24.07.2010

Hotel Rossaufornia

Und noch einer meldet sich in der ÖBH-Diskussion zu Worte, und dies recht deutlich. Ein Vampir. Oder ein ehemaliger halt. Denn während seiner Dekaden an Dienst unter den Untoten hat er sich auch im Schutzmantel der Nacht versteckt, aber ein bisschen Shamanismus später verträgt er Sonnenlicht und Knoblauch wieder ganz gut.

Erst wenn sie pensioniert sind sagen sie Sachen dass du dir schon mal ein "Öha!" denkst. Prototyp dafür ist ja der Karner, der zwar nicht unbedingt recht hat aber zumindest deutlich andere Sachen sagt als ers noch als Strategiefritze im Reich der Untoten getan hätte.

Jetzt gesellt sich auch der Jilke hinzu. Man mag von einem ÖBH-Offizier der eine multinationale Truppe befehligt (auch wenns nur die UNDOF war) halten was man will, aber Fakt ist dass der Mann den Laden in der Rossau sicher kennt, wohl weit mehr als es Bertl und Co. lieb ist.

Warum ist das so dass man erst aus dem Verein ausscheiden muss bevor man den Mund aufmacht? Warum war der Bach der einzige der die Konsequenzen aus dem Bullshit am Donaukanal gezogen hat und sein Amt niedergelegt hat? Haben die dort kein Rückgrat?

Gibts in der Rossau, wie ichs schon mal angedeutet hab, tatsächlich rosa Champagner und Spiegel an den Decken? Wird im Innenhof tatsächlich getanzt? Verfolgen dich dort drinnen tatsächlich die Stimmen vom Spannocchi, Fussenegger und Truxa? Und sitzt dort am Eingang tatsächlich der Nachtportier und mahnt zur Entspannung? Fragen über Fragen...

22.07.2010

Frisch gezapft

Unser bekannt entscheidungsstarker HBP, der HeiFi, hätt also gern einen verpflichtenden Wehrdienst für Frauen. Oder lieber doch nicht - Tags drauf und einen Anpfiff vom Zentralkommitee der SPÖ später hat er das revidiert.

Ja, da war der Mund wieder schneller als das Gehirn. Während das Bundesheer schon gar nicht mehr weiss was man mit all den Rekruten machen soll und am liebsten gestern als heute ein Berufsheer hätte (na, vom Höfler vielleicht mal abgesehen) möcht der rote Heinzi selbiges nochmals mit 25,000 Jugendlichen vollpacken die dann in Parndorf Einkaufszentren bewachen oder auf der Streif Schnee schaufeln. Super.

Wahrscheinlicher ist eher dass man angesichts des mit Schallgeschwindigkeit zusammenstürzenden Sozialstaates dringend mehr billige Arbeitssklaven braucht. Und da das diverse Gesetze verletzten würde die allesamt sogar noch über unserer Verfassung stehen würde man da ein paar Probleme kriegen - also muss man den Umweg über den Wehrdienst / Wehrersatzdienst nehmen. Der bizarre Witz ist ja dass alle Länder die tatsächlich auch den Draft für Frauen haben diese für die Streitkräfte brauchen, und für nix anderes. Die Israelis z.B.

Ich mein, hätten wir eine anständige Armee und würden die Neutralität ernst nehmen würd ich das befürworten. Ich werd vielleicht keinen Panzergrenadier aus dem 19-jährigen Hühnchen machen, aber als Radar-operator bei einem Fliegerabwehrbataillon taugt die noch allemal.
Aber in einem Land in dem die einzige Bedeutung von Draft das Ottakringer vom Fass ist, auch weils selbiges auch in der Offiziersmesse in der Kaserne gibt, sollt man sich sowas eher abschminken.

21.07.2010

Groundhog War

Ziemlich genau ein Jahr ist es her dass ich über die Bohemians aus Saigon geschrieben habe. Und wie wir gestern gesehen haben hat sich die Geschichte doch tatsächlich wiederholt.

Diese Zeitschleifen gibts nicht nur beim Fussball. Ich mein, Afghanistan ist doch eine einzige Zeitschleife. Seit nunmehr acht Jahren quält sich der kleine GI Phil durchs Land (hey, das ist passend - angeblich hat Phil 8 Jahre und 8 Monate in der Schleife verbracht) hat alle möglichen Sachen gelernt und so manchen Suizid vollbracht und beginnt doch immer wieder bei Null.

Warum das so ist lässt sich ganz einfach erklären. Genauso wie sich Phil gegen die Zeitschleife nicht erwehren kann kann das die Army auch nicht mit der Situation in AStan - oder Huub Stevens mit dem Fussball. Man rackert sich ab weil man die Fakten nicht akzeptiert weil sie nicht ins Weltbild passen und man sie ändern möchte. Nur ist die Zeitschleife da, ganz wurscht was Phil macht. Und auch die Taliban sind da, ganz egal wieviel SDBs die B-1 noch abwerfen. Erst als Phil realisiert dass er sich anpassen muss kommt er raus. Auch der Army wird nix anderes übrig bleiben als sich anzupassen. Ditto dem Huub.

Für den Stevens heisst dass das er mit seiner 0815-Gebetsmühlentaktik endlich aufräumen muss - sonst kann er sich die Champions League wieder aufmalen.
Und für die Army heisst dass die muss auch mit ihrer Gebetsmühle (Taliban gesichtet - Bombe drauf) aufhören. Jemand (wars McChrystal?) hat mal gesagt dass man ohne der Air Force ihrer Fliegerei etwa 250,000 Mann für die ISAF benötigen würde. Nachricht fürs Pentagon: Man benötigt sie auf jeden Fall, wahrscheinlich sogar mehr. Die Army hat schon einmal gegen einen Gegner versagt weil sie geglaubt hat ein paar Bomben reichen aus - einzig zu der Zeit als man Airmobile Infantry eingesetzt hat, teilweise mit M1911ern und Bayonetten bewaffnet hat man den Vietcong aufgerieben dass es eine wahre Freude war. Aber da man halt eine Menge eigene Verluste hinnehmen musste hat mans dann wieder gelassen und stattdessen die B-52 auf den Ho Chi Minh-Trail und nach Saigon geschickt.

Denn aktuell tötet man irgendwo mal 50 Taliban und verliert 5 eigene Leute - sinnvoller wärs 1000 Taliban zu töten und 100 eigene Leute zu verlieren. Nur wenn Barack the Builder 100 Tote an einem Tag verkünden müsst, sein Teleprompter würd wohl eingehen. Nein, das will man nicht. Stattdessen groundhogt man auch weiter und steigt Tag für Tag in die selbe Lacke am Randstein. Oder IED, for that matter.

19.07.2010

Some kind of monster

Jaja, gestern lief Charlie Wilson's War. Da ich aber Hollywoods Versuchen sich dem Phänomen Krieg aus einer nicht-Action oder Komödien-Perspektive zu nähern nicht viel abgewinnen kann (wag the dog, anyone?) hab ich den random action flick am Pro Sieben vorgezogen.

Ja, stimmt. Der war vom Abrams, meinem Lieblingsfernsehfritzen. Hat man ihm auch angesehen. Ich will hier aber nicht über den nächsten schwachsinnigen Film von Bad Robot ranten sondern ein bisschen allgemeiner.
Da kommt also dieses "etwas" (oder "some thing" wies im Original passend hiess) und greift NY an. Das ganze dauert keine 7 Stunden. In dieser Zeit ist die Army auch in Manhattan - in force. Klar. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten unterhalten innerhalb der city limits von NYC eine einzige Kampfkompanie der NYARNG (A/1/69-27-42) - die nächste stehende Truppe wären die Mountains droben in Upstate New York, irgendwo wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Heck, es bräucht schon 7 Stunden bis die NYARNG überhaupt alarmiert ist, und um sich zu sammeln würds wahrscheinlich Tage dauern.

Aber so schnell sie dort sind, sowenig können sie ausrichten. Es spielt keine Rolle ob mans mit autonomen robotischen Organismen vom Planeten Cybertron zu tun hat, oder mit "some thing", einem versilberten Surfer, Kriegsgeräten aus einer anderen Welt oder übergrossen Affen - ja sogar gegen einen grün bemalten Eric Bana zieht man den kürzeren.

Nicht nur dass das jenseits jeder Physik abläuft (ich mein, ein M829 Saybo der mit 5500 km/h unterwegs ist fliegt durch einen King Kong quer durch) es läuft auch konträr zur Hollywoodschen Idee vom mächtigen, skrupellosen Militär (bitte schau dir Avatar an). Was ich nicht versteh: warum gibt sich das Pentagon dafür her zum Affen (harhar...) gemacht zu werden weil man das Land (oder die Welt) ohnehin gegen keine Bedrohung schützen kann die über ein paar Kameltreiber in einer Höhle in Afghanistan hinausgeht.

Ja, mir ist klar dass der Plot das verlangt. Aber warum springen die PR-Fritzen am Potomac da sofort auf? Braucht man die Rekruten wirklich so dringend dass man nichts auslässt um die Streitkräfte als Hochglanzballerspiel darzustellen? Scheinbar. Aber zumindest eine Parallele zwischen dem Hochglanz und der Realität besteht. In the end, its not the US armed forces that are victorious...

18.07.2010

Swords to ploughshares

Neuigkeiten gibts mittlerweile auch aus dem Golf. Na, net dem persischen. Dem mexikanischen. Also dem Golf in dems zwar auch jede Menge Öl gibt, aber keine Flugzeugträger. Aber für die US-Politik ist der - zumindest in der jüngeren Vergangenheit - trotzdem interessanter gewesen.

Nach einer halben Undendlichkeit hats BP da jetzt doch endlich geschafft das Ölleck unter Kontrolle zu bringen. Das hätt man auch schneller haben können - man hät das Loch einfach nuken sollen. Zugegeben, "einfach" wärs nicht gewesen. Die Navy hat ihre Lulus und SUBROCS schon vor Jahren ausgemustert und die Air Force hat einfach nichts im Arsenal was sich unter Wasser einsetzen liese. Also man hätt schon etwas zusammenschustern müssen. Aber ich bin mir sicher die Jungs in Al-Bu-Quer-Que hätten das schneller zustande gebracht als die BPschen Ölheinis.

Mir ist klar, wenn jemand von Nukes spricht gibts diesen Beissreflex, sogar ausserhalb dem Pfui-da-sind-Atome-drin-Land Österreich. Aber mal davon abgesehen dass das ja nicht atmospherisch gewesen wäre haben die Gazillionen an Crude die in den Golf geflossen sind (die genaue Menge wird man, auch da BP die Zahlen ja frisiert, wohl nie erfahren) wohl mehr Schaden gemacht als ein 40, 50 kt-Rumms.

Grad die USA haben ja - verdamp lang ists her (um BAP zu zitieren) - damals jeden möglichen Schmarrn mit Nukes gemacht. Das lief unter der Plowshares-Serie an Tests. Aber ist mir schon klar, das war damals die Aufruchsstimmung die das ermöglicht hat - heutzutage gelten ja Atomwaffen als eben dies, als Waffen. Aber auch Nobels Dynamit wird für zivile Zwecke eingesetzt. Und sogar im Dynamit sind Atome drin...

17.07.2010

Schutzmäntelchen

Oder, um weiter fortzusetzen, der Höfler.

Jaja, da kommen sie wieder raus, die Sesselfurzer aus der Rossau. Wenns darum geht ihren Chef den Bertl zu verteidigen da sind sie meter. Hey, jetzt wiss ma zumindest warum es deren 157 braucht. Um für unsere unfähigen Minister in die Bresche zu springen und deren Ärsche zu verteidigen wenn sie wieder mal irgendeinen Blödsinn von sich geben.

In den USA kommen die Generäle dann hervor wenn es gilt den Minister zu kritisieren, wegen eben solchem Blödsinn wegen dem er hier verteidigt wird. Zugegeben, der Jar-Jar bastelt ja mittlerweile dran alle Generäle zu entfernen die ihm zurückreden (Moseley, Petreaus, Wynne, Carlson...) aber selbst dem Norty kommt schon das eine oder andere Wort raus. Und ihr könnt euch sicher sein dass auch zukünftig die Sternenträger der USA den Mund aufmachen werden wenn sie politische Vorgaben für Bullshit halten (auch wenn er nicht unbedingt bullshit ist, die haben logischerweise auch Interessen - aber gegen offensichtlichen Schmarrn würd man dort drüben ankämpfen). Hierzulande, wenn Bullshit aus dem Ministerium kommt dann springt man rein in die selbe Scheisse und erklärt sie zu Gold.

Irgendwie kommen mir die unseren vor wie Vampire. Die kommen auch nur zu einer speziellen Zeit raus, und bei beiden ist es die Zeit in der sie unter einem Schutzmantel operieren können - im einen Fall die Nacht, im anderen Fall der Minister. Aber ohne diesen Mantel bringen beide nix zustande... gut, zumindest zerfallen unsere Generäle nicht zu Staub...

15.07.2010

Teuflisch

Oder, um von gestern fortzusetzen, der Stabschef. Der hat auch recht wenig Ahnung, aber eine Position in der er diesen Unsinn verzapfen darf.

Ein Drittel - A FUCKING THIRD - des ganzen Bundesheeres sind zivile Vertragsbedienstete. Zugegeben, auch bei den US Streitkräften schauts ähnlich aus - nur müssen die Vereine wie eine DARPA, eine handvoll Militärgeheimdienste und mehr Forschungs- und Entwicklungsprogramme unterhalten als am CERN laufen. Aber was machen die Zivilfritzen bei uns? Da sollt man mal ansetzen. Aber 10,000+ Nasenbohrer entlassen, das werdens nicht spielen. Nicht beim Entacher seinem Parteibuch.

Ulkig werden seine Spagate zwischen "brauch ma" und "brauch ma (eigentlich a, oba derf i) net (sogn)". Er hat also kein Problem damit dass die Fähigkeit zur Kriegsführung (what little remains thereof, that is) komplett den Gully runtergeht, aber warnt davor das wir 4.000-5.000 Mann zum Schutz wichtiger Infrastruktur brauchen. Wer bitte soll was vor wem schützen?? Zum militärischen Objektschutz ist bei uns keine Sau ausgebildet (bitte die Marines haben für sowas, für die nachwievor vorhandenen Detachments an Objektschützern von Einrichtungen der nuklearen Infrastruktur der Navy, eigene Ausbildungen), wir haben keine Ausrüstung dafür (ahja, Objektschutz in der Innenstadt mit Sturmgewehren wo ein jeder Fehlschuss die Oma drei Strassen weiter von ihrem Rheuma erlöst)... Und was sollen wir schützen? Einkaufszentren im Burgenland? Das gibts schon... Und vor wem? Terroristen? Da wir bei jeder Gelegenheit den Arabern in den Arsch kriechen und Wien nachwievor Drehscheibe für die ganzen Spinner ist ist das nicht sehr wahrscheinlich - und vor militärischen Kräften zu schützen wär eher dämlich. Da wären jene Panzer gescheiter die man eben nicht mehr hat.

Wobei, vielleicht tu ich dem Entacher ja Unrecht. Vielleicht hat er eh einiges am Kasten. Aber schon alleine dadurch dass er seine Seele verkauft hat und für seine Pension (powered by SPÖ...) jeden Scheiss erzählt ohne rot (5 Euro in die Schlechte-Wortspiel-Kassa...) zu werden sprech ich ihm jede Berechtigung ab sich zu dem Themenkomplex zu äussern