14.07.2010

Betstunde

Damit das Sommerloch nicht ganz so leer wirkt haben einige Gestalten schon wieder eine Bundesheer-Debatte vom Zaun gebrochen.
Klar, in unserem Operettenstaat taugt Sicherheitspolitik ganz gut für die Sommerschwüle wo die Politiker und das Hirn der meisten Staatsbürger auf Urlaub weilt. Einer ernsthaften Debatte geht man ja aus dem Weg wie ein Schrittmacherpatient einer Mikrowelle.

Neben all den üblichen Figuren die bei solchen Themen halt ihre Spinnereien so absondern gesellt sich einer dazu der eigentlich besser wissen müsste. Martin Rosenkranz, je nach Sympathie auch als Maro oder "Airbauer" bekannt, Betreiber jener Seite auf die ich hier auch verlinkt habe - und auf der ich über die Jahre zum Dauergast geworden bin.

Ich muss schon sagen, als ich nach lesen des Kommentares den Namen Rosenkranz darunter gelesen habe hab ich gestaunt. In dem Text war genug Blödsinn um ein paar Roland-Emmerich-Filme zu füllen - nur das wir hier halt nicht von Popcorn-Kino reden sondern von etwas bierernstem. Zugegeben, ich bin vielleicht ein bisschen vorbelastet - aber so sehr ich den Verein am Donaukanal auch hasse, wenn da jemand mit der Abrisskugel kommen würde, ich würd mich an selbige dran binden.

Das interessante hieran ist ja dass man generell nicht unbedingt Ahnung haben muss (ich würde mich natürlich hüten dem Martin Ahnungslosigkeit zu unterstellen, auch wenn mich sein Kommentar an seinem Verstand zweifeln lässt - ist halt eine andere... Sichtweise; ich möcht ein EMERCON haben und nicht eine verbeamtete Nasenbohrer-Truppe die der Schottermitzi untersteht) um seine Meinung kundtun zu können. Ob das "Experten" a la Gärtner, Beamtenpensionsbezieher wie Karner oder gar Witzminister wie der Bertl höchst selbst sind - die Möglichkeit gehört zu werden korreliert bei allen nicht wirklich mit ihrem Sachverstand. Weil die die eine Ahnung haben halten lieber die Klappe, aus etwa tausend Gründen. Und die die glauben eine Ahnung zu haben, nun, die nennt man wohl Blogger. Glauben heisst ja bekanntlich nix wissen, wies so schön heisst. Aber als Glaubender kann man natürlich einen Rosenkranz immer gut brauchen.

13.07.2010

Funken

Ja, mag sein das einige schon keinen Fussball mehr sehen können. Ich bin, nach 64 Spielen die ich tatsächlich alle gesehen habe, auch ganz froh das jetzt wieder Ruh ist.

Aber einen kurzen Rückblick können wir noch machen. Denn ich möcht die Frage stellen warum das mit manchen Nationen nie funktionieren wird.
Als erstes gilt es mal festzuhalten dass Fussball ein Sport fürs Proletariat ist - "panem et circensis". Aber mal von Golf und Tennis abgesehen gilt das wohl eh für jeden Sport.

Manche Nationen sind in diesem Falle z.B. die USA. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten in dem du mit einer guten Idee Milliardär werden kannst, in dem den Soldaten ein Commanders Intent reicht bringt im einzigen Ballspiel in dem angesichts fehlender Taktikkorsette Ingenuität gefragt ist nix zusammen. Dafür ist man Weltführer in Spielen wie Gridiron oder Baseball in denen selbst hirnlose übergewichtige Hillbillies brillieren können weil die Taktik des Spieles ähnlich rigide ist wie die Marschformation der Roten Armee auf dem Roten Platz.
Und das passt interessanterweise. Denn die Sowjets, bei denen eigenständiges Denken nie belohnt wurde und deren Piloten per GCI bis an den Feind geführt wurden, samt automatischem Lenkwaffenstart, die waren bizarrerweise immer eine Macht im Fussball.

Wie passt denn sowas? Klar, heutzutage steckt soviel Geld dahinter dass Soccer halt nicht mitkann mit Football, in jeder Bedeutung von letzterem Wort. Aber auch in den USA hat Baseball mal klein begonnen.
Der echte Grund dürfte wohl darin liegen dass in den typisch amerikanischen Ballsportarten schon per Regelwerk Punkte garantiert werden während im Fussball selbst zu Zeiten eines WM-Systems kaum mehr als 10 Tore zu sehen waren. Scheinbar zuwenig für die Entertainment-Junkies dort drüben.

Gut, das erklärt dann wohl auch die Aussenpolitik der USA. Do muas es schnölla, do muas es krocha weil sonst ist dem amtierenden Präsidenten wohl fad...

01.07.2010

Der Zonk des Monats

Juni 2010

geht an

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP)

für

ihre Idee eines AssE Mk.2

Einer der Gründe warum die Schwarzen eigentlich noch unwählbarer als die anderen sind ist deren Fähnchen-im-Wind-Mentalität. Die Grünen würden alle Ausländer einbürgern, die Orangenen alle Ausweisen, die Blauen alle eh-scho-wissen, die Roten haben dazu (wie zu vielem) keine Linie und die Schwarzen, die machen genau das was die besten Umfragewerte bringt, auch wenn das von Woche zu Woche verschieden ist.
Und so ist man auch ganz plötzlich auf einen Weg eingeschwenkt der vorher undenkbar war. Jenes subjektive Sicherheitsgefühl welches bis jetzt des Niessls Domäne war wollte die ÖVP jetzt auch in Wien haben. Klar, es steht ja die Wahl an. Aber mit dem Vorschlag man möge doch bitte MPs (also hierzulande die Militärstreife) patrouillieren lassen hat man dann doch den Vogel abgeschossen. Wie ein Poster im derStandard.at-Forum so schön meinte: "Und nennen werden die das ganze Sicherheitsservice, die passende Abkürzung dafür gäbs ja schon..."

06.06.2010

Unpolitisch

Und wenn wir schon von Fussball sprechen... da beginnt nächste Woche wieder mal die WM.

Und die ist nach-wie-vor, vielleicht mehr noch als es die Eishockey-Variante jemals war, ein Tummelplatz der Nationen die man sonst eher als Achse des Bösen kennt.
Klar, die Russen sind diesmal zwar nicht dabei (weil halt doch ein Unterschied zwischen dem Team und der Liga besteht) und auch Dauergast Iran (des sand de mit de Atomwoffn) glänzt durch Abwesenheit.

Als Stand-Ins fungieren dieses Jahr dafür die Serben (die man vor ein bissel mehr als 10 Jahren noch bombardiert hat) und die Nordkoreaner (des sand de aundan mit de Atomwoffn). Schad eigentlich dass dem Hugo seine Chaostruppe nicht dabei ist...

Mir ist klar dass der offizielle Standpunkt der FIFA, wie auch von IOC und den meisten anderen Verbänden, der ist dass man die Politik und den Sport gefälligst zu trennen hat (andererseits, frag nach bei den Dänen - deren 92er Titel war letztendlich reine Politik).
Ich werd mich dem beugen.

Daher gibts ab morgen keinen AAFN mehr. Der wird das Zepter an seinen unpolitischen Kollegen (read: alter ego), den Angry Soccer World Cup Nerd, abgeben. Der wird, fernab von UN, Militär und Terroristen in den nächsten Wochen das geschehen in Südafrika kommentieren.

Line-ups

Und aufgrund der aktuellen Ereignisse kanns vielleicht auch nicht schaden sich wieder ins Gedächtnis zu rufen wie die Kontrahenten aufgestellt sein könnten.

Türk Deniz Kuvvetleri:
  • 4 x FFGHM Type MEKO 200 TN II - Harpoons und ESSM
  • 4 x FFGHM Type MEKO 200 TN I - Harpoons und Sea Sparrow
  • 8 x FFGHM Ex-USN Oliver Hazard Perry Short Hull - Harpoons, Standard und ESSM
  • 2 x FFGH Ex-USN Knox - Harpoons und ASROC
  • 6 x FFGM Ex-Marine Nationale d'Estienne d'Orves - Exocet
  • 6 x SSK Type 1200/Type 209 - Torpedos
  • 8 x SSK Type 1400/Type 209T - Torpedos und Harpoons

Heil HaYam HaYisraeli:
  • 3 x FSGHM SAAR 5 - Harpoons und Baraks
  • 3 x SSK Type 800/Modifizierte Typ 209 - Torpedos und Harpoons

Sieht nach einer recht ungleichen Schlacht aus. Und da ist das ganze Raketenboot-Gemüse noch gar nicht reingerechnet.
Natürlich, man würd in der Nähe der israelischen Küste wohl Besuch von den Ra'ams, Sufas und Baraks erhalten. Aber gerade die Israelis die in den letzten Dekaden nahezu jedes Luftabwehrsystem kennengelernt haben welches die Sowjets/Russen jemals exportiert haben ("Das kleine SA-1 mal eins") hätten wohl Schwierigkeiten mit einem, wenn auch nicht unbedingt mehr taufrischen (die SM-1 ist eine Waffe der 70er), NATO-SAM-System für das sie weder Training noch Technologie haben (und da stellt sich weiters die Frage ob die Israelis überhaupt was von Seezielbekämpfung verstehen - IIRC können die Ra'ams zwar Harpoon tragen, würd mich aber wundern wenn man das jemals geübt hätte). Und eine SM-1 outranges a HARM any time of the year.
Suffice to say, bevor ich hier fröhlich weiterspekulier, dass das eine ganz interessante Sache werden könnte. In jeder Hinsicht, denn seit sich das letzte Mal Schiffe im Feuer fanden sind mittlerweile 28 Jahr vergangen...

02.06.2010

Krieg ist gut fürs Geschäft

Gestern war noch was. Gestern wars dreissig Jahre her dass Dave Walker und Lois Hart zum ersten Mal mit dem CNN-Logo im Hintergrund vom Fernseher grinsten. Und wer hätt gedacht, den ältesten und vielleicht auch meist respektierten Nachrichtensender gibts noch immer.

Und wies so schön heisst, Only bad news are good news, war der Sender auch am erfolgreichsten mit Mord und Totschlag. Als Arnett vom Balkon seines Hotels in downtown Baghdad kommentiert hat während die F-117 die Stadt in Schutt und Asche gelegt haben da ist der Stern aufgegangen.

Kriege gabs wahrlich genug in den 30 Jahren. 80 AStan, 81 Golf I, 82 Falklands, 83 Bekaa, 85 Grenada, 86 Lybien, 89 Panama, 90 Golf II, 93 Somalia, 95 Bosnien, 96 Chechnya, 98 Golf III, 99 Jugoslawien, 2001 AStan II, 2000 Chechnya II, 2003 Golf IV (lol, das klingt schon wie eine U-Boot-Klasse), 2008 Libanon, 2009 Georgien...

Und CNN hat dabei auch die moderne Geissel des Militärs geschaffen, die schreckliche live coverage von der Front, dieses grausliche "embedded". Ich mein, klar, für uns Militaristen ist das natürlich super den Krieg bis ins Wohnzimmer geliefert zu bekommen. Aber auch die Höhlentaliban bekommen damit beste Intel geliefert. Das muss nicht sein. Und natürlich erwischts öfters mal einen Reporter, etwa im Hagel der 30mm Ammo eines Apache.

Aber auch die Reporter werfen im Krieg ihre Moral über Bord (wenns um eine Story geht) und stehen damit dem Militär nicht um viel nach.

01.06.2010

Der Zonk des Monats

Mai 2010

geht an

Die Tzva Hagana LeYisrael, besser bekannt als IDF

für

das Mavi Marmara-Desaster

Klar, die Israelis sind nicht unbedingt für ihre Zurückhaltung bekannt. Aber das vorsätzliche Erschiessen von Zivilisten ist schon eine ganz neue Dimension.
Das aufbringen der "Hilfsflotte" ist schon recht - aber das kann man auch besser machen. Aber dass Crowd Control bei den Israelis nicht den grössten Stellenwert besitzt ist auch nichts neues - dort drunten werden die Dinge ja traditionell mit einer Galil geregelt.
Nun, der Zonk wird hinkünftig wohl das geringste Problem der Israelis sein. Das letzte bisschen an Backup das sie im Westen bis jetzt hatten löst sich in Rauch auf und die türkische Marine rüstet sich schon dafür den nächsten Konvoi bis nach Gaza City zu eskortieren. Und wenn dann die ersten Harpoons durchs Med fliegen ists nur mehr ein kleiner Schritt zum nächsten Nahostkrieg...