19.03.2011

These boots are made for kicking

Na wumm. (Und jetzt gerade ist das tatsächlich wörtlich zu nehmen - die Adla fängt schon an auf die Libyer zu ballern. Einer AS.30 von einer Rafale ist schon das erste Armeefahrzeug, wohl ein Technical oder eine andere Art von Carrier, zum Opfer gefallen.)

Auf einmal gehts doch. Warum weiss keiner so genau, aber die Adla ist als erste Vorhut der NATO schon in Libyen eingerückt.

Es wird sich zeigen wo das hinführt - denn im Moment kommt mir das wie das alte Travnicek-Zitat vor - "I was zwa net wo i hi wü, oba Hauptsoch i bin schnö do."

Zum einen wird man sehen was die USA jetzt unternehmen. Da siehts bislang nicht so aus als ob die Air Force oder Navy gröber was unternehmen wird. Damit könnte man in eine Situation kommen die 1995 schon mal über Bosnien fast eingetreten wäre - dass die europäischen Alliierten alleine eine Operation durchziehen müssen. Das wär damals wohl gutgegangen. Aber jetzt? Mit den Tommies am Sand und den Krauts die nicht wollen würde das bedeuten dass die Franzmänner das alleine durchziehen müssten. Die Adla und Aeronavale könnten, rein von der Strike Power, das zwar problemlos bringen, aber ohne das ganze HVA-Zeugs welches im NATO-Verbund im Regelfall halt die USA stellen wird das schwer zu derheben sein. Ein paar alternde KC-135 und E-3 sind nicht wirklich der Bringer. Und ELINT, ECM oder nahezu jede Art von ISR die über ein paar Pods unter einer Mirage 2000 hinausgehen kann man sich sowieso aufmalen.

Die zweite Frage ist dann wieder ähnlich der die man 99 über Serbien nicht beachtet hat. Was will man eigentlich? Damals musste man das ganze Land zweimal einstampfen um Milosevic wegzubekommen - genausowenig wie man damals die JVA niederhalten konnte wird mans heute mit den Libyern können. Man hat verlernt Luftstreitkräfte in Search and Destroy-Missionen einzusetzen - mittlerweile braucht man ISR oder TIC um Einheiten im Feld angreifen zu können. Das erste wird wieder ein Problem weil man nicht gegen reguläre Bataillone vorgehen kann (und ohne die USA dazu schlicht nicht fähig sein wird), und das zweite weils eben keine Troops gibt. Somit wird man relativ machtlos sein und wahrscheinlich jede Airbase und SAM-Stellung und bekannte Kaserne mit JDAMs, Paveways und Storm Shadows eindecken ohne dass sich was ändert.

Ohne boots on the ground wird man nicht viel weiterbringen - boots die man nicht haben will. Zumindest wenn man mehr machen will als als Token über Benghazi Racetracks fliegen.

17.03.2011

Zu spät

Wissts noch, damals in der schlechten alten Zeit? Als unsere traurige Politikerkaste Landesverteidigung komplett ignoriert hat und die Staatskasse lieber dem Konsum und dem ÖGB hint reingeblasen hat? Weil man wenn der Ivan gekommen wär ja vom White Knight im blauen Cape, der NATO gerettet worden wär.

Jaja... frag nach in Libyen. Auch dort hat man auf die NATO gewartet. Auf die UNO. Die Arabische Liga. Die Afrikanische Union. Die Xe. Wenauchimmer.

Gekommen ist keiner davon, nur Col. Muammars Armee. Die ist gerade dabei alles platt zu machen und die kleine Insurgency (a.k.a. Civil War formerly know as An attempt to overthrow an evil dictator) wieder zu beenden während obengenannte Organisationen (sans den Xe...) noch immer auf diesen Dienstag warten an dem man ihnen endlich einen Entscheidungsgenerator installiert.

Wobei, solang der Muammar den Franzmännern fröhlich Rafales abkauft haben die kein Interesse was zu ändern und die USA sind sowieso overstrechted wie ein Gummiringerl. Und sonst wird sich das keiner antun. Deswegen darf einer der ungustiösesten Dikatoren der in halb Afrika Krieg geführt hat und dem internationalen Terror über Jahrzehnte einen safe haven geboten hat auch weiter fuhrwerken.

Ja, das ist das bekannte Phänomen. Lieber nix tun, sonst könnt ja was falsches dabei rauskommen. Auch bekannt als die "Der Heinzi ist auf dem Klo"-Strategie. Dann kommt halt so was dabei raus. Oder sowas wie in Japan.

16.03.2011

Generation Golf

Wie die Welt "dort drunten", also im mittleren Osten (der aktuell nur deshalb nicht Mittelpunkt der Welt ist weil die Japaner grad Hiroshima-Gedächtniswoche zelebrieren), so funktioniert sieht man jetzt an der Reaktion der Saudis auf ihr bröselndes Nachbarland. Ihr wisst schon, das mit dem Grand Prix.

Obwohl das pro-Kopf-GDP von Bahrain mit dem von Südkorea vergleichbar ist lebt in dem Miniemirat nur die haute volee in Saus und Braus - der Pöpel lebt in Slums und betet brav gegen Mekka (welches in diesem Falle im Westen liegt).

Klar dass das der Königsfamilie Saud ein Dorn im Auge ist wenn dort wer aufbegehrt - könnte ja der eigene Pöbel auf dumme Ideen kommen. Also interveniert man gach mal.

Ja, in Bahrain können sie einmarschieren. Sonst ist die Kampfkraft der saudischen Streitkräfte, die ja im wesentlichen eine einzige Natl Guard ist, ja ähnlich hoch wie die des durchschnittlichen BCTs. Sind ja die Streitkräfte dort eigentlich nur dazu da der Königsfamilie Schmiergelder zukommen zu lassen. Meine Grüsse gehen da ganz besonders an die Jungs bei der BAE.

So marschiert man also in Bahrain ein. Denn den Saudis, genauso wie allen anderen dort drunten, ist es am Liebsten wenn der Status Quo aufrecht erhalten wird. Bloss kein Krieg, aber immer nahe genug dran um den Rest der Welt in Geiselhaft halten zu können.

Den Grand Prix werden sie dort aber nicht mehr zurückbekommen. Das einzige was dort drunten fährt, am Golf, ist höchstens das Auto, der Golf.

15.03.2011

No longer so big in Japan

Meinen Eintrag vom Samstag kann ich mir wohl in die Haare schmieren, und meine Replik in den Kommentaren auch. Die Japaner habens geschafft einen geSCRAMten Reaktor über vier Tage auf INES 6 hocheskalieren zu lassen (granted, aktuell ist es wohl noch INES 5, aber es kann sich nur mehr um Stunden handeln) und damit als erste Nation ausserhalb der CCCP etwas zu produzieren was man als bedrohlichen Nuklearunfall bezeichnen kann. Im Gegensatz zu den Sowjets die eh nicht viel auf die Reihe brachten tut man sich aber schwer das bei den Japanern einzuordnen - die galten immerhin als Technologienation.

Und sogar im Abklingbecken dampfts ihnen das Wasser weg - dabei ist der Pazifik keine 200 yards entfernt. Mir kann keiner erzählen dass man in vier - fucking Four! - Tagen nicht eine technische Lösung findet, wurscht wie provisorisch und den Kreislauf füllen kann. Ja, dann ist der Reaktor kaputt - aber das ist immer noch besser als über ganz Japan verteilt. Aber mir schon klar, mit Vorsatz macht sich der Betreiber das Ding nicht kaputt, man will ja damit noch Geld verdienen.

Dass Japan jetzt tot ist, auf einem ähnlichen Stand wie 1945, mit kaputter Infrastruktur und verstrahlt, ist ohnehin niemand entgangen. Was das für die Weltwirtschaft bedeutet will man sich nicht vorstellen (wie der marode Kapitalismus eines seiner wichtigsten Länder auf einmal aus dem Dreck ziehen soll möcht ich sehen...), was das für die Geopolitik bedeutet sollte man sich rechtzeitig überlegen, vorzugsweise bevor jemand die Lage nutzt. Denn wenn ein kleines Hochwasser bei uns schon die Flugzeugflotte beschneidet wird das was den Japanern wiederfahren ist wohl dazu führen dass die JSDF in den nächsten 10 Jahren keinen einzigen Yen mehr sehen, höchstens für neue Schaufeln.

(Mit ein bisschen mehr Zynismus könnte man auch meinen "Do you really want to live forever?" oder "Set it alight")

14.03.2011

Arbeitsplatte

Aus einem unerfindlichen Grund - wahrscheinlich eben wegen der Fukushima-Sache - bin ich am Wochenende als ich so in der Pampa vor dem Netbook meiner Mutter sass auf die Idee gekommen wieder mal nach einem Bombenspiel zu suchen.

Die sagenumwobene 3.0er Version von Bravo Romeo Delta, nie für PC erschienen, und selbst am Amiga am Rande der Obskurität.

Und doch, ich hab den Schmarrn irgendwo auf einem russischen Server ausgegraben, als altes ADF für die Amiga-Workbench. Nach ein bisschen rumspielen mit dem Emulator hab ich den Schmarrn tatsächlich gestern zum Laufen gebracht.

Noch ein bisschen Basteln damit das Zeugs schneller lauft, Auflösung und Maus anpassen und dann werd ich mal schaun ob das funktioniert.

Schad eigentlich dass es kein brauchbares Spiel für den Doomsday gibt - noch nicht, denn Red Pill (oder wie auch immer das ab nächster Woche dann offiziell heisst) könnte das durchaus werden. You wanna get fried to your BURGR?

12.03.2011

Once more unto the breach

Fool me once, shame on you. Oder so ähnlich.
Aber das geht auch ganz anders. Nach Tschernobly hat man weltweit aufgehört Nukes zu bauen und wurschtelt statt dessen mit Reaktoren der zweiten Generation aus dem Jahre Schnee weiter, also genau mit jenen Todesfallen wie sie 86 eben in die Luft geflogen sind (oder 78...).

Und jetzt wundert man sich dass es in so einer Hütte aus den 60ern kracht weil man den Störfall nicht containen kann und der alle zwei Stunden eine Stufe auf der INES-Skala raufklettert. Und so fliegt ihnen jetzt in Japan ein 40 Jahr alter Siedewasserreaktor um die Ohren weil man das Klumpert nicht schon vor Jahren abgerissen hat.

Fool me twice, shame on me. Und anstatt jetzt endlich zu modernisieren, neue Nukes hinzustellen und den alten Schrott rauszuschmeissen (look no further than the Germans - ganz passend dass im AKW Isar, auch so einem Schrottreaktor aus dem Jahre Schnee, die Woche was passiert ist) kriegen jetzt wieder die Treehuggers Rückenwind und sämtliche Neubauüberlegungen gehen wieder in die Rundablage.

Klar, dabei hilft es auch nicht unbedingt dass die Japaner, trotz ihrer Abhängigkeit von Nuklearenergie, einen denkbar schlechten Track Record haben, mit dutzenden an Level 2-Störfällen. (Gut, der ganze Schmarrn aus der Toyotaschen Lean-Schule, mit Maximierung von Gewinn als oberstem Ziel, verträgt sich halt nicht sonderlich gut mit Sicherheit und Quality Control.)

Und wenn dann eine dieser 60er-Jahre-Gurken dann in 10 Jahren irgendwo in Europa in die Luft fliegt werden die einen (also die die dafür sorgen dass man nicht modernisieren kann) es eh schon immer gewusst haben und die anderen (also die die keinen Plan von Energiepolitik haben und lieber eine Billion Dollar in die Banken stecken anstatt ITER und NIF voranzutreiben) ganz erstaunt sein. Fool me thrice, quasi. Once more unto the breach, once more...

Ob Heinrich V. das geahnt hat?

10.03.2011

Saving Full Metal Apocalypse Harbour

Gestern gabs, auf einem der Kanäle der hinteren Seiten, eine durchaus beachtliche Historienverfilmung zu sehen. Dort wurden die Geschehnisse von jenem 7. Dezember wiedergegeben, irgendwo im Pazifik. Der Angriff auf Pearl Harbour.

Nein, ich rede nicht von der Version mit Kate Beckinsale. Sondern von der Verfilmung aus den 60ern die ganz unfreiwillig in Cheese absäuft. Tora! Tora! Tora! - ein Film mit genug overacting um damit ein dutzend 80er-Jahre-Action-Flicks zu füllen, sowie genug schlechten Bluescreen-Effekten für 20 College-Filme.

Dafür ganz ohne Ben Affleck. Ist ja auch was.

Das mit diesen Kriegsfilmen ist ja so eine Sache. Gedreht wird sowas schon seit einer halben Ewigkeit. Aber irgendwie sind es die post-1990 Sachen die in Erinnerung bleiben. Würd ich eine Top 11-Liste der Kriegsfilme machen, da wären nur solche Dinge à Black Hawk Down droben. Technisch perfekte Kriege, in HD und Surround. Da bleibt kein Platz für irgendwelche Wildgänse, Brücken und dreckige Nummern.

Ist das fair? Wer weiss das schon. In punkto Plot wahrscheinlich kaum. Platoon, FMJ und ApoNow, letzlich aber auch SPR und Pearl II sind schon sehr stupide Klischeefeuerwerke - wenn ich da an den umwerfenden Curd Jürgens zurückdenke krieg ich Kopfweh.

Und seit einigen Jahren spart man sich den Kriegsfilm ja eh fast komplett. Brauch ich nur CNN aufdrehen. Wobei, sagt einiges über die moderne Zeit aus dass Machwerke wie Katie Bigelows Hurt Locker mit dem neuen Affleck Jerry Renner mit Preisen überhäuft werden obwohl man sich nur kaum über ApoNow bewegt. Aber ja, heutzutage ist das weit politischer...