19.02.2010

Science Fiction

Für gewöhnlich bin ich einer der immer ein bisschen nachhinkt. Versionsmässig zumindest. Ich hab noch Anfang 97 Windows 3.11 verwendet, und auch die nachfolgenden Varianten hab ich sehr spät installiert und noch später deinstalliert. Windows 2000, von vielen als bestes Windows aller Zeiten bezeichnet, hab ich nie gehabt.

Wie übrigens auch Vista. Kaum überraschend hat mir mein XP über die Jahre hinweg gute Dienste geleistet, und nicht mal die nicht-Verfügbarkeit von DirectX 10 (für den Gamer in mir natürlich immer ein Problem) hat mich zum Umstieg bewegen können. Ähnlich wars beim Office - mir war die ordinäre Menüleiste vom 2003er immer lieber als der Ribbon.

Nun, aufgrund einer kleinen Excel-Bastelei musste ich vor zwei Monaten aufs Office 2007 umsteigen. An den Ribbon konnte ich mich schon im Büro gewöhnen und ich war es einfach leid auf Dauer die Beschränkungen der alten Version mühsam umschiffen zu müssen.
In selbigem Büro trudelte dann auch Windows 7 ein. Für mich der ich XP noch in der klassischen Ansicht hatte - also mit diesem Windows 95-Touch - wars ein bisschen schwierig mich mit dem Aero-Schmarrn und all dem Zeugs abzufinden, aber es musste sein.

Aber privat, da wollte ich mein XP schon noch weiternutzen. Zumindest bis in den Sommer, wenn dann irgendwann mal Office 2010 erscheint, hatte ich geplant.

Nun, Civilization IV hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wer das schon mal schwer gemoddet gespielt hat kann ein Lied singen von den Absturzorgien - Rise of Mankind/A New Dawn bringen Memory Allocation Faults im Minutentakt. Wer hätte gedacht das ein bald 5 Jahr altes Spiel das zusammenbringt wobei selbst Crysis versagt.

Und ein Windows XP hat halt Probleme beim adressieren von viel Speicher. Also hab ich vor genau einer Woche Windows 7/64 auf die Platte geschraubt und die Maximalmenge an RAM ins Mainboard geklemmt.

Und abgesehen davon dass ich vergessen habe meine Unmengen an Google-Earth-Placemarks zu sichern hat das auch gut geklappt. Zum Glück brauch ich keinen Jonathan LaPaglia der für mich sieben Tage in die Vergangenheit reist um das zu verhindern.

Die Geräteerkennung und Treiberinstallierung ist genial (zumindest für mich als XPler) - nur mit dem Cougar und meinem Terratec-Tuner war er überfordert - und das System ist deutlich schneller als XP.

Es war also quasi ein Quantum Leap. Auch ganz ohne Scott Bakula...

18.02.2010

Hagelschaden

Harhar... in AStan haben die Marines tatsächlich geschafft per Ari-Feuer ein Haus zu plätten. Gut, das ist anundfürsich nix ungewöhnliches. Auch die 12 Zivilisten dies dabei erwischt hat sind jetzt prinzipiell nix neues (wie das inoffizielle Motto der ISAF halt so ist... "Rather a few Afghani civies bombed to pieces than a wounded soldier...").

Interessant ist zum einen warum die Marines lieber Raketenartillerie anfordern (war eine HIMARS) als den Laden selbst auseinanderzunehmen. Gut, sind wir ja schon gewohnt. Die Army geht ja dort drüben auch nach dem Motto "Zuerst die Bude von der Chair Force niederbomben lassen und dann nachschauen was überhaupt drin war" vor.

Aber während man einer Paveway oder JDAM noch zugestehen kann eine Präzisionswaffe zu sein (oder near-precision, im Falle der JDAM) kann davon bei einer HIMARS keine Rede mehr sein. Nicht umsonst wird die MLRS auch "Grid Square Removal System" genannt weil die mit einer vollen Salve ein ganzes Planquadrat planieren kann - und das hat sich auch bei der HIMARS nicht geändert.

Der eigentliche Witz bei der Sache war aber, weil die Marines reichlich wenig Plan von target hand-off haben, dass jenes Haus welches da von der Ari ausradiert wurde gar nicht das war welches eigentlich getargeted wurde.

Ja, so gehts zu da drüben. Die Bodentruppen kratzt es nicht was sie eigentlich beschiessen lassen, und die Jungs bei der Ari kratzt es nicht worauf sie dann schiessen. Ersteres erklärt dann auch warum ständig Zivilisten zerfetzt werden und zweiteres lässt schon darauf warten dass eine verirrte Bombe oder Granate mal ein Squad Rangers oder Marines zerlegt - vielleicht beginnt man dann endlich nachzudenken.

Denn mit einer Hagelschutzversicherung wird man sich gegen 4-Zoll-Bomblets nicht wappnen können...

17.02.2010

Wehrsport


Wer in den letzten Tagen mal abends den Fernseher aufgedreht hat wird zuweilen den Biatlethen zugesehen haben (den echten Biathleten, nicht der österreichischen Fälschung).

Das ist eine ganz interessante Sportart. Da laufen viele Maxln durchs Gelände, und gelegentlich ziehen sie ihre Gewehre und schiessen in die Botanik. Von allen Sportarten die olympisch sind (auch Sommer) ist der Biathlon die wohl militärischste (ist das ein Wort?). Ich mein, durchs Unterholz hirschen und mit dem Gewehr feuern, das trägt doch eindeutig das Prädikat Infanteriekriegsführung.

Darum ist es auch irgendwie erstaunlich dass Österreich, also jenes Land in dem die Streitkräfte (wiewohl das Singular hier angebrachter wäre...) bestenfalls zum Fussabtreter taugen beim Biathlon um Medaillen mitkämpft während das Land mit der mächtigsten Armee fast schon zu den Exoten zählt. Und wer jetzt China sagt der darf zur Strafe vier Runden in die Loipe.

Also das Land welches in upstate NY eine ganze Gebirgsjägerdivision sitzen hat (granted, das 'Mountain' in 10th MD ist vergleichbar mit dem 'Marines' in, nun ja, Marines) und Jahr für Jahr Eimerweise eben jene Mountaineers, sowie Rangers und SOFler in Wainwright durch die Ausbildung prügelt (das liegt in Alaska...) und somit zu hunderten Leute produziert die genau das eigentlich können, nämlich schiessen und durch den Schnee laufen, schaffts nicht daraus einen sportlichen Profit zu schlagen.

Klar. Während bei uns nicht ganz zufällig das BMLVS eben genauso heisst und schon seit Dekaden die Millionen aus dem Heeresbudget in die Leistungszentren wandern damit diverse Übervlieger und Gscheit-Esser das ÖBH-Logo am Revers tragen können (aber schon seit Jahren kein StG mehr in den Händen hatten) kauft die Army um jenes Geld lieber ein paar Stryker mehr.

Auch klar. Die Popularität die der nordische Skisport hierzulande hat ist natürlich nicht mit selbiger in den USA zu vergleichen. Dort drüben rekrutiert die Army mit ganz anderen Massnahmen als mit etwaigen Medaillen im Schnee. Dafür haben die dort drüben auch eine Armed Forces Bowl.

Wär aber auch bei uns ganz interessant zu erfahren ob das ÖBH von der ganzen Sache auch irgendwas hat, oder bloss Budget verschleudert wird und hierzulande Leistungssport bloss quersubventioniert wird. Oder glaubt wer dass bei uns wer nur deswegen Soldat wird damit er mal Biathlon-Weltmeister wird? Weil wenn andere durchs Unterholz hirschen und in die Gegend schiessen wird daraus schon mal ein Skandal gemacht...

14.02.2010

Doctor Demento

Eigentlich ist so eine Woche ja viel zu kurz. Viel zu kurz als dass man alles übers ÖBH aufarbeiten könnte. Denn diese Woche hatte es freilich in sich.

Das ging von zerfallenden Kasernen, über nicht einsatzfähige Panzer bis hin zum Darabos-Schwager welcher am ÖBH gut verdient. Verziert wurde das ganze mit den üblichen Meldungen der ÖOG (also dieser Typen) und den peinlichen Dementis aus dem BMLV. Oh, und natürlich hunderter lustiger Kommentare in den Online-Ausgaben der hiesigen Tageszeitungen.

Wenn man von all den Meldungen mal absieht (die meist ohnehin stimmen, was bei diesem Budget ja auch nicht verwunderlich ist) sind vor allem die eilig geschriebenen Dementis aus dem BMLV, meist von Parteisoldaten wie Entacher und Höfler, immer der Höhepunkt. Ich weiss nicht ob es die Überzeugung ist dass eh alles gut sei oder der schlichte Obrigkeitsgehorsam welcher solche Leute antreibt, aber in beiden Fällen ist das eigentlich keine Qualifiaktion für diesen Job. Wenn ich 30.000 Mann und 2 Milliarden Euro verwalte, also eine Dimension eines grossen Industrieunternehmen, dann sollte man eigentlich nicht in selbst-konstruierten (oder verordneten) Traumwelten leben sondern ein bisschen mehr der Realität fröhnen. Und nicht so ziemlich alles was an die Presse leakt (aber Insidern ohnehin bekannt ist) noch am selben Tage per bereits abgehefteten, vorbereitetem Demento zu beantworten.

Denn so wie unsere Politik mit Steuergeld umgeht könnte man glatt meinen die haben einen Consulting-Vertrag mit Dr. Demento...

12.02.2010

Iran-Anreicherung

Im Iran feiert man dieser Tage also das 30th Anniversary. Damals wurde ein Verrückter entsorgt und durch einen anderen Verrückten ersetzt.

Und unter diesem Verrückten (ich mein, Ayatollah bleibt Ayatollah) muss die Welt auch noch heute leiden. Da gäbs in der Welt weit dringendere Probleme, zum Beispiel einen ganzen Lastwagen voller Negerdiktatoren entsorgen die Afrika terrorisieren, aber nein, am persischen Golf markiert man den starken Mann.

Und so ist die Weltpolitik damit beschäftigt und die halbe Army steht sich die Beine im Irak in den Bauch und wartet darauf dort dreinzuhauen.

Obwohl, manche Leute glauben ja noch immer an den Frieden. Dabei sollte selbst denen seit diesem Wochenende einiges klarer geworden sein. Zum einen haben auch die Russen, also jenes Völkchen welches die letzten 20 Jahre vorrangig damit verbracht hat dem meistbietenden Irren zwischen Pyeongyang und Caracas irgendwelches Kriegsgerät anzudrehen, mittlerweile durchblicken lassen dass sie diesmal mit dem Westen mitziehen könnten. Klar, der Ivan hat genauso wenig Interesse an einem nuklear bewaffneten Iran wie die anderen. Aber es wär nicht das erste Land welches man aufgerüstet hat bevor der Westen dann die russische Hardware zu Klumpf geschossen hat - man verdient solange man kann.

Und das zweite war die schon sehr deutliche Ankündigung vom Umdenistehnedschad bei der Geburtstagsansprache. Angesichts der Geschehnisse der letzten Jahre ist es entweder ein Fall für die Klapse wenn aus seinem Mund so etwas ("...wir könnten jetzt Atomwaffen bauen, wenn wir wollten..." oder so ähnlich) kommt, oder beinhart kalkuliert. Wobei ich mich da frage was am Ende dieser Kalkulation, also nach dem = rauskommt.

Zumindest ist ein wahrscheinliches Ergebnis dass der Iran tatsächlich über weit mehr Iran, pardon, Uran verfügt als jetzt. In Form vieler, vieler PGU-14/B 30mm-Granaten und M829A3 120mm-Sabots die in irgendwelchen IRGC-T-72 stecken werden...

11.02.2010

Österreichischer Schneeball Bund

Ein paar Wochen ist es her dass die Biathleten im Stadion des FC Schalke 04 ihre Runden gedreht und auf Scheiben geballert haben. Verrückte Deutsche, die machen doch tatsächlich Wintersport in ihren Fussballstadien (und Stock Car Challenges...)

Aber hey, was die Piefkes können, des kinnan mir scho laung. Blöd nur dass unsere Gegenveranstaltung nicht durch den ÖSV organisiert wird, sondern durch den ÖFB. Geschehen gestern, im Schwarzenegger-Stadion, Verzeihung in der Kommunikationsdienstleister-Arena zu Graz. Da sind doch tatsächlich 22 Athleten durchs Stadion gelaufen und haben gelegentlich auf 18m² grosse Scheiben geballert. Skier hatten die keine unter den Füssen, und für eine Wintersportart waren die auch erstaunlich leicht bekleidet.

Aber in Österreich da ist es kein Problem Fussball zu spielen bei Bedingungen bei denen selbst der grönländische Landesverband die Spieler in die Sauna schickt. Dass dabei, trotz zuweilen heftiger Szenen, nur Schildenfeld frühzeitig w/o geben musste gehört noch zu den Positiva des gestrigen Spieles. Na, stimmt net ganz. Auch der Huub hielt nicht durch - der liess seinem Unmut über die Bedingungen am Feld und die Schiedrichterleistungen die ähnlich bescheiden waren wie diese nämlich freien Lauf.

Klar, ein Stevens der lange Jahre in der DBL verbracht hat muss sich hierzulande ja vorkommen wie in einem schlechten Witz. Bei uns ist ja sogar in der Politik alles andere wichtiger als Kompetenz (wie sonst können Leute wie der Bertl und die Mitzi Minister werden?), warum solls da bei einem der provinziellsten organisierten Fussballverbände Europas anders sein. Wenn da Leute wie Windtner und der blade Ludwig am Ruder sitzen darfs keinen Wundern dass Cupspiele ausgetragen werden zu einem Zeitpunkt an dem selbst die Strassenmeisterei mit der Schneeräumung nicht mehr nachkommt. Und der SK Sturm das wohl einzigartige Kunststück in der Geschichte des Erstligafussballes geschafft hat, bei einem Heimspiel noch Verlust zu machen.

08.02.2010

Fehlersuchbilder

Gestern (oder heute, zumindest bei uns) war ja der höchste Feiertag der USA. Nein, nicht Independence Day, auch nicht Veterans Day. Superbowl Sunday. Also jener Tag an dem alle Amerikaner zumindest für ein paar Stunden vergesssen dass ihr Land bis über beide Ohren verschuldet ist, ja technisch gesehen mit Mehrheit schon den ChiComms und Arabern gehört, und von einem gut gebräunten Dampfplauderer regiert wird (oder wie hat Bill Clinton kürzlich so schön gesagt: "Typen wie der hätten uns vor 15 Jahren noch Kaffee serviert").

Und während (na gut, bevor) Peyton Manning, ähnlich wie letztes Jahr, das Spiel mit einem Fehlpass entschieden hat donnerte die FLANG mit ihren alternden F-15 übers Stadion und das American Idol hämmerte das Star Spangled Banner in den Nachthimmel.

Gute Güte. Das ist wie das Fehlersuchbild. Bei uns gibts bestenfalls eine Fussballbundesliga wo Kapazunder wie Austria Kärnten und Kapfenberg sich gegenseitig auf die Füsse steigen (was aber, anders als beim Gridiron, bestraft wird), wenn du einen Flyover machst hagelts Anzeigen fürs Bundesheer (welches aber um viertel nach Sechs ohnehin die Maschinen schon im Hangar stehen hat...) und Christl Stürmer (auch so ein Idol...) säuselt eine eher traurige Variante (als ob unsere Hymne net eh schon traurig genug wäre) unserer Bundeshymne die mit einer Ladung Feminismus gestopft wurde.

Möglicherweise ist das nur Lack, aber mit Lack verkauft man Autos. Die gelungene Selbstinszenierung die in den USA halt so üblich ist baut natürlich auch einen anderen Nationalstolz auf als der selbstgewählte Provinzialismus hierzulande, auch wenn der Hintergrund eh fast gleich ist. Auch bei uns werden planlos Schulden gemacht, sind Dampfplauderer an der Macht, und die Korruption geht bis weiss-Gott-wohin. Gut, bei uns buttert man die Marie in unnötige Tunnels und Hüftoperationen für 70-jährige; drüben halt in 2000 Kampfflugzeuge.

Aber nichtsdestotrotz, ich würd die amerikanische Variante nehmen. Spätestens wenn das nächste Mal ein Tiroler Gebirgstal im Schnee versinkt und uns die Army wieder aushilft weil uns die Spange Rothneusiedl net viel hilft weiss man wieso...