03.11.2010

Kanallianz

Die Briten sind am Sand. Und wer das bis jetzt nicht geglaubt hat hat jetzt den ultimativen Beweis bekommen. Die stolzen Briten, die also ständig so tun als würd sie der Rest Europas nichts angehen und jeden Schas machen den ihnen die USA vormachen haben jetzt kapituliert. Das Land gegen welches man 20 % der letzten tausend Jahre Krieg geführt hat muss auf einmal aushelfen weil man sich in den letzten 30 Jahren ins Armenhaus gewirtschaftet hat.

Man kooperiert also mit den Franzmännern. Eine NATO in der NATO quasi. Die Channel Treaty Organisation von mir aus. Oder Organisation du traite de la manche für die frankophonen.

Hui, da ham sich zwei gefunden. Wie ist das mit den zwei Kranken im Bett? Was erwarten sich Cameron und Sarkozy von der Geschichte?

Mal ehrlich, wer glaubt dass die Franzmänner die Triomphants oder die Tommies die Vanguards streichen? Oder dass die Rafale von der QE startet (oder dass die QE ein Schwesterschiff der CDG wird und sich die Jungs in Rosyth die Beine in der Schlange vorm AMS in den Bauch stehen?)

Beide Nationen haben schon ihre Rüstungsindustrie verstümmelt als das moderne Mergertum noch gar nicht existiert hat (die Tommies in den 50ern mit BAC und Co., die Franzmänner mit ihren diversen "Ateliers" gleich nach dem Krieg) - und heut tät man kooperieren und die riesigen Industriekolosse die kein Mensch mehr braucht (Thales, BAe, Dassault, Rolls Royce...) abmontieren?

Während England zerbröselt und in Frankreich jeden Tag Tränengas im Wert von einer Million Franc verballert wird sperr ma ein paar Grossbetriebe zu und setzen 50.000 Leute auf die Strasse? Ganz bestimmt.

Aber hey, vielleicht ists eh ganz passend. Denn so wie bei denen grad alles den Gully runter geht muss es ja irgendwie im Kanal landen - vielleicht ist es eher mehr ein Abwasserverband...

02.11.2010

Der Zonk des Monats

Oktober 2010

geht an

Headquarters, United States Air Force

für

eine Stationierungsplanung die einfach nur mehr schwachsinnig ist

Man könnt diesen Zonk im wesentlichen für so ziemlich jedes neue Modell vergeben welches in den letzten 20 Jahren eingeführt wurde. JCA, Drohnen, die kommende F-35, die Osprey - you name it. Meistens wars kaum nachvollziehbar aus welchem Grund die Vögel auf jenen Air Force Bases gelandet sind (oder irgendwelchen RAPs, MAPs und Co.) - militärisch und ökonomisch wars kaum zu rechtfertigen.
Aber den absoluten Vogel hat man mit der F-22 abgeschossen. Nachdem man die F-117 im Eilverfahren rausgeschossen hat hät man Holloman eigentlich zusperren müssen. Das wär auch logisch gewesen - in der Mitte von nirgendwo, keine 100 Meilen von der mexikanischen Grenze entfernt. WSMR und Biggs konnten eine vollwertige Basis nicht rechtfertigen. Also hat man kurzerhand zwei F-22 Squadrons hingestellt. Während also langjährige Adlerhorste wie Lakenheath, Kadena oder Eglin übergangen werden kommt der Wundervogel in die Pampa New Mexicos. Und so bläst man also 100-sonstwas Millionen Dollar in die Basis und stellt die Tarmac mit Raptoren voll...
...und bevor man damit fertig ist kommt man drauf dass das doch nicht so eine gute Idee war und beginnt die Vögel wieder abzuziehen. Oh, und die Basis von neuem umzubauen. Weils ja gar so billig war. Eh nur der Gegenwert einer F-22 den man in der Einöde von Alamogordo verschleudert hat weil man einfach ein bissel länger braucht. Die Raptoren gehen dafür nach Eglin.
Wer übrigens glaubt man würd jetzt Holloman zudrehen der irrt... man stopft den Platz jetzt mit Drohnen aus Creech und Vipern aus Luke voll...

01.11.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: Upgrades

Oder: Weil wir Milliarden in irgendwelche 130 Millionen-Wunderjäger aus Fort Worth stecken können wir uns nicht mal das Upgrade vom alten Krempel leisten.

Es gibt bei der Air Force noch jede Menge alter Flugzeuge - in der Aviation Press nennt man jene Vögel die vor der Mitte der 70er vom Band liefen, also quasi alles vor F-15C/D, gerne schlicht geriatric. Alt, eben.

Klar, das ist nicht immer so einfach die Vögel zu ersetzen - seek no further than the KC-X. Man müsste Unmengen an Geld ausgeben für etwas worüber keine Bude mehr in den USA know-how hat und wäre im besten Falle gezwungen im Ausland zu kaufen und im schlechtesten nirgends weil so ein Produkt mit unter 20 Jahren Vorlauf nicht erhältlich ist.

Blame yourself, dafür dass man die Aviatikindustrie so verkommen hat lassen.

Aber es gibt ja eine Lösung: das Upgrade.

Ich mein, wenn die Briten noch Ende der 80er mit Weltkriegs-Zwo-Shacks, in den 90ern mit Todesfallen-Victors und bis vor kurzem noch mit 50 Jahr alten Petter-Canberras rumgeflogen sind kann die Air Force noch locker ein paar Jahre aus den alten Gurken rauspressen.
Nur: viel zu oft holt einen dann die Realität wieder ein. Da wäre das AMP-Projekt für diejenigen vor sich hin rostenden Herkies die man nicht mit der J-Version ersetzen kann (wegen zu wenig Geld) - dabei spielt es scheinbar keine Rolle das man für fast 60 Prozent des Neupreises einer Herky II eine quasi unmodifizierte alte Krücke mit neuen Displays kriegt - aber da aus irgendeinem Grund eine Firma die die Herky nur vom Open House in Paine kennt diese Modifikation durchführt ist mir ungefähr klar warum man das macht.

Oder die Golden Eagle, jene ominöse F-15G. Während man die Raptor also absticht möchte man die alten Eagles bei denens schon die Longerons zerbröselt mit ein paar Cockpit-Spielereien noch mal 20 Jahre durchprügeln. Die Realität sieht freilich anders aus: Eilig und leise zieht man die kaum einsatzfähigen Geräte aus dem Dienst - seit September hat ACC keine einzige F-15 mehr im Arsenal; derzeit fliegen die grauen noch bei PACAF und USAFE. Aber Zeremonie gabs keine - logisch, wär ja peinlich. Und ich glaub nicht wirklich dran dass man für einen rostenden Vogel der Guard monströse Modernisierungen startet.

Und einen hab ich noch: Das C-5M-Programm, SuperGalaxy genannt. Wie manche schon spotten: "If wonder if theres intelligent life in this Galaxy." Für schlappe 120 Millionen Dollar pro Aiframe (was natürlich weit mehr ist als das Ding damals gekostet hat) bekommt man gerademal ein re-engine-ing und ein weiteres AMP zusammen, muss aber weiter mit dem selben müden Vogel auskommen der schon während des Sturms von Saigon geflogen ist. Und wie uns die Herren in Scott vorrechnen, rechnet sich das Upgrade innerhalb von wenigen Jahren quasi von selbst. Aha, nur warum schafft man dann trotzdem nicht die ganze Flotte upzugraden sondern muss wieder die Hälfte nach Tucson schicken? Wohl weil die SuperGalaxy das Sinnbild des Upgrades des alten Schrotts ist: Man möchte das Klumpert am liebsten eher heute als morgen dem Schrotthändler verkaufen (die MC-rates der C-5 werden nur mehr von einem einzigen Gerät im US-Arsenal über, nein eigentlich untertroffen, jenem 600 Millionen Dollar Wunder aus Palmdale nämlich - McNamara sei Dank übrigens) hat aber den dringenden Bedarf. Und so upgradet man gerade das was man minimalst braucht. Spielt dabei auch keine Rolle das man für das komplette Upgradeprogramm 30 neue C-17 bekommen hätte.

Ich wunder mich ja fast schon dass noch niemand auf die Idee gekommen ist die alten Stratobladders upzugraden... die können locker noch bis 2050 fliegen.

31.10.2010

The movie has no sense

Es wär eigentlich so einfach - da gibts irgendeine Bedrohung die die Zivilisten ummäht und wen ruft ihr dann? Ghost... - nein, das war wieder was anderes. Natürlich die Herren die automatische Waffen führen dürfen und in deren Gebrauch ausgebildet sind. Also die Montana Miliz... Moment, wieder falsch.

Im Falle von gestern wars die ArNG. Da liess Wes Craven der ohnehin seit Jahren dafür bekannt ist mit scheusslichen Drehbüchern an den Haaren herbeigezogene Slasherstories auf die Leinwand zu bringen eine Gruppe Gardisten gegen die übliche Kannibalenmörderbrut ziehen. The Hills have Eyes II, der zweite Film mit diesem Titel der wenig mit dem ersten Teil (weder Nr. 1 noch Nr. 2) und gar nichts mit dem ersten zweiten Teil zu tun hat (keine Angst, ich blick auch nimma durch) lässt einen wieder mal am Verstand der Army zweifeln - da lassen sich selbige Gardisten von einer Mutantenfamilie hinraffen... - nein, Moment. Eigentlich sind sie sich selbst der schlimmste Feind weil sie nahezu alles vergessen was man ihnen jemals beigebracht - selbst der Squad Leader stirbt im Feuer seiner eigenen Männer. Dabei lässt es Craven nicht aus jedes bescheuerte Cliche mit allen Vorurteilen übers Militär zu verbinden, zusammengehalten von einem Mörtel aus schlichter Ahnungslosigkeit.

So hat man ein feines Plot Vehicle um neun professionelle Kämpfer (granted, das waren nur weekend warriors) durch ein paar nuklear mutierte Hillbillykanibalen zerschnetzeln zu lassen. Kein Wunder wenn man in AStan nicht mehr gewinnen kann wenn schon ein paar Analphabeten in ihren Höhlen die National...

...mir wird gerade so einiges klar. Vielleicht ist der Film realistischer als ich bisher dachte.

28.10.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: Neverhappening stories

Secretary Gates hat sich ja zum Schrecken aller Nextwaritisler aufgeschwungen. Jetzt zählt nur mehr was man aktuell im Krieg gebrauchen kann - Dinge die für den Fall X (also etwa Angriff der Xe oder Angriff der Rotchinesen) gehortet werden braucht man nimma.

Jaja... vonwegen. Warum hält man dann an einer Nukleardoktrin fest für die man grad wieder drauf und dran ist Milliarden in den Gully zu kippen, für neue Boomer, RRWs, ICBMs und einen 2018-Bomber?

Oder, um es etwas konventioneller zu halten: warum steckt man Milliarden in die Ausrüstung und Ausbildung einer Spezialtruppe die seit 60 Jahren (und sechs Wochen, um genau zu sein) nicht mehr zum Einsatz gekommen ist und dies auch nicht mehr wird?

Des woar scho imma so, wie man hierzulande sagt. Kein Mensch der noch bei Verstand ist würde auf die Idee kommen die Marines aufzulösen, auch wenn die seit Ende des Korea-Krieges nicht mehr sind als eine grössenwahnsinnige Variante der Army. Aber fürs bewachen von ein paar Kameltreibern braucht man keine drei dutzend Phibs aller Coleur, milliardenschwere Schwimmpanzer und unbezahlbare Senkrechtstart-Stealth-Jabos.

Und, make no mistake, das nächste Mal wenn die Marines eine Landung durchführen und ein Feind ist an der Küste eingegraben gibts ein Gemetzel dass Iwo dagegen wie eine Modelcastingshow wirkt.

Also gleich weg mit dem Verein. Und wenn man schon dabei ist: solang man nicht Market Garden für einen Steven Spielberg-Film reenacten möcht könnt man die 82nd auch gleich einstampfen - ich fress einen kompletten Fallschirm wenn die jemals irgendwo aus einer Herky in Bataillonsstärke rausgeworfen werden wo auch ein Feind auf sie wartet.

27.10.2010

Märchenstunde

Jetzt geistert wieder eine Atomgeschichte durch die Gazetten - den Jungs in Warren hats für etwa eine Stunde ihre ICBMs abgedreht.

Und schon kommt wieder eine Maschinerie in Gange, dass es zum Kopf-greifen ist.

Der Grund warum mit solchen Meldungen mittlerweile hausieren gegangen wird ist der selbe Grund warum so was überhaupt passieren kann. Eine durchgehende Modernisierung der Minutenmänner und ihrer Lauch-Infrastruktur wäre so teuer wie das Manhattan-Projekt - und leider auch so notwendig. Der alte Ramsch - die FKs sind über 35 Jahre alt, die Infrastruktur teilweise über 40 - ist teilweise am Rand der Operabilität - und teilweise halt darüber, sonst wär das nicht passiert. Und so versuchen jetzt manche, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Militärs, die Leverage solcher Ereignisse zu nutzen um Spenden zu sammeln. Darum muss sowas jetzt entsprechend kommuniziert werden - vor 15 Jahren wär sowas kaum an die Öffentlichkeit gekommen.

Das andere was man sich fragen muss ist was der Jar-Jar jetzt macht. Nachdem er wegen etwas änhlichem den Moseley und den Wynne gefeuert hat (wers glaubt) und danach SAC wiederbelebt hat stolpert man jetzt weiterhin von einem Fettnäppchen ins nächste (erinnert sich noch wer wie die Missile Wings letztes Jahr reihenweise durch ihre Bereitschaftsprüfungen gerasselt sind?) - hat sich nicht viel geändert Mr. Gates, nicht?

Zum Kopfschütteln sind dann natürlich die die die Panik ob der erhöhten Verwundbarkeit packt - als ob die paar Minutemen die wahrscheinlich nicht mal mehr aus ihren Silos kommen im SIOP irgendwas bewerkstelligen würden. Natürlich vorausgesetzt dieser SIOP würde irgendwann mal gebraucht werden...

Ahja, Stichwort SIOP. Da gibts dann die Typen die über die OPSEC besorgt sind - wohl zuviel ferngesehen? Das sind natürlich auch jene die glauben mit dem komischen Aktenkoffer könnte man Atomkrieg führen - und im Umkehrschluss, ohne den Koffer nicht. Noch so ein Märchen...

(Und um vielleicht mit einer ernsthafteren Frage zu schliessen: wie siehts mit Backup-Systemen a la ERCS aus? Alles tot?)

26.10.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: US of nowhere

Der Grund warum man noch mit Stoners Krochn aus dem Jahre Schnee rumwerken muss (und die M16/AR-15 hat Colt in Hartford schon zusammengebaut als Izhmash die AKM montiert hat - aber nur die K wird als alter Schrott bezeichnet...) ist der dass man im Bereich Infanteriebewaffnung zum Bodensatz der Welt gehört. An guten Tagen gibts zwei Firmen die dort drüben brauchbare small arms herstellen können (und bevor ihr euch fragt - das sind Barrett und Kimber) - an schlechten niemanden.

Aber Ablöseprogramme für die M16 gabs wahrlich schon genug - aber blöderweise für die dortige Politik kam als Sieger immer entweder Steyr, HK oder FN raus. Alle so schrecklich unamerikanisch.

Also wurschtelt man weiter - man will sich nicht eingestehen dass das Material der anderen besser ist und man es denen schlicht abkauft. So wies die Russen mittlerweile machen - ich würd ihnen zwar nicht mal ne Ankerkette für die Mistral verkaufen, aber die haben zumindest erkannt dass sie besser fahren wenn sie ihr Öl- und Gasgeld einem ausländischen Hersteller mit Willen und Know-How geben anstatt Milliarden von Rubel in ihre eigene abgefuckte und korrupte Industrie zu blasen.

Eine Erkenntnis die in den USA fehlt - dort hat die gesamte Verteidigungsindustrie schon längst aufgehört ihren eigentlichen Daseinszweck - das Ausrüsten der Streitkräfte - zu erfüllen und beschränkt sich mittlerweile darauf, politisch gefördert, das Land abzuzocken. Und so wird man in Bälde nicht nur bei der Infanteriebewaffnung am Sand sein, sondern auch bei Kampffahrzeugen (bei denen man etwa 10, 15 Jahre konkurrenzfähig war, mittlerweile aber auch hinter Italien, Südkorea und Japan liegt, von den Franzmännern, Russen, Deutschen und Engländern gar nicht zu reden - und in Bälde auch die Brasilianer, Südafrikaner und Chinesen vorlassen muss) und im Flugkörperbau (wo man in jedem wichtigen Teilbereich schon lange nimma vorn ist und nur overall noch die Nr. 1 ist).

Bizarr eigentlich: sonst importiert man dort drüben jeden Krempel aus der Welt, aber sobalds grün angemalt ist wird nur mehr exportiert...