24.03.2011

Armee de l'air victory

Und so ganz nebenbei haben die Franzmänner etwas zusammengebracht was es zuvor eine halbe Ewigkeit nicht gegeben hat. Einen Luftsieg. Zwei sogar. (Übrigens die ersten westlichen Luftsiege, abseits irgendwelcher Scharmützel über Eritrea oder so, seit Allied Force 1999.)

In manchen Foren durchgräbt man die Geschichtsbücher um mit einer Kombination aus Gehässigkeit und Zynismus dann darauf hinzuweisen dass der letzte bestätigte Abschuss der Adla noch aus dem zweiten Weltkrieg datiert.

Ja, angeblich hat man ein paar algerische Flieger vor Jahren getoastet, und vielleicht den einen oder anderen ägyptischen im 56er Jahr. Aber an bestätigten Abschüssen hat sogar die KLu schon mehr zustandegebracht. Aber das ist halt ein Problem wenn man seit Ewigkeiten ausserhalb der NATO agiert und die Finger von echten Ländern lässt dafür aber alle möglichen Blassfussigen-Nationen bombardiert die nicht mal Panzer haben (hey, fast so wies die USA seit unter Dabbelju machen). (Oder wie der herbe Witz so geht mit der Gruppe deutscher Touristen an Bord beim Concorde-Absturz 2000: das erste Mal seit 1918 dass Deutsche von einem französischen Flugzeug getötet wurden...)

Gut, so eine versprengte Fitter-Gurke ist sicher ein gefundenes Fressen für eine MICA. Das ist sogar für die Adla eine leichte Aufgabe. Fast so leicht wie das Abschiessen von einem dutzend C-47 57 über Algerien...

23.03.2011

Scherer-eien

Scherers Bunkermuseum (ab sofort auch rechts verlinkt) soll ja, auf Geheiss des obersten Bertls, wieder abgedreht werden. Das ist alles sehr schmutzig, ganz klar. Aber das fast noch dramatischere ist eigentlich das was in der aktuellen Anfrage diesbezüglich an den Bertl im ersten Absatz steht.
Es handelt sich beim Bunkermuseum auch um das einzige Bundesheer-Museum Österreichs: nur hier wird ausschliesslich und ständig ein wichtiger Teil der Geschichte unseres Bundesheeres der II. Republik dargestellt (was im HGM nur nebenbei und fallweise mit Sonderausstellungen geschieht).
Ja genau. Da ist wieder die Sache mit dem Alex Ovechkin. Hierzulande musst schon fast aus hierzulande rausfahren (ich mein, der Wurzen liegt ja eh schon in Slowenien) um das zu sehen was das ÖBH die letzten Jahrzehnte so getrieben hat. Und auch wenns der Scherer recht "offensiv" (O-Ton Bertl) und positiv inszeniert hat ist der Ort letztendlich für mich eher peinliches Zeichen eines längst überholten, politisch abgesegneten Eben Emaelismus - no wonder the are trying to hide it away.

Aber da man es unter ministerieller Aufsicht nicht zusammenbringen würde das halbwegs objektiv durchzuziehen ist es vielleicht eh ganz gut das es eines Privatmannes bedurfte selbiges aufzuziehen. Von den ganzen Scherereien mal abgesehen...

22.03.2011

Chefitäten

Wer sich die Berichterstattung rund um Operation Idly By ein bisschen reingezogen hat, also nicht die militärische sondern die politische Komponente, hat ungefähr eine Ahnung bekommen was denn da so abgelaufen ist. Sofern er ein bisschen ausserhalb der Agenturmeldungen denken konnte.

Idly By triffts nämlich ganz gut. Denn irgendwie hab ich den Eindruck dass Barack the Builder genau selbiges tun wollte, nämlich die Situation aussitzen. Denn während sein demokratischer Vorgänger zwischen Pennsylvania und Constitution Avenue einmal pro Jahr Leutz nach Rambouillet, Camp David oder Dayton geladen hat um die Konflikte dieser Welt zu lösen fliegt der Präsident der "im weissen Haus Kaffee serviert hätte" (O-Ton Bill Clinton über Obama) in die Pampa Brasiliens um über wer weiss was zu diskutieren. Und so bleibts an dem petite chef du grande nation, dem am Rande der Zurechnungsfähigkeit wandelnden Westentaschen-Napoleon Sarkozy, hängen was zu organisieren. Und während die UN über eine NFZ-Zone abstimmt und der Sarko die halbe Welt einlädt um die Intervention gegen Lybien plant sitzt der Obama in einem Land fest welches den Einsatz nicht unterstützt und muss der Navy mal eilig den Angriffsbefehl geben weil der Sarko das macht was ihm in den Kram passt und nicht auf die Yankees wartet.

Und so steht der Barack in Brasilia, die argwöhnisch schauende Rousseff hinter sich, und muss was von wegen nicht idly by verkünden und man kennt ihm ganz eindeutig an dass er das gar nicht sagen möchte. Und die Welt reagiert mit vorsichtiger Häme weil der Friedensnobelpreisträger ein anderes Land bombardieren lässt... Aber was bleibt ihm anderes übrig wenn der Sarko den petit chef ein bisschen zu ernst nimmt und sich am Dabbelju ein Beispiel nimmt und macht was er will.

Sämtlich Statements, auch die von Mullen und Co., zeigen auch ganz eindeutig wo man sich einordnet. Eigentlich will man mit der ganzen Sache nix zu tun haben, hat aber als einziger die militärische Kapabilität was zu tun. Auch wenn man bizarrerweise diesesmal nur der kleine Chef ist.

21.03.2011

Idle

Ja, das waren damals noch andere Zeiten, kurz nachdem sich der desert storm gelichtet hatte. Da wurde comfort geprovided, die democracy geupholded und hope gerestored. Aber manchmal brauchte man auch force, die war dann etweder ganz schön deliberate oder zumindest allied.
Aber auch schon zuvor war der cause just und der will earnest - und gelegentlich war alles so urgent dass man glatt zur fury werden konnte.

Und im neuen Jahrtausend da wollte man den freedom verbreiten, und zwar nicht nur unter den iraquis. Das war dann auch ganz schön enduring, also nicht der freedom, sonder eher das Unternehmen ihn zu verbreiten.

Aber das war damals. In einer Zeit in der die Regierung echte Militärpolitik machte und man per spin doctor versuchte nicht immer populäre aber notwendige Einsätze an den Mann zu bringen. Unter anderem auch über den Operationsnamen.

Und heute wo im Weissen Haus und im Pentagon die traurigen Gestalten sitzen agiert man ungefähr so wie die aktuellen Operationsnamen. Aus dem Zufallsgenerator.
Witzigerweise wäre "Odyssee Dawn" ein von SOCOM vergebener Code. Durchaus denkbar also dass einige Typen aus Benning schon seit geraumer Zeit in Lybien rumhirschen.

Es kann natürlich auch sein dass jemand im Pentagon - den ich gerne kennenlernen möchte - diesen Namen mit voller Absicht ausgewählt hat. Odysseus Obama dem schön langsam dawnt dass das alles ganz anders läuft als geplant (dazu vielleicht morgen mehr).

Denn wenns nach eben jenem ginge hätte die Operation wohl einen anderen Namen, einen Namen nicht aus dem Zufallsgenerator sondern von des Obamas eigenen spin doctoren.

Operation Idly By...

19.03.2011

These boots are made for kicking

Na wumm. (Und jetzt gerade ist das tatsächlich wörtlich zu nehmen - die Adla fängt schon an auf die Libyer zu ballern. Einer AS.30 von einer Rafale ist schon das erste Armeefahrzeug, wohl ein Technical oder eine andere Art von Carrier, zum Opfer gefallen.)

Auf einmal gehts doch. Warum weiss keiner so genau, aber die Adla ist als erste Vorhut der NATO schon in Libyen eingerückt.

Es wird sich zeigen wo das hinführt - denn im Moment kommt mir das wie das alte Travnicek-Zitat vor - "I was zwa net wo i hi wü, oba Hauptsoch i bin schnö do."

Zum einen wird man sehen was die USA jetzt unternehmen. Da siehts bislang nicht so aus als ob die Air Force oder Navy gröber was unternehmen wird. Damit könnte man in eine Situation kommen die 1995 schon mal über Bosnien fast eingetreten wäre - dass die europäischen Alliierten alleine eine Operation durchziehen müssen. Das wär damals wohl gutgegangen. Aber jetzt? Mit den Tommies am Sand und den Krauts die nicht wollen würde das bedeuten dass die Franzmänner das alleine durchziehen müssten. Die Adla und Aeronavale könnten, rein von der Strike Power, das zwar problemlos bringen, aber ohne das ganze HVA-Zeugs welches im NATO-Verbund im Regelfall halt die USA stellen wird das schwer zu derheben sein. Ein paar alternde KC-135 und E-3 sind nicht wirklich der Bringer. Und ELINT, ECM oder nahezu jede Art von ISR die über ein paar Pods unter einer Mirage 2000 hinausgehen kann man sich sowieso aufmalen.

Die zweite Frage ist dann wieder ähnlich der die man 99 über Serbien nicht beachtet hat. Was will man eigentlich? Damals musste man das ganze Land zweimal einstampfen um Milosevic wegzubekommen - genausowenig wie man damals die JVA niederhalten konnte wird mans heute mit den Libyern können. Man hat verlernt Luftstreitkräfte in Search and Destroy-Missionen einzusetzen - mittlerweile braucht man ISR oder TIC um Einheiten im Feld angreifen zu können. Das erste wird wieder ein Problem weil man nicht gegen reguläre Bataillone vorgehen kann (und ohne die USA dazu schlicht nicht fähig sein wird), und das zweite weils eben keine Troops gibt. Somit wird man relativ machtlos sein und wahrscheinlich jede Airbase und SAM-Stellung und bekannte Kaserne mit JDAMs, Paveways und Storm Shadows eindecken ohne dass sich was ändert.

Ohne boots on the ground wird man nicht viel weiterbringen - boots die man nicht haben will. Zumindest wenn man mehr machen will als als Token über Benghazi Racetracks fliegen.

17.03.2011

Zu spät

Wissts noch, damals in der schlechten alten Zeit? Als unsere traurige Politikerkaste Landesverteidigung komplett ignoriert hat und die Staatskasse lieber dem Konsum und dem ÖGB hint reingeblasen hat? Weil man wenn der Ivan gekommen wär ja vom White Knight im blauen Cape, der NATO gerettet worden wär.

Jaja... frag nach in Libyen. Auch dort hat man auf die NATO gewartet. Auf die UNO. Die Arabische Liga. Die Afrikanische Union. Die Xe. Wenauchimmer.

Gekommen ist keiner davon, nur Col. Muammars Armee. Die ist gerade dabei alles platt zu machen und die kleine Insurgency (a.k.a. Civil War formerly know as An attempt to overthrow an evil dictator) wieder zu beenden während obengenannte Organisationen (sans den Xe...) noch immer auf diesen Dienstag warten an dem man ihnen endlich einen Entscheidungsgenerator installiert.

Wobei, solang der Muammar den Franzmännern fröhlich Rafales abkauft haben die kein Interesse was zu ändern und die USA sind sowieso overstrechted wie ein Gummiringerl. Und sonst wird sich das keiner antun. Deswegen darf einer der ungustiösesten Dikatoren der in halb Afrika Krieg geführt hat und dem internationalen Terror über Jahrzehnte einen safe haven geboten hat auch weiter fuhrwerken.

Ja, das ist das bekannte Phänomen. Lieber nix tun, sonst könnt ja was falsches dabei rauskommen. Auch bekannt als die "Der Heinzi ist auf dem Klo"-Strategie. Dann kommt halt so was dabei raus. Oder sowas wie in Japan.

16.03.2011

Generation Golf

Wie die Welt "dort drunten", also im mittleren Osten (der aktuell nur deshalb nicht Mittelpunkt der Welt ist weil die Japaner grad Hiroshima-Gedächtniswoche zelebrieren), so funktioniert sieht man jetzt an der Reaktion der Saudis auf ihr bröselndes Nachbarland. Ihr wisst schon, das mit dem Grand Prix.

Obwohl das pro-Kopf-GDP von Bahrain mit dem von Südkorea vergleichbar ist lebt in dem Miniemirat nur die haute volee in Saus und Braus - der Pöpel lebt in Slums und betet brav gegen Mekka (welches in diesem Falle im Westen liegt).

Klar dass das der Königsfamilie Saud ein Dorn im Auge ist wenn dort wer aufbegehrt - könnte ja der eigene Pöbel auf dumme Ideen kommen. Also interveniert man gach mal.

Ja, in Bahrain können sie einmarschieren. Sonst ist die Kampfkraft der saudischen Streitkräfte, die ja im wesentlichen eine einzige Natl Guard ist, ja ähnlich hoch wie die des durchschnittlichen BCTs. Sind ja die Streitkräfte dort eigentlich nur dazu da der Königsfamilie Schmiergelder zukommen zu lassen. Meine Grüsse gehen da ganz besonders an die Jungs bei der BAE.

So marschiert man also in Bahrain ein. Denn den Saudis, genauso wie allen anderen dort drunten, ist es am Liebsten wenn der Status Quo aufrecht erhalten wird. Bloss kein Krieg, aber immer nahe genug dran um den Rest der Welt in Geiselhaft halten zu können.

Den Grand Prix werden sie dort aber nicht mehr zurückbekommen. Das einzige was dort drunten fährt, am Golf, ist höchstens das Auto, der Golf.