31.01.2009

Der Zonk des Monats

Januar 2009

geht an

Die Geschäftsführung der Airbus Military SL

für

das Zugeben des völligen Versagens beim Bau des A400M-Transporters

Es wär ja prinzipielle nix verwerfliches dran - eher erfreuliches - wenn ein Unternehmen zugibt dass man sich verschätzt hat und das nicht so hinhaut. Aber erstens wars nicht wirklich freiwillig kommen doch von Seiten der Luftwaffe und der RAF bereits sehr harsche Worte die möglicherweise vor Gericht enden. Und zweitens ist das im wesentlichen ein Eingeständnis für einen Umstand der in dieser Industrie mittlerweile gang und gebe ist: die Salespeople versprechen ihren Kunden des blaue von Himmel (während die Techniker im selben Raum nur mehr entsetzt an die Decke starren) und die Kunden hinterfragen das nicht mal.
Dann stehen die einen ohne Flugzeuge da und die anderen mit einem Milliardenverlust. Vielleicht hätte man doch vorher mit den Ingenieuren reden sollen.

30.01.2009

Meine 10 Cent

Manch einer hat wohl von Peres' und Erdogans "Wortwechsel" gehört. Die Pali-Propaganda hat ja sehr schön dafür gesorgt dass die Israelis jetzt überall als Massenmörder dastehen. Die Tatsache dass die Hamas eine Terroristenorganisation ist und seit Jahre auf Zivilisten zielt wird ja nicht weiter berücksichtig. Aber Kollateralschäden nach israelischen Angriffen machen die "neuen Nazis" aus eben jenen. Das muss ich nicht verstehen - ich verstehs auch nicht.

Während man sich bis jetzt vor allem auf die handvoll von WP-Sprengköpfen versteift hat, scheints als ob die IDF etwas deutlich hochtechnologischeres verwendet hat was zwar legal ist aber dennoch besonders grauslich wirkt.

Das Zeug nennt sich DIME - "Dense Inert Metal Explosive". DIME verwendet Metallstaub im Sprengkopf anstatt traditioneller Schrapnelle. Dadurch wird der Splitterflug deutlich reduziert - die Waffe kann deshalb in urbanem Gelände verwendet werden da weniger Kollateralschäden auftreten.
Nur: näher an der Detonation, wo man früher unter Umständen unversehrt davongekommen ist kann einen das jetzt Kopf und Kragen kosten - und das sogar wörtlich. Diese Mikroschrapnelle bewirken sehr oft Amputationen.

Dies bedeutet dass eine Waffe die eigentlich konzipiert wurde um Kollateralschäden zu verringern eben genau diese verursacht und dies auf einem Level das irgendwelche Anschuldigungen über Kriegsverbrechen gar nicht mehr so absurd erscheinen lässt.

Nur: die Waffe wurde ursprünglich verwendet um Kollateralschäden zu verringern - etwas wofür die IDF enorme Summen für aufwendet. Während die Hamas auf der anderen Seit so etwas wie Kollateralschäden gar nicht kennt, den jeder tote Israeli ist ein guter Israeli - wurscht ob Soldat oder Kleinkind.

29.01.2009

Folgende Personen sind nicht schwul

Fixpunkt meines Tagesablaufes sind - genau jetzt! - die Simpsons.

Und das schon seit Jahren. Ich hab den Film gesehen und ich hab die Serie gesehen. Ich hab die Serie sogar mehrmals gesehen, die meisten Folgen drei, vier-mal und mehr.

Ich kann in den meisten Szenen (die wichtigen jeder Folge) schon mitsprechen und kann die meisten Lieder auch mitsingen (Who needs the Kwik-E-Mart?).

Nerdig? Maybe. But than I AM THE NERD after all.

Andererseits laufen auch Typen in Stormtropper-Rüstungen oder als Klingonen rum oder lernen die Spezifikation ihres Mechs auswendig. Da bin ich ja eh in guter Gesellschaft.

Und solange sogar weltbekannte Physiker und gekrönte Oberhäupter zuweilen zum Nerd werden hab ich auch kein Problem damit...

27.01.2009

Mit Präzision am Ziel vorbei

Man testet.
Und zwar ein neues Projektil für die 120mm M256 Panzerkanone des Abrams. Das Ding nennt sich Mid-Range Munition und ist endphasengelenkt.
Panzermunition. Gelenkte. Schon. Wieder.

Nein, versteht mich nicht falsch. Aber man wird bei der Army ein bissel geschädigt was deren Entwicklungsprogramme betrifft ist das doch schon der dritte Versuch so was zu entwickeln.

Aber, bei allen Vorteilen die gelenkte Munition bringt möcht ich das schon hinterfragen. Willst du damit auf Panzer schiessen? Ja? Dann brauchts du hohe Mündungsgeschwindigkeit. Wenn du den Penetrator und den Treibspiegel nun noch mit Sensorik, Lenkung und einem Flügelsatz versiehst wird das Ding ungleich schwerer und die Mündungsgeschwindigkeit, damit die Penetrationseigenschaften und die effektive Reichweite, deutlich geringer. Du kannst mit so einem Ding also höchst zielgenau keinen Panzer zerstören.
Gut, der M256 Nachfolger - genannt XM360 - steht ja eh bereits in den Startlöchern. Für den Abrams-Nachfolger entwickelt springt die Army damit auch auf den Autoloader-Zug auf. Das heisst dann wohl dass man mit der Pulverladung so weit raufgehen kann dass das erhöhte Gewicht ausgeglichen ist. Aber wenn man nicht fundamental umkonstruiert werden von den grösseren Projektilen und den höheren Pulverladungen eben weniger ihn einen neuen Panzer passen.
(Oder vielleicht will die Army wieder mit HEAT auf Panzer schiessen? Wo doch die Russen den ERA-Bau perfektioniert haben. So dumm kann nicht mal die Army sein.)

Man kann also zielgenau weniger Panzer vernichten.

Mal davon abgesehen dass ich an einen neuen Panzer erst glaube wenn er mir durch den Vorgarten fährt scheint dass aber ohnehin zu bestätigen dass sich die Army auch in Zukunft weiter in Richtung einer schwer bewaffneten Wach- und Schliessgesellschaft entwickelt und ihre Kernkompetenz, den Bodenkrieg, weiter abbaut.

Freuen wir uns also auf die präzisionsschlagfähige, laserbewaffnete, hochmobile Brigaden-Army des Jahres 2020 die alle Turbanträger und Kameltreiber in nullkommanix zu Allah schickt aber gegen eine neo-sowjetische Panzerdivision kein Leiberl mehr hat.
Aber wie sagte schon der Typ der Jar-Jar Gates' Engagement verlängert hat: "Yes we can."

26.01.2009

Nebelgranaten

Wie der Presse zu entnehmen ist läuft beim ÖBH bereits eine Untersuchung bezüglich des Unfalles auf der A22 unweit des GÜPl der Dabsch-Kaserne bei Korneuburg.

Das wirft einige Fragen auf und liefert gleichzeitig einige Antworten:

Warum halten die Herren GWDs nicht den Dienstweg ein (sollen meinetwegen im BMLV anrufen oder beim MilKdo) sondern spazieren geradewegs zur Presse? Lediglich Geltungssucht? Oder ist der Hass aufs Bundesheer schon so gross dass jede Chance genützt wird das ÖBH in der Öffentlichkeit anzupatzen?

Wenn das so stimmt wie die Herren GWDs das aussagen stellt sich die Frage was für Idioten tatsächlich in unserem Heer sitzen? Ich kenne einige (aktive und ehemalige) Militärs und muss leider sagen dass das mit meinem Eindruck bezüglich - hach, wie formulier ichs höflich? Dass in einem Land in dem die Idiotendichte ohnehin schon recht hoch ist leider sich diese tatsächlich im Bundesheer zusätzlich anreichern.

Man darf sich aber auch nicht wundern. In einem Land dessen Kasernen-Infrastruktur schon peinlich genug ist ist es leider so dass die GÜPls - soweit überhaupt vorhanden - meistens irgendwo reingequetscht sind. Auf diesen paar Hektar, irgendwo zwischen Wohngebieten und Autobahnen soll dann eine Ausbildung stattfinden. Dann passieren eben solche Dinge.

Schiessstätten liegen im nirgendwo, Gefechtsübungen in Allentsteig oder BN sind mittlerweile zur Seltenheit geworden, sinnlose Kasernen mit Dächern wos reinregnet werden offengehalten während jene mit brauchbarer Infrastruktur zugesperrt werden. Aber das ist ja eh wurscht, bei sechs Monaten Grundwehrdienst kann man ohnehin nicht mehr ausbilden.

Ich könnt so einen Hals kriegen - weil das ist ja alles nicht wahr. Im BMLV lügt man sich brav vor dass eh alles in Ordnung ist und wundert sich dann über solche Aktionen.
Nein, wahrscheinlicher ist vielmehr dass man am Donaukanal recht gut über die Situation bescheid weiss, die Situation aber zu verschleiern versucht - nein, vielmehr zu "vernebeln".

Hoffentlich gibts nicht auf der Lände auch mal einen Batzen Unfall bei den Nebelgranaten die man in der Rossauerkaserne andauernd zündet...

25.01.2009

Eine solide Basis

Ich muss mich - wie ihr gestern lesen konntet - schon einiger Gedankenspielereien bedienen um unseren Luftstreitkräften adäquate Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

In anderen Ländern braucht man sowas nicht - da kann man aus dem Vollen schöpfen. Weil man während der schlechten alten Zeit als die Einen noch die guten und die Anderen noch die bösen waren ein paar Milliarden reingebuttert hat.

Von 1947 (also als die Air Force gegründet wurde) bis 1960 hat die US Air Force 67 major bases in Betrieb genommen. Davon waren acht neugebaut (Arnold AFB, TN; Loring AFB, ME; Little Rock AFB, AR; K I Sawyer AFB, MI; Glasgow AFB, MT; Grand Forks AFB, ND; Minot AFB; ND; Air Force Academy, CO), zehn von anderen Teilstreitkräften übernommen (Beale AFB, CA; Patrick AFB, FL; Parks AFB, CA; Sampson AFB, NY; Ethan Allen AFB, VT; Wolters AFB, TX; Clinton-Sherman AFB, OK; Grissom AFB, IN; Pease AFB, NH; Vandenberg AFB, CA), zwei wiedereröffnet (Edward Gary AFB, TX; Rickenbacker AFB, OH) und die restlichen 47 reaktivierte Basen aus dem Krieg.

Einige dieser Namen sind ja auch heute noch schwer bekannt. In Minot sind die BUFFs stationiert, in Little Rock die C-17, in Beale die Dragon Ladys und die Global Hawks und in Vandenberg wohnen die Raketenmenschen.

Einige dieser Namen lassen das Herz eines jeden kalten Kriegers schnell werden. Pease, wo die FB-111 stationiert waren, Loring wo die BUFFs zuhause waren oder Glasgow von wo die F-89 starteten.

Dann gibts auch noch einige Namen die für die Historiker interessant sind wie Richard Bong AFB und Kalkaska AFB.
Moment, wird da einer jetzt sagen. Die Air Force hatte nie Basen mit diesem Namen. Fast richtig. Bong, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Chicago gelegen, wurde fast fertiggestellt, dann aber nie genutzt. Aktuell stellt sich die Basis etwa so dar wie Aspern oder Deutsch Wagram (hah!) bei uns.
Oder Kalkaska, etwa 320 Kilometer nordwestlich von Detroit gelegen, mitten in der Pampa Michigans. Kurz nachdem man den Standort ausgewählt hat wurde der Bau gestrichen. Bizarrerweise wurde die Basis bereits als "AFB" designiert obwohl sie nie existiert hat.
Auch interessant ist Nenana AFB in Alaska. Bereits fix und fertig gebaut hat SAC dann festgestellt dass die Basis mitten auf einer Verwerfungslinie lag und man dort lieber doch nicht mit Atomwaffen hantieren wollte.

Irgendwann musste man die enorme Infrastruktur dann schliesslich auch abrüsten. Heutzutage heisst sowas "Base Realignment and Closure Commission" und wird im Sprachgebrauch schlicht als BRAC bezeichnet. Daraus ist sogar schon das Verb "to brac" geworden, was die Schliessung einer Basis oder das Deaktivieren einer Einheit als Konsequenz dieser Kommission beschreibt.

Diese Stilllegung hat auch zu allerlei Absurditäten geführt. So verfügt die Kleinstadt Limestone in Maine mit nicht einmal zweieinhalbtausend Einwohnern mittlerweile über einen internationalen Flughafen der selbst einer Millionenstadt gut zu Gesicht stünde - die ehemalige Loring AFB, ehemals grösste Basis von SAC und dafür ausgelegt ein Doppelgeschwader B-52 (90 Maschinen) betreiben zu können.
Oder die frühere Slocum AFB welche eher als Navy Base taugen würde, liegt sie doch auf einer Insel im East River (wer hat da Rikers gesagt?).
Oder Turner AFB, GA welche von Miller gekauft wurde und mit einer der grössten Brauereien der Welt beflastert wurde. Prost - zehn Jahre zuvor wurden am selben Fleck noch Atombomben gestapelt.
Oder Wendover AFB, dessen Runways sogar eine Staatsgrenze durchscheiden. Gut, die Bewohner des Wüstenkaffs wird das nicht sonderlich stören, haben die doch eh relativ wenig Verwendung für einen Flughafen mit vier Runways.

Hey, vielleicht haben wir uns am Ende einfach nur ne Menge Geld gespart. Oder wie mal ein sehr zynischer pensionierter Air Force Pilot gemeint hat: "Es ist doch gut das so viele ehemalige Basen abgerissen werden und darauf Golfplätze errichtete werden. Wir brauchen noch viel mehr Golfplätze."

Wo ist jetzt eigentlich mein 7er-Eisen hingekommen?

24.01.2009

Maxwell's Luftstreitkräfte: FH Deutsch Wagram

Der Fliegerhorst Deutsch Wagram wurde 1938 durch die Deutsche Luftwaffe als Reaktivierung des ehemaligen k.u.k. Fliegerhorst Strasshof eröffnet. 1943/44 wurde eine 3.000 m Beton-Runway errichtet, zu dieser Zeit eine der längsten in Europa.

Von 1945 bis 1955 wurde der Horst durch die VVS benutzt - Teile der 8. GvBAD waren dort mit Il-28 Beagle stationiert.

Im Juli 1955 wurde der Horst durch die Luftstreitkräfte übernommen und als "Horstgruppe Deutsch Wagram" (HG DW) durch das Fliegerunterstützungskommando direkt geführt.

Die Baumassnahmen begannen umgehend: Die Piste wurde saniert, im Süden wurde ein Vorfeld errichtet, mehrere Verwaltungsgebäude, ein unterirdisches Tanklager sowie insgesamt 20 HAS. Ausserdem wurden südlich der Basis Militärwohnungen für mehr als einhundert Familien errichtet.
Die Bauarbeiten konnten im Mai 1957 abgeschlossen werden.

Mit 1. Januar 1957 wurde in Deutsch Wagram die "Fliegerhorstabteilung Deutsch Wagram" (FlHAbt DW) unter dem Kommando von Oberstleutnant Martin Schwan offiziell aufgestellt.
Die erste Einheit in Deutsch Wagram war die Jagdbomberstaffel 2 (JBSta 2) welche ebenfalls mit 1. Januar unter dem Kommando von Oberstleutnant Andreas Rentenberger aufgestellt wurde. Die Einheit war mit F-5A Thunderstreak ausgestattet.

Mit 1. Februar 1957 wurde das Fliegerabwehrbataillon 6 (FlAB 6) der Luftstreitkräfte unter dem Kommando von Major Wolfgang Janeschitz aufgestellt. Das Bataillon war mit 75mm Fliegerabwehrkanonen M3 ausgestattet welche den Schutz des Horstes übernehmen sollten.

Am 1. April 1957 wurde JBSta 2 zu JBSta 4 und FlAB 6 zu FlAB 42 umbenannt.
JBSta 4 wurde am selben Tag dem in Deutsch Wagram aufgestellten Jagdbombergeschwader 41 (JBG41) unter dem Kommando von Oberst Hans-Peter Harland unterstellt.

Am 1. September 1958 wurde schliesslich die zweite Staffel, Jagdbomberstaffel 19 (JBSta 19), aufgestellt. Bis Februar 1959 konnte das Geschwader insgesamt 28 Maschinen übernehmen.

1959/60 wurden weitere Gebäude für die Fliegerabwehreinheiten errichtet, ein gehärtetes Waffenlager, ein Instandhaltungsbereich sowie sechs weitere Hangare.

1964 wurde ein weiterer Ausbau durchgeführt. Die Runway wurde im Süden um 350 m verlängert und im Gegenzug der nördlichste Abschnitt stillgelegt. Ausserdem wurden zusätzliche Taxiways errichtet, sowie eine Dispersal-Zone mit acht Revetments.

1966/67 wurde JBG41 auf F-4C Sabre umgerüstet.

1966 wurde ein eigener Bahnterminal mit Anschluss an den Bahnhof Strasshof am Gelände des Fliegerhorstes errichtet.

1969/70 wurde JBG41 auf F-16D Mirage umgerüstet. Dabei wurde das Waffenlager ausgebaut und der Instandhaltungsbereich vergrössert.

1971 wurde FlAB 42 auf das Fliegerabwehrraketensystem GAINFUL umgerüstet (und zu Fliegerabwehrraketenstaffel 42 - FlARakSta 42 - umbenannt). Dem vorhergehend wurde eine eigene Fliegerabwehrzentrale, eine neue Radaranlage sowie drei Annexe für die Startanlagen errichtet.

1974 wurden zusätzliche Wohnungen errichtet.

1978 wurden sechs neue Hangars errichtet sowie die ursprünglichen Wohnungen und Verwaltungsgebäude saniert.

Mit Ende 1979 wird FH Deutsch Wagram durch die folgenden Einheiten belegt:
  • Fliegerhorststaffel 4 mit UH-22B Alouette und U-13B Paris (Teil der Betriebsdivision, Camp Roeder)
  • Jagdbombergeschwader 41 mit F-16F Mirage (Jagdbomberstaffel 4 "Obsoletes" und Jagdbomberstaffel 19 "Deltas")(Teil von Luftdivision 24, FH Zwölfaxing)
  • Fliegerabwehrraketenstaffel 42 (Teil von Fliegerabwehrraketengeschwader 4, FH Langenlebarn; Teil von Luftdivision 26, FH Aspern) mit Fliegerabwehrraketensystem GAINFUL
Der aktuelle Horstkommandant ist Oberstleutnant Christian Sonnleitner.