08.07.2009

Von der F-106 zur 737

Zur Zeit gibts bei der Air Force noch genau zwei Männer die Flugstunden in der F-106 gesammelt haben. Einer davon ist Lt.Gen. Bud Wyatt, aktuell Director, ANG.

Dieser Bud Wyatt, der Kampfflugzeuge geflogen ist als die Air Force noch fast doppelt so gross war, macht sich Sorgen wegen dieser ominösen Fighter Gap. (Bomber Gap, Missile Gap, Fighter Gap... was kommt als nächstes?).

Klar, die ANG zerbröselt ihm in den Händen. Interne Studie sprechen davon dass die Mehrheit aller F-16 in der Guard bis 2017 ausgeschieden werden müssen - das ist etwa die halbe ANG und etwa 25% aller US-Kampfflugzeuge. Ja, da würd ich mir auch Sorgen machen.

Nur klagt jener Bud Wyatt darüber dass die ANG-Piloten viel zu oft nicht mehr 'da' sind sondern irgendwo im Ausland rumlungern wo man sie eben gerade braucht weil ACC aus dem letzten Loch pfeift.

Wyatt verkennt die Situation dabei ein bisschen - will er 'neue' Flugzeuge für die ANG (Dieses 'neu' ist natürlich ein dehnbarar Begriff - da aber schon über neue F-15SE und F-16E für die Guard spekuliert wird könnte da tatsächlich was dran sein.) damit rechtfertigen dass diese dann 11 Monate im Jahr in Selfridge, McEntire oder Syracuse rumstehen? Das wirds wohl kaum spielen. Und Noble Eagle ist eher planlose Beschäftigungstherapie/Sinnsuche denn echte Aufgabe.

Das Problem dahinter ist natürlich auch schlichtes Gesetz, dieser dubiose 10th Amendment der Zuständigkeiten der National Guard regelt - wenn mans streng auslegt, widerspricht vieles von dem was derzeit passiert eh dem Zusatz zur Verfassung (und ist damit verfassungswidrig...).

Gerade die zusammengebastelten Associate Units zeigen ja dass das Problem weniger in den Flugzeugen liegt, sondern an den Crews. Wenn man den aktiven Einheiten höhere Mannstärken zuweist kriegt man mehr Sorties zusammen - und gerade beim relativ faden AG-fliegen ist die Belastung für den Airframe nicht allzu hoch sodass die Vögel das aushalten sollten. Selbst die jüngste Hog im Arsenal ist um Jahre jünger als die älteste Viper; rewing und der Vogel fliegt nochmals zwanzig Jahre. Denn wenn ich Flugzeuge habe sollte ich dass meiste aus ihnen rausholen - und sie nicht in einem Hangar in Tulsa, Sioux Falls oder Homestead stehen lassen weil der Pilot Montag bis Freitag 737 für die Northwest fliegt (oder jetzt halt für die Delta).

07.07.2009

Er ist tot, Jim

Ich hab ja vor einiger Zeit Bobby McNamara als katastrophalsten Verteidigungsminister aller Zeiten bezeichnet.

Da kam passenderweise gestern die frohe Botschaft: Er ist tot, Jim.

Ich weiss, man pinkelt nicht auf anderer Leute Gräber - aber er hätte es sich verdient.

McNamaras erste Tat als SecDef: die Einführung des MDS, des uniformen Bezeichnungssytem des US-Militärs für im Prinzip alles bis auf Fahrzeuge. Das wär ja prinzipiell nicht so schlecht gewesen - sieht man mal davon ab dass Millionen von Dollarn für die hunderten Umbenennungen existierender Hardware draufgegangen sind - im wesentlichen jedes geschriebene Stück Papier auf dem mal F4H stand musste nun gegen eine Variante mit F-4B ersetzt werden. Und schon damals wurde in den Gängen in Arlington hinter vorgehaltener Hand getuschelt dass das neue Bezeichnungesystem nur deshalb eingeführt wurde weil sich McNamara die vielen Bezeichnungen einfach nicht merken konnte.

Dass mit den Bezeichnungen war auch deswegen ein Problem weil der gute Bobby ein Fan von Joint-Projekten war, also vor allem den Air Force/Navy-übergreifenden Entwicklungsprojekten von Flugzeugen. Legendärstes Beispiel: die Grumman/Convair F-111, damals noch unter dem Moniker TFX. Ist doch null Problemo gach mal das Tiefflugeindringflugzeug der Air Force und den bordgestützten Hochleistungs-Abfangjäger der Navy in den selben Airframe zu pressen; zumindest in Bobbys Welt. In der realen schon eher - mit den ganzen bekannten Resultaten.

Ah ja, Stichwort F-111. Den grauslichen Ruf den dieses Flugzeug Zeit seines Lebens innehatte verdankte es auch Mr. McNamara. Bobby war nämlich von der Idee überzeugt vom Zeichenbrett weg Flugzeuge zu kaufen - Prototyp, wos hoast des?
Auf diese Weise hat sich die Air Force zwei Entwürfe eingetreten die selbst nach Bobbys Amtszeit eine Menge Geld gekostet haben - nicht umsonst wurde der zweite Entwurf in der Air Force spöttisch Fred genannt, Fantastic Ridiculous Economic Desaster. (Und wers nicht weiss, das war die C-5.) Und Fehler die ich im Flugtestbetrieb nicht ausmerze, verfolgen mich im Dienstbetrieb jahrelang.

Andererseits war Bobby sehr kostenbewusst - so wollte er der Air Force kein Geld für neue Bomber geben. Keine B-58, keine B-70, keine gar nix. Aber man legt sich als SecDef nicht so einfach mit den Jungs in Langley, Offutt und Cheyenne an, also hat ihnen Bobby einen neuen Bomber versprochen - nur mit dem Haken, dass dieser niemals entwickelt wurde. Von McNamara als reines Papierprojekt geplant um die Air Force ruhigzuhalten, sollte dieses Ding noch 20 Jahre Entwicklungszeit vor sich haben bis Cap Weinberger es in Serie bauen liess: die B-1.
Wie wir mittlerweile wissen war es ja Bobbys Plan sämtliche Bomber von SAC einzustampfen und stattdessen alles mit FB-111 vollzupflastern - wieviele Tanker man allerdings gebraucht hätte um die Vögel alle nach Russland zu nursen weiss bis heute niemand.

(Es ist einfach zu bizarr: McNamara wollte damals alles zusammenstreichen um einen für dessen Aufgabe reichlich ungeeigneten Vogel in Ft. Worth in grossen Stückzahlen zu bauen (weil die F-111 im damaligen Convair/General Dynamics-Werk in Ft. Worth montiert wurde) und Gates macht aktuell genau das selbe, nur dass am Werkstor jetzt des LockMart-Schüdl drobenhängt...)

Mir würden noch einige lustige Anekdoten einfallen, aber ich glaub ihr habt die Message verstanden. Darum schliesse ich jetzt mit einem weiteren Zitat aus Star Trek (na, fast); wie den McNamara antworten hätte sollen als ihn Kennedy gefragt hat ob er den Posten übernimmt:
"Verdammt Jack, ich bin Autobauer, und kein Soldat..."

(PS: Wer sich wundert, der beste Verteidigungsminister war in meinen Augen der oben erwähnte Cap Weinberger. Der war in dem Amt noch weit mehr Bluthund als es McNamara, Cheney oder Gates je sein könnten, aber er hat dem Militär das gegeben was es brauchte.)

06.07.2009

Uncle Max wants you!

Meine fiktiven Streitkräfte sind ja eigentlich nichts anderes als eine einzige grosse Was-wäre-wenn-Situation.

Die tatsächliche Auswertung von WWW-Situationen geschieht ja meistens in speziellen Simulationsprogrammen. Diese Simulationsprogramme sind im Normalfall für Joe Citizen ja nicht zugänglich - die laufen nur in Ft. Monroe oder Sandhurst.

Na, nicht ganz. Bohemias VBS-Serie (Virtual Battlespace) wird seit etwa 7 Jahren von einigen Streitkräften (darunter auch der US Army) zur Ausbildung verwendet weil dort (zumindest für manche Szenarien - strategische Luftschläge simulieren sich da eher schlechter) eine recht realitätsnahe Simulation von "Krieg" möglich ist.
Das gute ist nun, eine abgespeckte Variante von VBS gibts auch am zivilen Markt - beim Libro ums Eck, etwa.

Die ultimative Militärsimulation

ArmaII, wie das auf VBS3 aufbauende Spiel (ich mein, die Preussen haben das zu Zeiten von Scharnhorst und Co. ja auch Kriegsspiel genannt) heisst, hat sich leider sehr weit weg von mechanisierter Kriegführung entfernt und ist immer mehr zum Taktikshooter geworden.

ArmaII ist aber, wie die Vorgänger Armed Assault und Operation Flashpoint, eine sehr taugliche Basis für Mods...

...Mods mit meinen fiktiven Streitkräften etwa. Wo im Jahre 1986 die Commies die NATO toasten wollen und Österreich im Weg ist. Aber nicht das Österreich mit eingegrabenen T34 und 200.000 Mann Mob-Stärke - nein, das Österreich mit fast 2.000 Kampfpanzern und einer Luftwaffe die diese Bezeichnung auch verdient.

Und wer sich jetzt denkt "Hey, Arma-modden, das kann ich doch" und "Der Typ hat so einen totalen Vogel, das muss ich mir ansehen" der möchte sich bei mir melden. Im offiziellen Forum hab ich schon angefragt - vielleicht bekomm ich ja ein Team zusammen.

05.07.2009

Post von den Höhlenmenschen

Das kam heute als Replik auf meinen Eintrag vom Mittwoch:
Herzlichen Dank für das Feedback zur Airpower!

Es freut uns ganz besonders, wenn wir nicht nur unsere "Informationen" an
den Mann bringen sondern auch etwas von unserer Motivation und dem Umfeld
dem Außenstehenden darbieten können.

Veranstaltungen wie die Airpower09 oder aber auch der 26.Oktober am
Heldenplatz sind auch für uns immer wieder Tage, an denen wir Motivation
für unsere tägliche Arbeit tanken können.
Wie Sie, gibt es viele, die uns bei öffentlichen Auftritten den Rücken
stärken und uns zeigen, dass es Leute gibt, die sehrwohl hinter unserer
Arbeit stehen und unseren Dienst wertschätzen.
Es ist für jeden von uns wichtig zu merken, dass die Öffentlichkeit nicht
nur negativ denkt (was man glauben könnte, wenn man nur auf die
Medienlandschaft blickt).

In diesem Sinne bedanken wir uns ganz herzlich für Ihr Mail und verbleiben
mit freundlichen Grüßen aus dem Bunker,

die Cavemen

04.07.2009

Die ganzen Gizmos...

Während heute bei uns höchstens Blitze den Nachthimmel erhellen bewerkstelligt man das jenseits des grossen Teiches auf andere Weise. Da heute nämlich gefeiert wird schiesst man jede Menge Schwermetallsalze in den Himmel.

Heute ist ja Independence Day.

Wie man weiss der Tag an dem die Ausserirdischen angreifen. Da wir aber keinen Doctor Okun mit seinen Spielzeugen zu Verfügung haben der uns eventuell vor Ausserirdischen bewahren könnte, stellt sich die Frage was an wunderbarer Technologie sonst noch so in den Kellergeschossen in Nevada zu finden ist.

Da wären z.B. Superluminalemitter, an welchen man seit 2007 in Los Alamos rumbastelt. Damit verbunden ist die Hoffnung auf enorme Reichweitensteigerungen von Radarsystemen - ob man das auch auf Fighterradare umlegen kann oder das nur auf stationäre Anlagen beschränkt bleibt (oder gar nur aufs Labor) wird sich zeigen.

Dann gibts da schon seit Jahren die Basteleien bezüglich Exoskeletons für Soldaten - quasi die Light-Version von Robert Downey Jr. Dort macht man schon beträchtliche Fortschritte - aber an der Bezahlbarkeit wirds wohl scheitern.

Ein bissel exotischer sind da die noch immer vorhandenen Ideen für Isomer-Waffen. Die Vision eines Sprengstoffes der in quasi-nuklearen Dimensionen wirkt, jedoch ohne die ganzen grauslichen Nebeneffekte, ist natürlich sehr verlockend. Leider wirds praktisch niemals funktionieren - aber bis mans endgültig geklärt hat sollten wir wohl Hafnium einlagern.

Dann gibts da natürlich die mittlerweile sehr vielversprechenden Experimente in Hinblick auf optisches Stealth. Noch ist man dabei auf mikroskopische Objekte beschränkt - aber es funktioniert. Siegfrieds Tarnkappe ist nicht mehr die Utopie wie noch vor ein paar Jahrzehnten; aber bis wir das erste unsichtbare Kampfflugzeug erleben werden wird noch sehr viel Wasser den Missouri runterlaufen.

Auch sehr exotisch - und nach wie vor nur ein Gerücht - sind die Experimente der Air Force mit Antiprotonenwaffen, z.B. zum Zwecke der Raketenabwehr. Die besitzen ein paar recht vorteilhafte Eigenschaften - haben aber leider auch einen Energiebedarf wie eine kleine Stadt.

Was hätt ma noch? Z.B. die aus Firefox ohnehin bekannte Möglichkeit per Gedanken Maschinen zu steuern. Im primitiven Massstab funktioniert das ja bereits. Oder die Basteleien mit Non-Newtonschen Flüssigkeiten in Körperpanzerung. Oder Quantencomputern die demnächst in den Grossrechnern in Arlington und Langley Einzug halten. Oder den echt bizarren Ideen mit transformierenden Flugzeugen...

Also, auch ohne Doktor Okun in seinem Keller in Nevada könnten wir (read: die US-Streitkräfte) demnächst einiges im Arsenal haben wovor sich die Alien fürchten sollten...

03.07.2009

JJ Abrams killed The WB Girls

Bin gestern über folgendes Bild drübergestolpert:

Passenderweise als "The WB Girls" bezeichnet zeigt dieses sehr grosse Foto (ist das eine Montage oder wurde das genauso im Studio geschossen?), datierend zwischen 1998 und 2001, na eben die WB Girls. The WB gibts ja mittlerweile nicht mehr, genau wie die Serien in denen die abgebildeten Damen mitgespielt haben. Und wenn man mal weiter sieht als in die Ausschnitte der Mädels findet sich in diesem Bild deutlich hintergründigeres über die Fernsehlandschaft der späten 90er und auch ein bisschen was gesellschaftspolitisches.

Insoferne ist das Ende der betreffenden Serien, und auch das Ende von The WB mit ihnen, ein definierter Endpunkt einer anderen Fernsehzeit - einer besseren, wie ich meine.

Dabei kommt man vor allem nicht drum rum Keri Russell's Serie - Felicity - näher zu betrachten. Einer der Erschaffer dieser Serie (und auch Produzent, Drehbuchschreiber und Director) war da auch ein gewisser J.J. Abrams. Quasi der Ernst Vettori der Serienmenschen, hat dieser nahtlos den Übergang vom 90er-Jahre-TV (als die politischen Botschaften rar, die Drehbücher gut, und die Einstellung zum Leben noch positiv war - quasi der Parallelstil des Serienfernsehens) zum TV des 21sten Jahrhundert (mit schwachsinnigen Drehbüchern, Toten in jeder zweiten Episode und überbordender Technologie) geschafft. Das einzige Genre welches nahezu unverändert funktioniert ist natürlich Comedy (da wurde halt Home Improvement durch Malcolm in the Middle ersetzt).

Dieses "ohne politische Botschaften" und "mit positiver Einstellung" bringt uns dann auch zu einer Serie die gerne als neumodische Version der Waltons angesehen wird - wiewohl grad diejenige auf obigem Bild welche sie repräsentiert so gar nicht zu den Waltons gepasst hätte. 7th Heaven (welches in der deutschen Version unter dem nicht minder schwachsinnigen Titel "Eine himmlische Familie" lief) war in vielerlei Hinsicht so extrem konträr zu "moderneren" Serien (nahezu allem was HBO in diesem Jahrzehnt lanciert hat, so gut diese Serien zu weilen auch sein mögen) dass es ohnehin schon an ein Wunder grenzte dass man tatsächlich auf 11 Seasons gekommen ist (längstlaufende Serie auf The WB). Auch weil Mackenzie Rosman am Ende der Serie älter war als Jessica Biel zu Beginn (wiewohl der kleinen Ruthie höchstwahrscheinlich ein Madeline Zimasches Schicksal erspart bleibt...) - drehbuchtechnisch musste man zuweilen schon Spagate machen...

Abteilung konträr:
Das Gegenstück zu 7th Heaven gabs ja auch - und es stellt am Bild sogar 50%. Aber man ist dennoch weit entfernt von modernem Fernsehen. Ein Joss Whedon hat (damals noch mit Kristy Swanson) quasi den Urahn des modernen Mystery-Genres geschaffen und das ganze später in eine Serie gepresst - damit ist die oben auch zu findende Sarah Michelle Prinze (das ist schon wie der Witz mit dem Cox-Arquette-Doppelnamen) dann auch bekannt geworden. Warum das ganze mittlerweile nicht mehr funktioniert hat Whedon dann mit Firefly am eigenen Leib erfahren müssen - ein weiteres Beispiel wäre Moonlight welches gerade mal eine Staffel zusammengebracht hat.
Die andere Serie (die das älteste Segment am Bild basiert - alle drei haben mittlerweile schon den 40er in Aussicht) war im 98er Jahr noch geradezu revolutionär - ist aber 2001 (da simma wieder bei dem gesellschaftspolitischen Teil) zerfallen (was sich wohl darin begründet dass die Erfinderin der Serie aufgehört wurde, die Tatsache dass Shannen Doherty durch Rose McGowan ersetzt wurde spielt da nicht mit). Dass man sich dann drehbuchmässig totgelaufen hat - die späteren Seasons waren ja zum Teil schrecklich - war bei der langen (zu langen) Laufzeit nicht zu verhindern. (Buffy lief ja auch Gefahr in diese Falle zu laufen, dort hat mans aber geschafft - Whedon sei Dank - mit klugen Drehbüchern das zu umschiffen; wie man die Buffy und der Vampir-Geschichte zwei mal untergebracht hat, aber so komplett unterschiedlich, grenzt schon an ein fernsehtechnisches Wunder welches heutzutage wohl nicht vorstellbar wäre.)

Dann bleibt da noch die Serie mit dem Bach. Interessanterweise hats gerade der Namensgeber dafür - Van der Beek - als einziger aus der Riege nicht nach oben geschafft. Der andere männliche Leading würgt sich ja gerade in einer Mysters-Serie ab die quasi archetypisch für alles ist was heutzutage schiefläuft - auch weil der eingangs erwähnte Mensch der wie der Panzer heisst dahintersteckt. Die beiden weiblichen Leadings (welche auch beide am Bild zu finden sind) haben (beide als Mütter und Frauen von bekannten Schauspielern - wenn auch die eine schon als Witwe des late Heath Ledger, quasi dem River Phoenix der heutigen Zeit) ja schon das Feld geräumt (wenn auch beide nach Versuchen im Mainstream Fuss zu fassen, und damit meine ich nicht The Gift) - schauspieltechnisch kann man das bei der einen nur befürworten. Damit haben sie Platz für eine Nachfolgegeneration gemacht - die bulimieverdächtigen Einwohner von Orange Country. (Hihi, auch die bereits erwähnte Shannen Doherty passt da ja rein - da wurde halt 90210 durch 90210 ersetzt, originellerweise.)

Auch haben viele der oben abgebildeten (um ein bisschen hier fortzusetzen) ihre Karriere geboostet - am buntesten dabei wohl Aly Milano die in den 90ern so manchen grausamen Film gemacht hat (und ganz zuletzt diejenige die so gar nicht zu den Waltons passt).

Der Bruch dürfte dann tatsächlich irgendwie mit dem bereits erwähnten 2001er Jahr zusammenhängen - und den dramatischen Änderungen in der US-Gesellschaft. Die vielleicht letzten Ausnahmen dazu sind wohl (natürlich ebenfalls bei The WB) Everwood und die Gilmore Girls gewesen - auch wenn sich speziell letztere (wohl auch unter dem Druck von OC und Konsorten) zum Ende hin schon weit von ihren prä-2001-Ursprüngen entfernt haben.
Serie die auf dieser "neuen Welle" schwimmen sind vor allem die mittlerweile vielzähligen Polizei- und Ermittlerserien (an der Forefront natürlich das CSI-Franchise) - klar, bei der zunehmenden Verpolizeistaatlichung die seit jenem Septembertag voranschreitet...

Ja, es ist Nostalgia. (Hey, was James Rolfe kann kann ich schon lange.) Aber begründet, finde ich. Das war eine viel bessere Fernsehzeit... (Es gibt natürlich Ausnahmen - moderne Serie die den Geist jener Zeit auch heute noch innehaben. Aber die sind mittlerweile rar geworden...)

01.07.2009

Post für die Höhlenmenschen

Selbiges hab ich heute bei Caveman abgeschickt:
Hallo liebe Höhlenmenschen,

ich wollte mich für eure wunderbare Vorstellung bei der AirPower bedanken.

Ich beschäftige mich hobbymässig (wobei, das ist schon ziemlich ausgeartet...) mit militärischen Fragen, vornehmlich der US Streitkräfte, in den letzten zwei Jahren aber mit Schwerpunkt ÖBH. Daher konnte ich schon des öfteren feststellen wie die Informationslage hierbei aussieht. Unzählige Homepages übers US Militär, sowohl offiziell als auch inoffiziell, decken einen mit Bergen an Material ein und die Flut an Büchern, viele davon von Ex-Servicemembern, ist schlicht unüberschaubar. Demgegenüber siehts beim Bundesheer ein bissel trostlos aus - originaler Online-Content existiert kaum (die Homepage des BMLV, das S weigere ich mich schlicht anzuerkennen, ist eine lasche Zusammenstellung politisch korrekter, nichtssagender Inhalte, und die paar inoffiziellen Seiten - Airpower, BHI, Doppeladler - müssen sich auf ein paar Photostrecken beschränken da sie auch kaum Informationen bekommen). Damals, im Jahre Schnee gabs doch einige brauchbare Bücher übers ÖBH, die meisten davon findet man mittlerweile eher zufällig im Antiquariat. Und während der 90er waren die Urriskschen Datensammlung (gute Werke, keine Frage; aber für meinen Geschmack ein bisschen zu viel an der Hardware aufgehängt) das einzige was öffentlich erhältlich war. Zum Glück gibts mit den Schriften zur Geschichte des Bundesheeres seit einigen Jahren wieder eine gute Serie an - durchaus auch kritischen - Werken zu finden.
Gerade bei den "schwarzen" Teilen des Bundesheeres (und wer, wie ihr, in der EZ/B rumsitzt darf sich getrost dazuzählen - ebenso wie das Jagdkommando oder das HNaA) ist es komplett unmöglich irgendwo etwas brauchbares zu finden.

Deshalb kann ich (natürlich auch im Rückblick auf die in den letzten Jahren oft auf sehr bizarre Art geführte Diskussion über LRÜ) es nur befürworten wenn man doch beginnt echte PR zu beginnen welche sich nicht darauf beschränkt am 26. Oktober die Leoparden auf den Heldenplatz zu stellen. Die Haltung im Volk dem ÖBH gegenüber ("geschützte Werkstätte" oder ähnliches) beruht ja zum grössten Teil schlicht auf Nichtwissen - dem kann man nur durch ein deutlich aggressiveres Auftreten (auf der Medien- und Infofront) begegnen. Traurigerweise hat man leider seitens der Politik - und was dies betrifft gerade den aktuellen HBMLV (das S - eh schon wissen) - den Eindruck dass es gar nicht erwünscht ist dem Volk einen besseren Einblick ins ÖBH zu bieten. Aber auch seitens der militärischen Spitzen scheint man mit "neugierigen Zivilisten" so seine Probleme zu haben.

Darum kann ich den Wert eures Infostandes (und auch der Techniker vor dem Zelt) auf der AirPower gar nicht hoch genug einschätzen - auch weil ich dort viele Dinge erfahren habe (die ich - frei nach Woody Allen - sonst gar nicht zu fragen gewagt hätte). Von echt interessantem Neuen (und wieder einen Standort der Mobilgeräte erfahren), über kurioses und diverse Details. Und obwohl ich mich doch einige Zeit bei euch "einquartiert" habe - und eine Menge Bullshit gefragt habe - hatte ich nie den Eindruck dass man mich loswerden möchte. Daraus entnehme ich auch dass von Seiten der "Soldaten" (also jenen die nicht mitentscheiden dürfen, aber sehr wohl auszuführen - in der Wirtschaftswelt würde man dies mit dem Euphemismus "Mitarbeiter" bezeichnen) durchaus der Wunsch besteht sich zu positiv präsentieren.

Und in dem Zusammenhang muss ich auch sagen dass ihr mir das Vertrauen ins Bundesheer wieder ein bisschen zurückgegeben habt. Angesichts von politisch motivierten A-Kriechern in der Zentralstelle, von besoffenen Unteroffizieren in Provinzkasernen und einem Ausrüstungsstand quer übers ÖBH der selbst so manchem Bananenrepubliksdiktator peinlich wäre stehe auch ich (obwohl ich den Wert und die Notwendigkeit einer militärischen Macht und die dafür notwendigen Aufwendungen - nicht nur monetärer Natur - anerkenne) an der ständigen Kippe zum "den ganzen Verein auflösen, es bringt eh nichts mehr". Da tut es echt gut zu sehen wie sich manche allen Widrigkeiten zum Trotz in ihre Arbeit reinhängen (und dies auf einem Niveau bei dem wir den Vergleich mit NATO-Staaten nicht scheuen müssen) und so den Glauben an eine Errettung unseres Militärs noch am Leben erhalten.

Ich wünsch euch viel Erfolg mit dieser Seite und sage nochmals Danke.

Maxwell
(Insidern auch dadurch bekannt dass er sich, unzufrieden mit der Geburt und dem Leben des ÖBH gerne fiktive Streitkräfte im Divisions- und Geschwadermassstab ausdenkt.)