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31.03.2010

Photo-Phun (11)

Airbases ganz ohne Runways (na fast)...

Arnold AFB, TN, nach wie vor aktiv. Seit Ewigkeiten befinden sich hier die Oberforscher der Air Force auf ihrer Suche nach dem unsichtbaren, lichtschnellen, todesstrahlbewaffneten Flugzeug. Gesehen haben die die Dinger die sie erfunden haben dort nie - mangels irgendwelcher Einrichtungen dafür.

Vormals Wolters AAF, vormals Wolters AFB, war diese Basis in Texas früher mal einer der grössten Helikopterstützpunkte der USA. Während ihrer kurzen Zugehörigkeit zur Air Force hat man dort Techniker ausgebildet - ein jetgetriebenes Flugzeug ist hier nie gelandet. Mittlerweile ein Industriegebiet.

Francis E Warren AFB, WY, Heimat eines Minuteman-Wings, verfügt über keine Runway. Die paar Hueys die man zugewiesen hat und die zu den LCCs und Silos raus fliegen kann man von einem Tennisplatz auch starten. Dafür haben sie nen Golfplatz.

Ent AFB, CO, war, zwischen Mitchel und Cheyenne Mountain die Heimat von ADC - bevor man dann festgestellt hat dass sowjetische ICBMs, so inferior sie auch sein mochten, relativ wenig Problem haben würden die paar Fertigbetonteil-Gebäude wegzublasen. Man ist weggezogen und die Zivilisten haben das Gebiet zurückerobert. Diese Basis ist eine der vielen in Colorado die nie Flugzeuge gesehen haben - Schriever AFB oder Lowry AFB etwa.

Ehemals Ft. Ethan Allen, war hier auch kurz die Air Force eingezogen. Hier war sogar mal ein ganzes FIS stationiert - well, at least on paper. Die eigentlichen Flugoperationen wurden vom nahen Burlington IAP, VT durchgeführt. Echte Flugzeuge sind hier schon seit den 30ern keine mehr geflogen.

21.10.2009

Photo-Phun (10)

Das Original. DER Bunker. Cheyenne Mountain AFS in der Nähe von Colorado Springs (und in Sichtweite von Ft. Carson). Mitterweile ja in Caretaker-Status weil manche Sternenträger nicht soweit rausfahren wollen. Von Geheim und so ist man natürlich ewig weit weg - früher gabs ja auch Führungen, und selbst Matthew Broderick hat sich da drin rumgetrieben. Wahrscheinlich hat er BURGR gesucht.

Interessanterweise ist das genau das selbe wie oben. NORAD, nämlich. Die kanadische Version davon. Der Bunker, liebvoll The Hole genannt, liegt unter CFB North Bay und beherbergte lange Zeit das Hauptquartier der kanadischen Luftverteidigung. Da die Anlage vollständig in das Kommandosystem von NORAD eingebunden war konnte von hier aus aber auch die US-Luftverteidigung übernommen werden.

Im Gegensatz zu uns wo der Berg sowohl militärische als auch zivile Funktionen hat ("Regierungsbunker") hat man das in den USA getrennt. Bekannteste Einrichtung dieser zivilen Infrastruktur: Mount Weather in Virginia. Offiziell der FEMA unterstellt besteht diese Anlage, abgesehen vom ohenhin schon riesigen oberirdischen Areal aus einem komplett unterkellerten, atombombensicheren Hügel. Genug Platz für das Kabinett.

Aber wohin verschifft man den Kongress im Krisenfall? Na ins Luxushotel! Das Greenbrier Resort in West Virgina ist eines der bekanntesten 5-Sterne-Hotels der USA - überaus traditionsreich und seit kurzem im Konkurs. Und da man den Laden in den 50ern überaus grosszügig - und bombensicher - unterkellert hat bringt man dort den ganzen Kongress unter, komplett mit nachgebildeter grosser Halle des Kapitols.

Und bei uns? Na abgesehen vom Berg selbst gibts da noch den Vater des Berges, das ehemalige Objekt A+K, den ersten Kommandobunker. Mittlerweile in zivilem Besitz hat das Ding den gleichen Charme wie alle vergammelnden Anlagen aus der schlechten alten Zeit.

23.09.2009

Photo-Phun (9)

Im Norden Maines gelegen, nur einen Steinwurf von der kanadischen Grenze entfernt liegt die ehemalige SAC-Basis Presque Isle. Für ganze vier Monate im Jahre 1961 waren hier die ersten strategischen Waffen der USA stationiert (zumindest die ersten die so etwas ähnliches wie verwendbar waren. Die zwölf Launch Pads auf dieser Aufnahme beinhalteten während dieser Zeit die Hälfte des gesamten strategischen Flugkörperarsenales der Air Force in Gestalt der Northrop Snark, der ersten und einzigen ICM der Air Force. (Und südlich davon die sechs dazugehörigen Hangars.)

Marschflugkörper gabs auch anderswo. Jahrzehnte bevor die GLCM zum politischen Thema wurde hat die Air Force schon welche in Deutschland aufgestellt. Im Rheinland gabs, zwischen Airbases und Nike-Stellungen auch Startgelände für taktische nuklearbestückte Marschflugkörper MGM-1 Matador/MGM-13 Mace. Diese ehemalige Stellung findet sich direkt südlich der Bundesautobahn 6 bei Kaiserslautern.

Atomraketen waren damals in Europa recht weit verbreitet. Dort wo man heutzutage Urlaub macht konnte man damals zwischen den Baumwipfeln schon mal eine Mittelstreckenrakete sehen. Rund um Gioia del Colle in Kalabrien, Typhoon-Stützpunkt in spe, finden sich Startanlagen für Jupiter-MRBMs, also jenen Dingern die während der Kuba-Krise zu einiger Berühmtheit gelangt sind. Auch in der Osttürkei finden sich derartige Stellungen, hier hat aber die türkische Armee dafür gesorgt dass das wenige was noch über ist in militärischen Sperrgebieten liegt.

In anderen Gebieten sind Raketen fürwahr nichts ungewöhnliches, in North Dakota etwa. Aber zwischen all den vergrabenen Minutenmännern findet sich auch was anderes. Unweit des Örtchens Dresden (siagst, sogar da haben wir einen Deutschland-Bezug) befindet sich der Remote Launcher 2 für das Safeguard-System von Grand Forks. Die Silos für die 12 endoatmosphärischen Sprint-Interceptoren wurden natürlich schon vor Jahren zubetoniert.

Die Counties Ocean, Monmouth und Camden in New Jersey waren schon immer militärisch dominiert und auch heute gehören noch grosse Gebiete den Streitkräften. Im Norden unterhält die Navy ein Munitionsdepot und mitten drin findet sich McGuire AFB, Stützpunkt für C-17 und KC-10. Und eben dort, am Gelände von McGuire findet sich ein militärisches Sperrgebiet. Ein militärisches Sperrgebiet innerhalb eines militärischen Sperrgebietes, off-limits selbst für hochrangige Offiziere.
Was daran liegt dass auf diesem Gebiet der Geigerzähler noch immer so knattert wie eine KTM. Auf diesem ehemaligen BOMARC-Startgelände der Air Force hat eine explodierende Rakete einst dafür gesorgt dass der Plutoniumkern des Sprengkopfes über weite Teile der Anlage verteilt wurde.
(Passenderweise, um von einem Desaster zum anderen zu kommen, befindet sich die Anlage nur ein paar Kilometer von Lakehurst entfernt; wär nicht zum ersten Mal dass dort was in die Luft geflogen wäre.)

11.07.2009

Photo-Phun (8)

Einst legendäre Orte in die die Sowjets Spione einschleusen wollten, heut nur mehr irgendwelche Landmarks...

Der erste Ort unserer kleinen Reise liegt passenderweise in der unmittelbaren Umgebung von einigen Friedhöfen, darunter dem Long Island National Cemetery. Ja, wir sind in Long Island. Unmittelbar östlich von Farmingdale. Einigen mag bei diesem Ort schon die Erleuchtung gekommen sein - den anderen sei gesagt dass hier von 1935 bis 1939 die Hallen von Seversky und, nach dessen Umbenennung, von 1939 bis 1987 die Hallen von Republic (auch bekannt als Air Force Plant 12) zu finden waren. Das RE-Kürzel dass sich in vielen legendären Flugzeugen findet weisst darauf hin dass jene damals hier vom Band gelaufen sind. F-47, F-84, F-105, A-10... alles was donnert eben. Einen Donner den man hier, am Republic Airport, schon seit 20 Jahren nicht mehr hört.

Wer gut zu Fuss ist kann den Weg zu unserem nächsten Ziel auch per pedes zurücklegen. Einige Meilen östlich von Farmingdale findet sich eine Stadt namens Bethpage. Und denen welchen jetzt nicht das sprichwörtliche Licht aufgeht sei gesagt dass sich der Name von LeRoy Grumman mit Bethpage verbindet - genau diesem LeRoy Grumman. Hier ist nahezu alles was jemals von einem Träger der US Navy geflogen ist vom Band gelaufen - ausgenommen von den letzten Hochleistungsentwürfen. 1992 wurde der Laden dichtgemacht und die verblieben Hawkeye-Fertigung nach Florida ausgelagert. Von der Bahn ist ohnehin nicht mehr viel übrig. (Diese letzten Hochleistungsentwürfe, Turkey etwa, liefen in Calverton vom Band. Das ist zwar mittlerweile auch quasi tot, aber da es auch auf Long Island liegt, spar ich mir das. Die USA bestehen nicht nur aus Long Island.

Darum machen wir gleich einen weiten Sprung per Inlandsflug vom JFK nach Lindbergh International Airport, dem viel zu kleinen Stadtflughafen von San Diego. Dort nämlich, in unmittelbarer Nähe eines der grössten Stützpunkte der US Navy, hat 1935 Consolidated seine Zelte aufgeschlagen. Von 1943 bis 1961 gehörte das Werk zu Consolidated Vultee Aircraft, kurz Convair. (Aha!) Wie in keinem anderen Flugzeugwerk in den USA war man hier auf der Suche nach dem Ultimate Interceptor, und sollte ihn, in Gestalt der F-106, schliesslich auch finden. Convair, mit einem Flugzeug- und Raketenwerk einst grösster Arbeitgeber der Stadt, gibts mittlerweile nicht mehr - genauso wie einen grossen Teil des Flugzeugwerkes (auch das gesamte Raketenwerk (Geburtsort der Atlas, der ersten einsatzfähigen ICBM der Welt), nördlich vom Flughafen gelegen, existiert nicht mehr). In einem Teil davon, am Interstate 5 hat sich mittlerweile die US Navy eingenistet - oh, und die Space Launch Alliance. (Dieses Werk konnte ich übrigens auch schon am Boden besuchen, nicht bloss per Google Earth-Satellitenbild.)

In California gefällts mir, da bleiben wir. Wir fahren auf dem erwähnten Interstate 5 nach Norden wo wir nach nicht ganz zwei Stunden auf den Highway 22 fahren um im Mekka der amerikanischen Luftfahrtindustrie anzukommen. Wir steigen in El Segundo aus, wo uns ein grimmiger Wachsoldat der Air Force daran erinnert dass wir hier auf militärischem Gelände sind. Los Angeles AFB, eine jener Basen die den Aviation Enthusiasts nicht sofort ein Begriff ist weil sie AFSPC gehört. Vorher aber da war hier ein ganzes Konglomerat zu finden. North American etwa. Das was früher mal Mines Field und damit der Werksflughafen von NAA war ist heute nämlich LAX. Die ehemaligen Hallen, in denen legendäre Flugzeuge wie die F-51, F-86 oder F-100 vom Band gelaufen sind, gehören mittlerweile eben der Air Force.

Und jetzt? Nicht nocheinmal Kalifornien. Also begeben wir uns ins Herz von Amerika. Das ehemalige Werk von Willow Run, etwa 40 Kilometer westlich von Detroit (und damit in Michigan) hat eine sehr bewegte Geschichte...
Es war im Besitz von Ford, Kaiser und General Motors - und gefertigt wurde hier alles, wirklich alles. B-24 (für Consolidated) und C-119 (für Fairchild) - am Flugzeugsektor. Ansonst hat man hier Jeeps gebaut, und M16 (die Gewehre) und M61 (die Vulcans) und - ganz zuletzt, Getriebe. Die Getriebe übrigens für GM, denen gehört das Werk nämlich aktuell... Hehe... vielleicht hätte man doch weiter Flugzeuge bauen sollen.

08.06.2009

Photo-Phun (7)

Unlängst bin ich beim Durchstieren des Blogs draufgekommen das einige sehr alte Einträge noch kommentiert worden sind. Ich hab jetzt mittlerweile die Benachrichtigung bei Kommentaren aktiviert damit ich sowas zukünftig nicht verpasse.

Ich möchte hier aber (wie gefordert) ein bisschen an DAS anschliessen, inzwischen retroaktiv zu Photo-Phun (1) geworden. (Übrigens habe ich in dem Eintrag, wo möglich, auch neue Aufnahmen von GE reingestellt.)

An und für sich war die damalige Aufzählung eh recht vollständig - zumindest was Antennen betrifft - aber ein paar Orte mehr gibts in Österreich noch bei denen ein Besuch lohnenswert ist. (Via GE, ansonsten vielleicht nicht, gelbe Schüdl und so...)

Mitten im nirgendwo des Marchfeldes befindet sich ein mittlerweile leerstehendes Gebäude welches aktuell etwa den selben Charme ausstrahlt wie der Crystal Lake-Bunker in Terminator 3. Und wer hätte gedacht dass damals im Jahre Schnee der Verein der heut in der Schnirchgasse in seiner Trutzburg von der Autobahn her kaum übersehbar ist in der Hütte begonnen hat. Das ist die Flugsicherungsanlage Rutzendorf, der Beginn der zivilen Luftüberwachung in diesem Land.

Technisch gesehen ist diese Anlage eigentlich nicht in Österreich - sie ist nicht ganz zwei Kilometer von österreichischem Territorium entfernt. Aber für viele Angehörige der Luftstreitkräfte des Bundesheeres wurde sie über die Jahre hinweg so vertraut dass man sie schon zur "Familie" zählte. Ist natürlich seit Jahren inaktiv, und wurde in den letzten Jahren auch noch um die verbliebene Infrastruktur bereinigt an der man hätte ihre Verwendung ableiten können. Die ehemalige SA-3-Startanlage am Thebner Kogel. Manche Angehörige der Lubi-Kompanie in Lale kannten selbst das dortige Dienstpersonal bei ihren Vornamen, so oft wie man die Anlage fotografiert hat. Und die Herren von der Luftüberwachung hatten jedesmal wieder ihre Freude wenn man dort "drüben" die Jammer hochgefahren hat und das Tipsy am Stiftsbunker nur mehr Strobes angezeigt hat.

Angesichts dem was die Politik mit der Landesverteidigung aufgeführt hat mutet es jedesmal bizarr an wenn man den Blick in eine Zeit zurück wirft in der in Österreich Rüstungsgüter vom Band gerollt sind die das damalige technologische Equivalent einer F-22 waren. Me-109 in Markersdorf, Königstiger in St. Valentin oder He-162 in Gusen.
Und dann natürlich noch jene Aggregate Peenemünder Provinienz die man gern in Richtung London lobbte. Die wurden zwar nicht bei uns gebaut (das kam dann nicht mehr zustande) aber zumindest hier gelagert. Auch wenn das Bild low-res genug ist um nichts zu erkennen, ist dies das einzige von drei V2-Heimatlagern auf österreichischem Territorium auf dem man zumindest ansatzweise noch die Überreste der Raketenlagerbaracken erkennt, wenn man weiss worauf man zu schauen hat. Das ist das Lager "Maria" südwestlich von Wiener Neustadt.

Auch wenns so aussieht als ob das das Queen-Maud-Land wäre, nein, wir sind hier noch in Österreich. Wenn auch an einem Eck welches in punkto Klima und Zugänglichkeit mit der Antarktis konkurrieren könnte. Hier am Dachsteinmassiv befindet sich eine Relaisstation für den VHF-Fliegerfunk des Bundesheeres. Eigentlich ein Anachronismus - eine Anlage für 60er-Jahre Flugfunk wird von einer 90er-Jahre Solaranlage betrieben.

Und dann gibts da natürlich noch den Jackpot - jenes Loch im Felsen in dem gerne Österreich-Reporter verschwinden. Little NORAD. Der Berg. Einsatzzentrale Basisraum. (Gerüchteweise gibts ja noch so ein Loch im Lande - da bin ich aber bis heute nicht dahinter gekommen.)

25.04.2009

Photo-Phun (6)

Diesmal in der Boden-Boden-Variante...

Mitten im nirgendwo nördlich von Wien finden sich die sagenumwobenen Überreste einer der einst längsten befestigten Runways der Welt. Ja, noch in Österreich. Warum die Luftwaffe damals diese gigantische Betonfläche gebaut hat weiss bis heute niemand, aber zumindest die Sowjets haben die Anlage bis 1955 ausgiebig benutzt. Unser Bundesheer hat es verabsäumt nach Deutsch Wagram einen Fliegerhorst hinzustellen, stattdessen wird hier heute Schotter abgebaut und Industriebetriebe hingepflanzt. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit bis von der Anlage nix mehr übrig bleibt.

Wie ernst man militärische Tradition nimmt zeigt dieses Beispiel sehr schön. Auf diesem sandigen Plätzchen im zweiten Wiener Gemeindebezirk stand dereinst die Wilhelm-Kaserne die man mit Stumpf und Stiel ausgerottet hat. So geht das Bundesheer mit sanierungsbedürftigen Einrichtungen um - schleifen bis aufs Fundament, und in 10 Jahren weiss kein Mensch mehr was hier mal stand. (Oder wie man beim Wiener Militärkommando gelegentlich zynisch scherzt: In Wien gibts nur zwei Arten von Kasernen, abrissreife und bereits abgerissene.)

Auch in anderen Ländern ists nicht viel anders - den Aussenbereich dieser SA-5-Startanlage "im nahen Ausland" hat sich die Natur schon vor Ewigkeiten zurückgeholt. Nur das gelegentlich vorbeikommende Mähwerk verhindert dass das Gras schon meterhoch wächst.
Man plant zumindest schon die Nachnutzung: Hier soll ein Gefängnis entstehen.

Gefängnis trifft es hier wohl auch ganz gut - nur mit dem Unterschied das dieses Eck bis vor gar nicht allzulanger Zeit noch eine aktive Kaserne des Bundesheeres war. Sowohl Verputz als auch Fenster dürften noch aus Zeiten der sowjetischen Besatzung stammen - auch der Rest des Areals versprüht diesen Landser-Charme wie auf 60 Jahr alten Aufnahmen. Gut dass man diese Kaserne zugesperrt hat - Sinn hatte die ohnehin nie.

Wie wir mit einem Haufen Beton begonnen haben enden wir auch mit einem Haufen Beton. Der im Hintergrund zu sehende ÖAMTC-Helikopter sollte eigentlich Identifikationsmerkmal genug sein. Wenns aber doch nicht reicht könnte ich das Werk eines in den Schlagzeilen stehenden Automobilriesen welches sich rechter Hand befindet noch erwähnen. Einst der modernste Flughafen der Welt, diskutiert jetzt die Lokalpolitik wie man - vorzugsweise durch Verwendung von Unmengen an Steuergeld - aus diesem Areal was macht. Quasi unser ganz persönliches Tempfelhof.

11.04.2009

Photo-Phun (5)

Für die Kombination aus geschichtsbegeistertem und Aviation-Nerd der ich bin ist es immer wieder traurig zu sehen wie Flugplätze, Flughäfen und Airbases über die Jahre verschwinden...

RAF Wildenrath in Nordrhein Westfalen, früher eine Harrier und Phantom-Basis, ist jetzt durch eine Teststrecke der Firma Siemens verunstaltet.

In Seyring im Marchfeld deutet aktuell nichts mehr darauf hin dass hier dereinst der grösste Stützpunkt der Luftwaffe auf österreichischem Gebiet zu finden war. Im Süden ist andeutungsweise noch die ehemalig Betonpiste zu erkennen.

NAS Glenview im Norden von Chicago wurde durch einen Golfplatz ersetzt. Das ist insoferne erstaunlich weil der Norden Chicagos ohnehin die höchste Dichte an Golfplätzen auf der Welt hat...

Turner AFB am Rande von Albany wurde vor Jahren von Miller aufgekauft und beherbergt heute eine der grössten Brauereien der USA.

Mitchel AFB auf Long Island, einst der Geburtsort des Aerospace Defense Command, wurde von Tennisplätzen, Baseballplätzen und dem Nassau County Veterans Coliseum überbaut.

05.03.2009

Photo-Phun (4)

Unweit von Comiso am südlichsten Zipfel von Sizilien befindet sich der Aeroporto Vincenzo Magliocco. Was diesen Ferienflughafen, der übrigens (siehe auch Bild) wegen ziemlicher Bautätigkeit einige Jahre geschlossen war, so besonders macht ist am Ostrand des Flughafens zu finden, neatly double-fenced in.
Hier war einst das 487th Tactical Missile Wing der USAF stationiert welches in seinen sieben gehärteten Garagen bis zu 28 Startfahrzeuge für GLCMs (BGM-109G Gryphon) beherbergte. Insgesamt unterstanden dem 487th zwischen 1984 und 1991 rund einhundert Flugkörper, je vier pro Starter. Die kombinierte Sprengkraft betrug 16,8 MT.

Wenn wir schon von Pampa reden: Mitten in der türkischen Pampa befindet sich, westlich der Stadt Diyarbakir die gleichnamige Air Force Station. Was die Air Force wohl mitten im Nirgendwo gemacht hat wird beim Blick auf die Landkarte deutlich - Kapustin Yar war quasi um die Ecke.
Im Westen des Geländes befanden sich zwei riesige, bei General Electric gefertigte AN/FPS-17-Tracker die über Kapustin Yar getestete sowjetische Raketen verfolgen sollten. Von 1955 bis 1995 war die 19th Space Surveillance Squadron (weil offiziell die Anlage ja dem Spacetrack-Programm diente) hier stationiert.

Ah ja, Radar. Nur einen Steinwurf entfernt von der legendären Doppelbasis Bentwaters/Woodbridge (wo meistens Hogs, gelegentlich aber auch UFOs, landeten) befindet sich eines der bizarreren Stücke Technologie des kalten Krieges. Hier an der Nordseeküste befindet sich ein ziviler Sender der BBC - aber noch immer lassen sich die Wege und Fundamente erkennen die das AN/FPS-95 Radar - Codename "Cobra Mist", gebaut bei RCA - einst charakerisierten. Das erste einsatzfähige OTH-B-Radar der Welt war so einsatzfähig nicht - nur zwei Jahre nachdem der Probebetrieb aufgenommen wurde hat man das Werkl schon wieder abgedreht.

Nach einigen Jahren abgedreht trifft hier auch zu. Wheelus AB hat damals, in der guten schlechten Zeit, eine Menge Verkehr gesehen. Selbst B-47 Bomber (samt Nukes) sind hier gelandet und auch die Dragon Lady ist von hier aus einige Missionen geflogen. Zwanzig Jahre danach ist die Air Force wiedergekommen, samt einer handvoll Mk82-Bomben... Dazwischen lag die Machtübernahme des Herrn Gaddafi - und der hatte natürlich Probleme mit einer Air Force Base auf lybischem Boden. Quasi die afrikanische Version von GITMO, ist jetzt hier nurmehr Tripolis Int'l zu finden.

Zu finden - ja, zu finden ist hier aktuell nur die Fritz-Erler-Kaserne. Und die auch schon verlassen. Früher - ganz früher - hatte hier die Luftwaffe - die mit dem Hakenkreuz - einen Fliegerhorst. Wer sich jetzt fragt wo der Konnex zu den USA ist - der ist in dem zu finden was zwischen Wehrmacht und Bundeswehr dort war. Nämlich eine OTH-F-Anlage der Air Force. Ich kann euch noch sagen dass dies eine AN/FSQ-76-Anlage und als "R-4" bekannt war. Damit erschöpft sich mein Wissen auch schon - soll vorkommen - denn ansonsten liegt diese Anlage noch im Nebel der Geschichte.

20.02.2009

Photo-Phun (3)

Naval Air Station Joint Reserve Base Fort Worth nennt sich diese Einrichtung im offiziellen Sprachgebrauch. Damals als sie noch der Air Force gehörte hiess sie Carswell Air Force Base. Ein paar Meilen westlich von Fort Worth, TX gelegen, ist diese Basis aber unweit bekannter durch das was im Westen davon liegt. Air Force Plant 4, das ehemalige Convair-Werk und jetzige Lockheed Martin-Werk, hat im Laufe der Geschichte schon eine Menge beeindruckender "Öfen" gesehen. Hier wurden z.B. die B-36 Peacemaker, der erste Interkontinentalbomber der Welt, oder die B-58 Hustler, der misslungene Versuch einen überschallschnellen Mittelstreckenbomber zu kostruieren, gebaut. Dann nach Übernahme durch General Dynamics liefen hier die F-111 Aardvark und die F-16 Fighting Falcon vom Band, letztere bis heute.

Fast noch berühmter als AFP 4 gilt diese Anlage, ein paar Meilen westlich des Zusammenflusses von Missouri und Mississippi gelegen, seit Jahrzehnten als Mekka des Kampfflugzeugbaues. Am nördlichen Ende von St. Louis - Lambert International Airport gelegen beherbergt Air Force Plant 84 die Saint Louis Division von Boeing. Unter den Namen McDonnell, McDonnell Douglas und Boeing wurden hier Legenden wie die F-3 Demon, F-101 Voodoo, F-4 Phantom II, F-15 Eagle, F/A-18 Hornet, AV-8 Harrier und T-45 Goshawk montiert.

Eingebettet zwischen Golfplätzen, Truthahnfarmen und Obstplantagen liegt das einzige Air Force Plant welches tatsächlich noch unter dieser Bezeichnung läuft. Air Force Plant 42, besser bekannt unter der Bezeichnung des nahen Ortes Palmdale, CA, haben sämtliche namhaften US-Hersteller hier Einrichtungen. Sämtliche nach der B-58 gebauten Bomber der Air Force (wenn wir mal von der B-66 absehen) wurden hier im Flugzeugwerk gebaut. Die B-70 Valkyrie durch North American, dann nach Übernahme durch Rockwell die B-1 Lancer, und dann nachdem Northrop das Werk gekauft hatte, die B-2 Spirit. Daneben wird die Basis noch - neben Edwards - für Testflüge der Air Force verwendet.

Zu neu um einen AFP-Code zu tragen hat dieses Werk, obwohl noch keine 30 Jahre in Operation, auch schon drei Besitzer gesehen. Falcon Field, keine 20 Meilen östlich von Phoenix, AZ gelegen, beherbergt seit Anfang der 80er ein Helikopterwerk. Gefertigt werden hier die AH-6 Cayuse/Little Bird und AH-64 Apache. Zuerst durch Hughes, dann durch McDonnell Douglas, und jetzt durch Boeing. Das legendäre Hughes-Stammwerk (Spruce Goose) in Culver City wurde dafür abgerissen und planiert.

Nördlich von Boston, MA an der Atlantikküste gelegen verrät die schlichte Tatsache dass diese Anlage, Air Force Plant 29, keine Runway besitzt dass hier wohl keine Flugzeuge gebaut werden. Das ist richtig - hier werden nur die Dinger gebaut die Flugzeuge zum Fliegen bringen. Hier im Örtchen Lynn wurde vor 67 Jahren das erste in den USA gebaute Jettriebwerk zusammengesetzt, nämlich bei General Electric. Das Werk produziert bis heute, darunter die F404/F414-Serie die als Antrieb der Hornet-Familie fungiert.

13.02.2009

Photo-Phun (2)

Ich hab vor geraumer Zeit einige Wochen damit verbracht diverse amerikanische Militäreinrichtungen in Google Earth zu placemarken. Das ist immerhin solange her, dass zu dieser Zeit die meisten dieser Dinge noch nicht als Placemarks vorhanden waren. Und selbst heute sind einige dieser Dinge noch nicht von der Community erfasst, die MCL z.B.

Ich möchte euch ein paar der Schmankerl aus dieser Sammlung zeigen.

Am Bild zu sehen ist das leere Gehäuse der PAVE PAWS-Anlage auf Warner Robins AFB, GA. Die Anlage wurde schon vor Jahren deaktiviert. Einer der Gründe dafür war dass die Verlängerung der Runway etwa zwei Kilometer vor dem Radar vorbeiführt und die Flieger regelmässig quer durch das Megawatt-Signal der Anlage geflogen sind. Zum einen hat das gewaltige Echos verursacht (Blips so gross wie Rhode Island) und zum anderen gingen andauernd irgendwelche Dinge an den Flugzeugen kaputt, von Radars bis zu TACAN-Empfängern.

Zwischen Albany, OR und Corvallis, OR gelegen war Camp Adair vor ewigen Zeit mal ein Army-Stützpunkt. Auch die Air Force ist dann mal eingezogen.
Das was sich hier in Form von überwucherten, moosbefallenen Fundamenten darstellt sind die Überreste der ehemaligen Bomarc-Anlage. Die Anlage wurde nie vollständig fertiggestellt - daher waren dort nie SAMs - sondern wurde bei etwa 80% Baufortschritt abgebrochen weil sich die Deployment-Planung geändert hatte.

Um gleich bei abgebrochen zu bleiben. Mitten in der Pampa Montanas sitzt dieser Klotz aus Stahlbeton. Weiter als bis Unterkante 1. Stock ist man nicht gekommen, dann wurde der ABM-Vertrag geschlossen. ABM, genau. Dieser Klotz ist nämlich die nie fertiggestellte Hülle des Perimeter Acquisation Radar der Safeguard-Anlage für die ICBM-Flotte auf Malmstrom AFB. Ziemlich genau östlich davon, 992 km östlich davon um genau zu sein, steht die selbe Anlage - in fertiggebautem und aktivem Zustand. Nämlich bei Grand Forks AFB, ND.

Dort wo man auch ganz gut Urlaub machen könnte, an der Südküste Puerto Ricos nämlich, findet sich die mit B-98 bezeichnete Bodenstation eines Thetered Aerostat Radar System. Insgesamt betreiben die USA 14 dieser Stellungen vor allem im Süden des Landes zum einen als Low Level Gapfiller an der mexikanischen Grenze, und zum anderen um die Karibik samt Kuba überwachen zu können.

Etwa 20 Kilometer westlich von Boston, MA auf dem ehemaligen Gelände von Hanscom AFB findet sich diese kantige Struktur in der vor etwas mehr als 50 Jahren Geschichte geschrieben wurde. IBMs Whirlwind Grossrechner, damals der stärkste Computer der Welt bildete den Kern des ersten integrierten Luftabwehrsystem der Welt, dem Semi-Automatic Ground Environment - kurz SAGE. Zum ersten Mal wurden dabei Rechneranlagen in mehreren Bundesstaaten über fernmeldetechnische Mittel zusammengeschlossen, ein Vorläufer des WWWs. 23 weitere Anlagen wurden in den folgenden Jahren in den USA gebaut.