfall nicht aushält. Er hat die Wahrheit gesagt. Besser noch, er hat den Deutschen die Wahrheit in ihre verlogenen Hälse gestopft.

Da sagt der Köhler doch tatsächlich
"dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern"

und in Deutschland bricht daraufhin das Chaos aus. Während man in 100 Ländern auf dieser Welt schlicht sagen würd "Ja, eh!".
Was ist wenn die iranische Flotte mal gach die Strasse von Hormuz zumauert? Ohne den ganzen Sprudel wird der Ruhrpott nach ein paar Tagen stillstehen und die Menschen gehen auf die Strasse. Aber da drunten reinfahren, das sollen doch bitte die USAner machen.

Ich find nichts widerlicher als den kranken Pazifismus (der ja letztendlich eh net aus einer pazifistischen Grundeinstellung resultiert sonder schlicht aus Bequemlichkeit, und auch aus der Tatsache dass im Zweifelsfalle eh die USA da sind) der Europäer. Und wenn man sie dann draufstösst dass das nicht ganz funktionieren wird, wies eben der Horstl getan hat, sind alle ganz empört.

Schad dass es grade ihn erwischt hat - Köhler ist der einzige Politiker in Deutschland aktuell mit Format und wohl nach Weizsäcker der beste der je das Amt innehatte. Vielleicht aber hats gerade ihn gebraucht um den Deutschen den Spiegel vorzuhalten. Nach den schrecklichen Schröder/Fischer-Jahren war dies eh längst überfällig.

28.05.2010

Friedensdividende

Und während in Fernost der olle Kim schon mobil macht kommt man in Europa jetzt drauf wie teuer Militär ist.

Klar, nachdems die Griechen erwischt hat und jetzt die EU wieder bergeweise Geld nach sonstwo schickt kommt man auch in weit weniger abgefuckten Staaten ins Grübeln. Die Franzmänner scheinen momentan noch ihre Sinne beisammen zu haben, aber was man jetzt aus UK und Deutschland hört kann man wohl getrost als Hiobsbotschaft verbuchen.

Gut - bei den Briten ists nix neues. Da konnte man das letzte Jahr hindurch schon verfolgen wie sich die Planungen der Streitkräfte allmählich von jeglichem Sinn verabschieden und in die populistische Wirklichkeit begaben. Da wurden für bizarre Gelder irgendwelche Hubschrauber angeschafft (hah, die Geschichte mit den Chinooks... dafür sollte man Whitehall in eine geschlossene umwandeln) weils der Boulevard grad gefordert hat während auf der anderen Seite die Tornados und Harriers grad schneller ausser Dienst gestellt werden als du "taktische Jagdfliegerkomponente" sagen kannst. Aber am JSF festhalten...

Derweil will Guttenberg bei der Bundeswehr auch umgraben. Auch hier weniger aus militärischer Notwendigkeit sondern weils die Umfragen sagen: wenn 80% des Volkes verlangen dass beim Militär zu sparen ist dann hat man das gefälligst zu machen. Dass die BW schon jetzt eine Panzerbrigade nicht am Durchqueren des Staatsgebietes hindern könnte ist eh kein Geheimnis. Wo man da noch den Rotstift ansetzen will erschliesst sich mir nicht ganz. Wahrscheinlich zieht man, powered by another survey, den Stecker beim A'Stan-Einsatz - was sich ja bei den Briten auch schon abzeichnet.

Politisch ist das eine Bankrotterklärung. Einfluss auf der Welt kann man dann keinen mehr ausüben - gut, das ist eh nie das Ziel der EU gewesen, man handelt schliesslich mit jedem Dritte-Welt-Diktator. Ein Militär welches dazu da wäre den Typ zu stürzen wäre da nur störend.

Da darf es auch keinen verwundern wenn die Nordkoreas und Irans dieser Welt machen was sie wollen. Die Russen und die ChiComms werden schon aus Gewohnheit nix dagegen unternehmen, die USA ist eh overstretched um noch was dagegen zu machen, und wir ziehens ja lieber vor meinungsumfragengerecht das Budget von den Streitkräften zur Pension umzuschichten.

"Hier fliegt ihre Pension", wie da jemand vor einiger Zeit mal so passend plakatierte. Vielleicht sollt man das umschreiben und in Zukunft auf alle Kontoauszüge "Hier liegt ihre Landesverteidigung" draufschreiben...

(Sagenhaft - ich kann kein "Hier fliegt ihre Pension"-Bild auftreiben...)

24.03.2010

New York, New York

Jetzt ists bald 65 Jahr her, aber vieles von dem was deutsche Wissenschaftler damals so getrieben haben liegt noch immer im dunkeln. Da sind zum einen natürlich die Alliierten höchstselbst dran schuld - vieles von dem exotischeren Zeugs hat man ja auf recht dunklen Wegen weggeschafft und für eigene Zwecke verwendet. Wer weiss etwa heut noch dass die Soviets damals das OKB-1 aufgestellt haben, besetzt von deutschen Kriegs... err, Anhängern des Kommunismus geführt von Walter Baade. Oder dass der Typ der in den 60ern für die Air Force jene Löcher entworfen hat in denen noch heut die Minutenmänner drinstehen vormals für die Nazis jene U-Verlagerungen erfunden hat die alle nach Minerialen benannt wurden.

Da sind zum anderen, wenn wir eben von diesen Minerialien sprechen, auch die Regierungen hierzulande dran schuld. Hierzulande beschränkt man sich ja darauf Mauthausen als Schrein zu erhalten aber die ganzen anderen Leichen (leider allzu wörtlich...) die man sonst im Keller (oder im Stollen, for that matter) liegen hat versteckt man in irgendwelchen Archiven. Darum ranken sich noch heut diverse Legenden um alles was sich so in Peenemünde, Ohrdruf, im Mittelwerk oder hierzulande in Ebensee oder Loosdorf abgespielt hat.

Immerhin sind diese Legenden, allem voran natürlich die Amerika-Rakete (also dieses zweistufige A9/A10-Monster welches nie über eine handvoll A-4 (lol...) Seiten hinaus gekommen ist) (brr... von deutlich abartigerem, in rechten Kreisen verbreiteten, Schmarrn wie den Reichsflugscheiben gar nicht zu reden - auch wenn tatsächlich die Entwicklung/Konstruktion eines scheibenförmigen Flugzeuges zugange war), so verbreitet dass sie unlängst (inklusive diverser Bastlerein bei Blohm und Voss) auch beim stellvertretenden Verteidigungsminister Bill Lynn als Schreckgespenst aufgetaucht sind.

Aber irgendwie passt ja das eh - wie sich die Zeiten so gleichen. Damals wurde halt die Amerika-Rakete die New York vernichten sollte in irgendeinem Loch am Traunsee entwickelt. Heute passiert das selbe in irgendeinem Loch in den Bergen des Irans. Aber in beiden Fällen ist eines gleich: Man ist noch ein gutes Jahrzehnt entfernt (gewesen).

12.12.2009

Überschallschnelle Eigentore

Kaum zu glauben. Nach gefühlten 20 Jahren Verspätung hat EADS/Airbus gestern doch tatsächlich die A400M in die Luft gebracht.

Das berühmte Eigentor aus dem aufgelegtem Elfer kommt mir hier in den Sinn. Airbus hätte die Möglichkeit gehabt ein Modell zu schaffen welche die Lücke zwischen der Herky-Familie und der unendlich teuren C-17 zu schliessen. Normalerweise hätt man ihnen die Dinger aus den Händen gerissen - heck, selbst die Air Force höchst selbst ist an dem Ding interessiert. Man hätt bergeweise Geld verdienen können, aber jetzt wird man wohl froh sein wenn man den Verlust relativ gering hält. Denn Gewinn gibts keinen mehr. Bei der Menge die man bis jetzt ins Projekt geblasen hat kann man bei 180 Stück (wenn denn überhaupt) nie positiv bilanzieren.

Hier ist der Witz ja dass sich Airbus den Verlust den sie machen über die EADS ohnehin von den Eignern zurückholt. Also Deutschland und Frankreich. Ein klares Foul würd ich mal sagen. Insoferne ists für die Luftwaffe komplett wurscht wieviel in dem bodenlosen Loch noch verschwindet - letzlich zahlts entweder das BMVg oder das Wirtschaftsministerium.

Die Situation ist ja nicht unähnlich der beim A380 dem ich vor Jahren (als er noch A3XX hiess) schon prophezeit habe ein Fehlschlag zu werden. Hier hat Airbus im Laufe der Jahre einen beträchtlichen zweistelligen Eurobetrag (mit neun Nullen dahinter!) hineingeblasen den sie nie wieder sehen werden. Der Markt kann soviele der Vögel gar nicht ertragen um positiv zu bilanzieren. Aber es scheint ohnehin mehr ein Geschäft a la Real Madrid zu sein wo man auch mit Millionen um sich wirft um einen ferrarifahrenden Portugiesen und einen überschätzten Brasilianer zu holen. Der PR wegen, und um sein eigenes Ego zu stärken. Denn man sollte schon so ehrlich sein: Irgendwas wird man sich in Renton schon gedacht haben als man einen ähnlich gigantischen Vogel nie gebaut hat. Oder eine SST. Wir in Europa hatten ja stattdessen eine Concorde. An der hat auch nie jemand was verdient - aber gut fürs europäische Ego war sie allemal...

28.11.2009

Kollateralschäden

(Achtung, Deja vu.)

So hat sich also herausgestellt dass jener Luftangriff tatsächlich Kollateralschäden erzeugt hat. Und zwar nicht jene der Marke "Wos interessiern mi hundert tote Blossfussige?" sondern der Marke "Kleineres politisches Erdbeben".

In Deutschland hats jetzt also sowohl den Minister, als auch den GTI und eine handvoll anderer Beamte erwischt. Das bizarre daran ist ja dass dies nicht wegen der Bomberei selbst geschehen ist (was uns wieder mal den Beweis liefert wie wenig 100 Tote Afghanen irgendwenn kümmern) sondern weil man damit nicht umgehen konnte (was uns wieder mal den Beweis liefert dass die Meinungsmache wichtiger als jede Substanz ist).

Es ist also komplett irrelevant wieviel BS fabriziert wird solange mans nur "korrekt" handhabt. Ja, das lieb ich an der Welt...

Kurios aber wie lange so was anhält. Wenns aktuell ist hörst ja täglich dass keiner an Rücktritt denkt (wie überhaupt sowieso jeder schuldlos ist, von irgendwelchen Bauernopfern mal abgesehen), aber jetzt, zwei Monat später gab dann doch noch Kollateralschäden, 5000 Meilen vom point of impact entfernt.

Und irgendwo wird jetzt der Jung mit seiner Gitarre sitzen und leise singen: "So far away but I can feel the debris..."

27.09.2009

Interessant, noch mal interessant und abermals interessant

Meine politische Ausrichtung sollte hinlänglich bekannt sein. Daher kann ich mich über das Debakel der SPÖ diese und letzte Woche richtig freuen. Schön das der dumme Krone-Populismus in diesem Land richtig abgestraft wird.

Einerseits.

Andererseits ist das aufkommen der Rechten natürlich bedenklich - es gibt wahrlich schon genug Kommentare dazu daher spar ich mir weitere Ausführungen.

Was allerdings Debakel betrifft lohnt es sich heute auch den Sprung über die Grenze zu machen. Nach dem fehlgeschlagenem Experiment Rot-Grün und der GroKo die, wie halt bei uns auch, alles macht nur keine Ergebnisse, siehts es dort so aus als würde die Rückkehr zu einem System welches die Deutschen erfolgreich durch das Ende des kalten Krieges und das anbeginnende neue Zeitalter gebracht haben bevorstehen.

Das ist vieles:

Erstaunlich, weil Deutschland scheinbar das einzige Land ist in dem eine Mitte/Rechts-Regierung nicht nur akzeptiert wird sondern auch ansehnliche Ergebnisse produziert.

Erleichternd, weil nach Lafontaines Siegeszug mit seiner neuen Linken Deutschland Gefahr lief in ein linkes Loch zu fallen (Stichwort Rot/Rot/Grün) gegen welches die DDR als liberal gelten kann.

Interessant, weil es abzuwarten bleibt wie Westerwelle die an der Spitze der Partei in die Regierung geht, so ganz ohne Gerhardt; das ist schliesslich keine Opposition.

Bedrückend, weil die SPD, durch Lafontaine von den linken Hardcore-Themen entlastet, in der letzten Zeit erstaunlich vernünftige Töne angeschlagen hat und im Gegensatz zur europäischen Sozialdemokratie (Briten und Österreicher z.B.) fast schon Ansätze einer Zentrumspartei hatte.

Noch mal interessant, weil die linke gerne als Bremser in vielen aussen- und verteidigungspolitischen Themen fungiert hatte, Afghanistan z.B. Ob Schwarz-Gelb hier den USA entgegenkommt wird sich zeigen, und auch ob das Deutschland verkraftet.

Abermals interessant, weil sich wohl recht schnell zeigen wird wieviel die Wahlpropaganda der Union tatsächlich wert ist gerade da Steinbrück und Guttenberg in den letzten Tagen schon ganz andere Dinge gesagt haben. (Übrigens würd ich den Guttenberg gerne als Kanzler sehen, aber das wirds wohl nicht spielen.)

Und schliesslich positiv, weil sich, gerade zu dem Zeitpunkt an dem Obamas Aussenpolitik am Zusammenstürzen ist, mit Anbiederungen an Iran und Russland, in Europa vielleicht eine deutlich härtere Front formen könnte.
Und gerade der Punkt ist, nach Jahren Schröders und seinen lupenreinen Demokraten, vielleicht der wichtigste. Die linke kann von mir aus links sein, aber sie sollte die aussenpolitischen Realitäten nicht zugunsten irgendeiner Ideologie verleugnen.

08.09.2009

Kollateralschäden

Mann muss sich in Berlin aktuell ein bisschen verarscht vorkommen. Da bombt man mal ein paar Zivilisten weg, und wer steht in der ersten Reihe der Meckerer. Ganz recht, die USA. Nicht nur dass die Air Force den Luftschlag eigentlich durchgeführt hat, nein man hat in jetzt bald 8 Jahren in A-Stan und dem Iraq so einen geilen Track Record im Wegbomben, -schiessen und -brennen von Zivilisten dass man eigentlich ganz schnell still sein sollte.

Wenns dazu aus dem Pentagon oder McChrystals Büro heisst "die Deutschen sind nicht ausreichend ausgebildet" lockt mir das ein herzhaftes Lachen hervor.

Klar, für McChrsytal (den Abrams von Afghanistan, quasi) ists natürlich blöd. Von Obama dafür eingesetzt endlich mit den Kollateralschäden aufzuhören hat er der Air Force (mehr noch eigentlich den FAOs die die Anforderung stellen) Berge von Restriktionen aufgedrückt was Luftschläge betrifft. Und prompt produziert die Bundeswehr (die ja, soweit muss man ihm schon recht geben, recht wenig Erfahrung mit so was hat) den nächsten Zwischenfall.

Bizarr mutet auch an das man in Deutschland schon die Gerichte einschaltet. Ja, da sind die linken Spinner in ihren Avantgarde-Wohnzimmern schnell zu haben wenns darum geht dem Militär eins auszuwischen. Wenn ich als Soldat im Auslandseinsatz aber ständig den schmalen Grat gehen muss zwischen getötet zu werden (der Taliban wegen) und eingesperrt zu werden (der Linken wegen) würd ich mir in Zukunft genau überlegen ob ich mich für solche Aktionen noch zur Verfügung stelle. Insoferne könnten vielleicht die grösseren Kollateralschäden dieser ganzen Causa bei der Bundeswehr selbst auftauchen.

06.09.2009

Stand by

Angenommen du gehst auf der Mariahilferstrasse (oder der Landstrasse, oder dem Mirabellplatz, oder wie auch immer das in deiner Stadt heisst), deinen (teuren) Einkauf in der Tüte, und irgend so ein asozialer Wichser reisst dir im Vorbeilaufen die Tasche, mit den Klunkern für deine Alte von mir aus, aus der Hand.

Was also tun?

Seit neuestem bietet sich die Bundeswehr-Methode an. In weiser Voraussicht hast du nämlich deine LAW mitgenommen (doch, die wär zuweilen beim Einkaufen ganz hilfreich). Kurz auseinandergezogen, das Visier aufgeklappt, den Abzug gedrückt und der böse Bube ist erledigt.

Genauso wie dein Einkauf, und ein dutzend innocent bystanders. Darum schiesst man in der Fussgängerzone nicht einfach um sich.

In A-Stan ist das freilich anders. Dort fordert die Bundeswehr einen ganzen Air Strike (wohl durch die USAF) an um ein paar Banditen am Stehlen von zwei Tanklastzügen zu hindern. Ich mein, es hat zumindest funktioniert. Abgesehen von der Sache mit dem Einkauf und den Bystanders.

Darum werd ich auch nicht müde darauf hinzuweisen dass man sich in Berlin, Mons, Washington und sonstwo vom Gedanken abwenden soll alles nur mehr aus der Luft erledigen zu lassen und die Heere zu einer Robin-Hood-in-Strumpfhosen-Parodie einer Streitmacht verkommen zu lassen. Stattdessen sollte man den Bodenstreitkräften ausreichend Ausbildung und Gerät geben solche Dinge selbst zu handeln, mit der G36 im Anschlag 50 Meter hinter dem Lastwagen, gedeckt vom Richtschützen des Pumas mit seiner MK. Und nicht vom ACES II in 10.000 Höhe durch die Kamera vom Litening-Pod.

Denn mittlerweile kommts mir so vor als wären die Bodeneinheiten immer mehr die Bystander. Standing by eben, darauf warten bis man das Ziel mit JDAMs und WCMDs eindeckt.

04.09.2009

Osthansa

Quasi als weitere Verlängerung zur Weltkriegsthematik hat ja diese Woche etwas seinen Abschluss gefunden was an die Geschehnisse im 38er Jahr erinnert.

Ich rede hier vom "Anschluss" der Austrian an die Lufthansa. Die Lufthansa erweisst sich in punkto Annexion hier als deutlich fähiger als der olle Adolf damals - gehört doch seit der traurigen Geschichte um die Swiss (in erster Inkarnation) die Swiss (die zweite Inkarnation) auch den Deutschen. Fast wie der alte Neckermann-Witz. Wo Hitler nicht hinkam...

Nachdem man ja erfolgreich die österreichischen Fluglinien Nr. 2 und 3 (Lauda und Tyrolean) bereits in den Politkoloss integriert hatte (wobei ich lieber nicht wissen möchte wieviel vom Kaufpreis aus Steuergeldern kommt) steht Österreich jetzt, den Nasen im BMVIT sei Dank, ohne eine einzige Airline da. (So Regionalspässe wie die Styria stehen ohnehin mit einem Fuss vor dem Konkursrichter - die ignorier ich nicht mal.)

Der Bau der dritten Runway zu Schwechat ist jetzt wahrscheinlich auch für die Fisch - kombiniert mit der Wirtschaftskrise werden die Kürzungen seitens der Lufthansa schon dafür sorgen dass die Auslastung zurückgeht. Zumindest den Anrainern wirds gefallen. (Wobei es eh einiges über die Destinationspolitik bei der Austrian aussagt wenn die meisten Zubringer nach Frankfurt, immerhin einer der drei Main Hubs Europa, noch dazu deutlich näher als CDG und Heathrow, schon seit Jahr und Tag von der Lufthansa bedient werden. Zubringer von den Bundesländerflughäfen nämlich, die die Austrian bis jetzt nicht mal ignoriert hat.)

Die Parallelen zum ersten Anschluss finden sich etwa in der Ausgangssituation. Beim ersten mal wars die Meister-Diktatur die ihren lächerlichen Nachahmer (Austro-Faschismus, WTF?) verräumt hat. So wie Schuschnigg damals mehr schlecht als recht versucht hat Hitler zu kopieren hat auch die Austrian versucht eine Lufthansa zu kopieren. Was natürlich nicht funktionieren kann - eine Lufthansa kann leicht jeden Flughafen von LAX bis Incheon anfliegen, warum aber eine Austrian nach Narita fliegt aber keine anständigen Verbindungen innerhalb von Europa zusammenbringt lässt sich wohl nur durch die Kombination Grössenwahn und Geldmangel erklären; beides ja österreichische Eigenschaften.

Und so wie 38 hat man sich nicht mal gewehrt. Da hat man mit den Fahnln gewachelt und auf den Onkel Hitler gewartet anstatt ihm das Bundesheer vor die Nase zu stellen, sieht sich aber bis heute als Opfer. Auch die Lufthansa wurde mit offenen Armen empfangen, wohl wissend dass man sich als kleines Rädchen in einen mächtigen Apparat einfügen muss. Auch dabei sieht man sich als Opfer - seitens der Politik schwimmt dabei immer der Unterton der feindlichen Übernahme eines funktionierenden Gebildes mit. Dass man den Verein jedoch so jenseits jeder geschäftmännischen Logik (also zumindest jene Logik die in den Fluggesellschaften herrscht die schon lange nix mehr mit ihrem Heimatland zu tun haben, auch wenn sie sich noch immer als Flag Carrier repräsentieren; seit den Crashes der Sabena und der Swiss im wesentlichen alle, alle bis auf die Austrian halt) in den Dreck gefahren hat dass man die Lufthansa auf Knien rutschend ums intervenieren bitten musste sagt man lieber nicht allzulaut.

Genau wie beim ersten Mal hat man auch jetzt reichlich wenig Ahnung was eigentlich die Zukunft bringt. Es war aber beim ersten Mal vorhersehbar, und das ist es auch diesmal. Den wer glaubt eine Lufthansa wird auf die politischen Befindlichkeiten hierzulande Rücksicht nehmen, der hat damals wohl auch geglaubt mim Onkel Hitler gibts nur Friede, Freude und Eierkuchen.

Und wer weiss, vielleicht gehts uns noch wie damals und selbst der Name wird neu.

09.07.2009

Ausgezeichnet

(Siehe dazu auch hier.)

Genau, da war ja diese Woche noch die Sache mit der Wiederauferstehung des eisernen Kreuz. Gut, dem goldenen Kreuz von mir aus.

Langsam mahlen die Mühlen in Deutschland, fast 20 Jahre nach Ende des kalten Krieges (in dem die Verleihung irgendwelcher Medaillen reichlich sinnlos gewesen wäre weil man sie unter sowjetischer Besatzung eh nicht tragen konnte - oder im postapokalyptischen atomzerbombten Deutschland ohnehin keiner mehr übrig war der sie hätte tragen können) hat mans dann doch geschafft etwas einzuführen was sich die Soldaten ans Revers heften können wenn sie anderen den Arsch retten.

Zugegeben, so stylisch wie eine MoH ist das natürlich nicht - auch die Annehmlichkeiten die man als MoH-Träger hat (sofern man denn überhaupt als lebender Mensch in den Genuss kommt die MoH zu bekommen - das hat die MoH so an sich dass man sie sich meistens mit dem Tod verdient) kriegt man in Deutschland natürlich auch nicht.

Aber es ist ein Fortschritt (auch wenn das eiserne, pardon, goldene Kreuz natürlich Assoziationen weckt die man vielleicht hätte vermeiden können) dass man sich dazu durchgerungen hat Soldaten zu ehren die mehr tun als ihren Sold kassieren - vor allem wo man seit bald einem Jahrzehnt ständig Leute in Gegenden schickt in denen sie ihr Leben riskieren.

Seit dem Jahr 1960 macht Österreich das ja auch - Leute in Gegenden schicken wo das Risiko recht hoch ist die Rübe vom Hals geschossen zu bekommen. Und das ist ja auch schon passiert.

Aber im Bundesheer, wenn du nicht entweder wirklich umgeschossen wirst oder noch WWII-Veteran bis, hast nicht viel Auswahl was Auszeichnungen betrifft. Also vom Befreiungsehrenzeichen und der Verwundetenmedaille abgesehen gibts noch die Wehrdienstmedaille
"(1) Die Wehrdienstmedaille in Bronze ist an Personen zu verleihen, die den Grundwehrdienst gemäß § 28 Abs. 1 oder 3 des Wehrgesetzes 1978 vollständig geleistet haben.
(2) Die Wehrdienstmedaille in Silber ist an Personen zu verleihen, die
1. nach dem Grundwehrdienst in der Dauer von sechs Monaten Truppenübungen oder Kaderübungen im Gesamtausmaß von 30 Tagen
oder
2. nach dem Grundwehrdienst in der Dauer von acht Monaten eine Kaderübung geleistet haben.
(3) Die Wehrdienstmedaille in Gold ist an Personen zu verleihen, die
1. nach dem Grundwehrdienst in der Dauer von sechs Monaten Truppenübungen oder Kaderübungen im Gesamtausmaß von 60 Tagen
oder
2. nach dem Grundwehrdienst in der Dauer von acht Monaten Kaderübungen im Gesamtausmaß von 30 Tagen geleistet haben."
das Wehrdienstzeichen
"(1) Das Wehrdienstzeichen ist an Personen zu verleihen, die Wehrdienstleistungen
1. im Dienstverhältnis als Berufsoffizier,
2. als zur Ausübung einer Unteroffiziersfunktion herangezogener Beamter oder Vertragsbediensteter (§ 11 des Wehrgesetzes 1978),
3. als Militärpilot auf Zeit (§12 des Wehrgesetzes 1978),
4. im Wehrdienst als Zeitsoldat (§ 32 des Wehrgesetzes 1978),
5. im Präsenzdienst nach dem Bundesgesetz über die Entsendung von Angehörigen des Bundesheeres zur Hilfeleistung in das Ausland, BGBl. Nr. 233/1965,
6. im Dienstverhältnis als zeitverpflichteter Soldat (§ 10 des Wehrgesetzes 1978 in der Fassung der Kundmachung BGBl. Nr. 150),
7. in einer Verwendung in Offiziersfunktion (§ 12 des Wehrgesetzes 1978 in der Fassung der Kundmachung BGBl. Nr. 150),
8. im freiwillig verlängerten Grundwehrdienst (§ 32 des Wehrgesetzes 1978 in der Fassung der Kundmachung BGBl. Nr. 150),
9. in freiwilligen Waffenübungen oder Funktionsdiensten (§ 30 des Wehrgesetzes 1978),
10. in Truppenübungen oder
11. in Kaderübungen
erbracht haben.

(2) Personen, die Wehrdienstleistungen nach Abs. 1 erbracht haben, ist
1. das Wehrdienstzeichen 3. Klasse für Dienstleistungen im Gesamtausmaß von fünf Jahren,
2. das Wehrdienstzeichen 2. Klasse für Dienstleistungen im Gesamtausmaß von 15 Jahren
und
3. das Wehrdienstzeichen 1. Klasse für Dienstleistungen im Gesamtausmaß von 25 Jahren
zu verleihen."
und das Militärverdienstzeichen
"Das Militär-Verdienstzeichen kann Personen verliehen werden, die sich durch hervorragende Leistungen auf militärischem oder zivilem Gebiet um die militärische Landesverteidigung besonders verdient gemacht haben."
Also von unseren drei (Drei!) massgeblichen militärischen Auszeichnungen ist eine eine Alterserscheinung, die zweite für Milizionäre/Reservisten vorgesehen und - wenig verwunderlich - die dritte gar nicht für Soldaten vorgesehen (das MVZ wurde tatsächlich noch nie einem aktiven Soldaten verliehen). Einen Vergleich mit anderen Ländern spar ich mir lieber...

Und um wieder auf das eiserne Kreuz zurückzukommen... vielleicht könnt man hierzulande ja den MMTO wieder reaktivieren.

09.03.2009

0,231222223626779

Unsere deutschen Nachbarn sind wieder mal am rumrechnen betreffend ihrer Typhoons - wieviel braucht man, wieviel will man.

Ich stell die andere Frage: Wieviele sollte man haben?

Die Vereinigten Staaten haben 3.201 Kampfflugzeuge. (Sämtliche Hubschrauber ausgenommen als auch Spezialanwendungen.) Bei einem GDP von 13.844 Milliarden Dollar ergibt das 0,23 Flugzeuge pro Milliarde.

Schauen wir uns mal an was das - von diesen 0,23 zurückgerechnet - für andere Länder bedeuten würde, wieviele Flugzeuge diese also haben müssten um eine den USA - entsprechend verkleinerte - Luftkriegskapazität zu haben.
  1. Japan 1.014 (Ist 317)
  2. Deutschland 768 (Ist 277)
  3. China 752 (Ist 2.327)
  4. Grossbritannien 641 (Ist 272)
  5. Frankreich 592 (Ist 409)
  6. Italien 487 (Ist 194)
  7. Spanien 333 (Ist 143)
  8. Kanada 331 (Ist 72)
  9. Brasilien 304 (Ist 183)
  10. Russland 298 (Ist 1.919)
  11. Indien 254 (Ist 762)
  12. Australien 210 (Ist 76)
  13. Schweiz 98 (Ist 84)
  14. Österreich 86 (Ist 9)
  15. Tschechien 41 (Ist 35)
  16. Israel 37 (Ist 422)
  17. Ungarn 32 (Ist 22)
Also, liebe deutsche: Anstatt rumzujammern dass man sich 200 Typhoons nicht leisten kann sollt man vielleicht lieber die Fertigung auf sechs Maschinen im Monat rauffahren...

(Nur vier Nationen können die USA in dieser Wertung überbieten - und alle vier gewaltig! China und Indien um etwa das dreifache, Russland um das sechsfache und Israel um mehr als das elffache. Am unteren Ende Kanada und wir...)

11.01.2009

What if?

Wie hätte ein follow-on für die Perrys aussehen können?
Die fiktive McCloy-Klasse aus "The Last War", entworfen von Mischa Campen
Oder, wenn wir schon dabei sind...
Die fiktive Schwarzwald-Klasse aus "The Last War", entworfen von Martin Conrads und Mischa Campen.

09.01.2009

Raw numbers

Nur mal so als kleiner heads-up, die surface combatants der wichtigen Marinen der Welt (Jane's Fighting Ships 2007-2008):

United States Navy:
22 Lenkwaffenkreuzer (Bunker Hill-Klasse), 52 Lenkwaffenzerstörer (Arleigh Burke-Klasse, Mahan-Klasse, Oscar Austin-Klasse), 30 Fregatten (Oliver Hazard Perry-Klasse, McInerney-Klasse) => 104 Surface Combatants

People's Liberation Army Navy:
28 Zerstörer in 8 Klassen, 47 Fregatten in 6 Klassen => 75 Surface Combatants

Japanese Maritime Self-Defence Force:
9 Lenkwaffenzerstörer (Atago-Klasse, Kongo-Klasse, Hatakaze-Klasse, Tachikaze-Klasse), 35 Zerstörer (Takanami-Klasse, Murasame-Klasse, Asagiri-Klasse, Hatsuyuki-Klasse, Shirane-Klasse, Harune-Klasse), 9 Fregatten (Abukuma-Klasse, Ishikari-Klasse, Yuubari-Klasse) => 53 Surface Combatants

Marine Nationale:
3 Lenkwaffenzerstörer (Cassard-Klasse, Suffren-Klasse), 9 Zerstörer (Georges Leygues-Klasse, Primauget-Klasse, Tourville-Klasse), 20 Fregatten (La Fayette-Klasse, D'Estienne D'Orves-Klasse, Floreal-Klasse) => 32 Surface Combatants

RVF:
1 Nukleargetriebener Lenkwaffenschlachtkreuzer (Kirov-Klasse), 4 Lenkwaffenkreuzer (Slava-Klasse, Kara-Klasse), 9 Lenkwaffenzerstörer (Kashin-Klasse, Sovremenny-Klasse), 9 Zerstörer (Udaloy-Klasse, Udaloy II-Klasse), 6 Fregatten (Krivak-Klasse, Neustrashimy-Klasse, Gepard-Klasse) => 29 Surface Combatants

Taiwan:
4 Lenkwaffenzerstörer (Kidd-Klasse), 8 Lenkwaffenfregatten (Cheng Kung-Klasse), 14 Fregatten (La Fayette-Klasse, Knox-Klasse) => 26 Surface Combatants

Royal Navy:
8 Lenkwaffenzerstörer (Exeter-Klasse, Manchester-Klasse), 17 Lenkwaffenfregatten (Cornwall-Klasse, Norfolk-Klasse) => 25 Surface Combatants

Royal Indian Navy:
3 Lenkwaffenzerstörer (Delhi-Klasse), 5 Zerstörer (Rajput-Klasse), 3 Lenkwaffenfregatten (Talwar-Klasse), 10 Fregatten (Godavari-Klasse, Brahmaputra-Klasse, Nilgiri-Klasse) => 21 Surface Combatants

Türk Deniz Kuvvetleri:
8 Lenkwaffenfregatten (Oliver Hazard Perry-Klasse), 10 Fregatten (Yavuz-Klasse, Barbaros-Klasse, Knox-Klasse) => 18 Surface Combatants

Royal Canadian Navy:
3 Lenkwaffenzerstörer (Iroquois-Klasse), 12 Fregatten (Halifax-Klasse) => 15 Surface Combatants

Bundesmarine:
7 Lenkwaffenfregatten (Brandenburg-Klasse, Sachsen-Klasse), 8 Fregatten (Bremen-Klasse) => 15 Surface Combatants

Marina Militare:
2 Lenkwaffenzerstörer (Animoso-Klasse), 12 Fregatten (Maestrale-Klasse, Lupo-Klasse) => 14 Surface Combatants

Griechische Marine:
14 Fregatten (Hydra-Klasse, Kortenaer-Klasse) => 14 Surface Combatants

Armada Espanola:
11 Lenkwaffenfregatten (Alvaro de Bazan-Klasse, Santa Maria-Klasse, Baleares-Klasse) => 11 Surface Combatants

Marinha do Brasil:
10 Fregatten (Broadsword-Klasse, Niteroi-Klasse, Garcia-Klasse) => 10 Surface Combatants

Bizarr wirds dann wenn man die Zahlen im Verhältnis zu den schützenden Capital Ships (Trägern/Phibs) setzt...