30.11.2008

Der Zonk des Monats

November 2008

geht an

Das Oberkommando der Voyenno-Morskoy Flot Rossii, der Russischen Marine

für

die Kassierung des U-Kreuzers K-152 Nerpa

Man weiss nicht ob die Inder für den Kahn bezahlt haben, oder ob er überhaupt für die Inder vorgesehen war. Aber wenn er wirklich nach Goa hätte gehen sollen wärs sogar möglich das die Russen den ganzen Vorfall nur fingiert haben um sich ein nie budgetiertes Akula II-Boot ins Inventar einzuverleiben.
Nun, wünschen wir ihnen viel Glück. Auch die US Navy hatte mit ihren Zerstörern der Shah-Klasse (a.k.a. Kidd) noch viel Freude.

29.11.2008

Die Top 11...

Flugzeugkonstrukteure (Die Personen, nicht die Firmen.)

Warum Top 11? Because I like to go one step beyond. (Copyright by Douglas Walker)

(Und das ist natürlich höchst subjektiv. Ausserdem hab ich mich auf die post-WWII-Zeit beschränkt; daher gibts keinen Junkers, Messerschmitt oder Tank.)

11. Abraham Karem, IAI/General Atomics/Boeing (Israel/Vereinigte Staaten von Amerika)
Karem gilt als Vater der modernen Drohne, hat er doch in den 80ern die RQ-2, den Vorläufer der heutigen Predator entwickelt. Seine Konstruktionen werden immer durch Propeller angetrieben - er hat noch nie ein jetgetriebenes Luftfahrzeug entwickelt.

10. Robert L. Bartini, Beriev/Bartini (Sowjetunion)
Bartini, ein italienischer Kommunist, war der sowjetische Experte für Flugboote (daher Beriev) und IGE-Fahrzeuge. So technologisch fortschrittlich seine Entwürfe auch waren, gebaut wurde kaum etwas. Sein legendäres WIG-Flugzeug rostet heute in Monino vor sich hin.

9. Elbert L. "Burt" Rutan, Scaled Composites (Vereinigte Staaten von Amerika)
Rutan ist durch so Entwürfe wie Voyager und SpaceShipOne bekannt geworden. Er baut abseits aller Konventionen und ohne Metall. Und auch die DARPA steht bei ihm Schlange - fürs Militär hat er z.B. ARES gebaut.

8. John K. "Jack" Northrop, Lockheed/Douglas/Northrop (Vereinigte Staaten von Amerika)
Northrop hatte Zeit seines Lebens nur eine Vision: einen Nurflügler bauen. Obwohl seine Entwürfe aerodynamisch einwandfrei waren, war die Technik noch nicht soweit. Nach vielen, oft tödlichen Fehlschlägen, endete Northrops Mission nach mehr als 40 Jahren - bei der B-2.

7. Vladimir M. Myasishchev, Tupolev/Petlyakov/Myasishchev (Sowjetunion)
Wenn Myasishchev nicht gerade im Gefängnis saß wurde er von Tupolev sabotiert. Trotzdem schlug er Tupolev mit dem ersten sowjetischen strategischen Bomber und war lange Zeit Chef von TsAGI und MAI.

6. Alexander Kartveli, Bleriot/Fokker/Republic (Frankreich/Niederlande/Vereinigte Staaten von Amerika)
Der gebürtige Georgier hat vor dem zweiten Weltkrieg in den grossen Werkstätten der Welt gelernt und ist dann bei Seversky gelandet, dem späteren Republic. Er ist für jeden erfolgreichen Entwurf aus Farmingdale verantwortlich: die P-47, die F-84, die F-105 und schliesslich die F-103.

5. Pavel O. Suchoi, Tupolev/Suchoi (Sowjetunion)
Auch Suchoi hatte mit Tupolevs Angriffen zu kämpfen - und die waren zeitweise so wirksam dass er sein OKB verlor. Mit den Su-9 und Su-15 konstruierte er Flugzeuge für die PVO und mit der Su-7 war Suchoi der erste der ein Flugzeug mit Schwenkflügeln zur Truppe brachte.

4. William E.W. "Teddy" Petter, Westland/English Electric/Folland (Grossbritannien)
Petters kurze Karriere umfasste vom Trainer (Gnat) über den Helikopter (Whirlwind) und den Bomber (Canberra) bis zum Hochleistungsabfangjäger (Lightning) die ganze Palette. Seine Karriere wurde durch das legendäre White Paper 1957 abgestochen.

3. Edward H. Heinemann, Douglas (Vereinigte Staaten von Amerika)
Heinemann zeichnet für nahezu jeden erfolgreichen Douglas-Entwurf der 50er verantwortlich, inklusive solcher Legenden wie die A-4, die F-6 und das erste Mach-2-Flugzeug der Welt, die Skyrocket. Und eine seiner Entwicklungen ist heute noch im Einsatz: die Mk80-Serie an Freifallbomben.

2. Sydney Camm, Hawker (Grossbritannien)
Camm ist in die Annalen der Geschichte mit seinem letzten Entwurf eingegangen: der Kestrel. Camm war seit Ende des zweiten Weltkrieges Vordenker in Sachen VTOL, vielen Naysayern zum Trotz. Und vorher hat er unter anderem die Hurricane und die Hunter erfunden.

1. Clarence L. "Kelly" Johnson, Lockheed (Vereinigte Staaten von Amerika)
Kelly Johnson ist die einzige Person die je zwei Collier Trophys erhalten hat - und das sagt eigentlich schon alles. Er hat die Electra, die A-28, die P-38, die F-80, die F-104, die U-2, die SR-71 und die D-21 entwickelt - alles Aufgaben an denen andere zerbrochen wären.

28.11.2008

Contracting, the Air Force Way

"There's three ways to contract:"

Das Buch welches mich diese Woche beschäftigt hat war "Skunk Works", von Ben Rich und Leo Janos. Ben Rich war 16 Jahre Chef (von insgesamt 36 Jahren bei dem Verein) dieser mehr als legendären Einrichtung und hat 1994 seine Erinnerungen an diese Zeit in dem Buch verarbeitet.
Neben vielen interessanten Geschichtln über bizarre Ideen, schwierige Entwicklungen und erfolgreiche Tests beleuchtet Rich dabei auch einen Teil seiner Dienstzeit von dem die Skunk Works besonders betroffen waren: die contracting policy der Air Force.

"The right way, the wrong way, and the Air Force Way."

Und die Dinge die er erzählt - vor allem das ganze Kapitel 16 - wirken nach 14 Jahren noch immer so als ob sie diesen Sommer geschrieben worden wären.
"General Electric's jet engine plant at Evendale, Ohio, sells its engines to the commercial airlines for 20 percent less than to the Air Force. Price gouging? No. But the Air Force insists on having three hundred inspectors working the production line for its engines."
"An Air Force general in procurement at the Pentagon once confided to me that his office handled thirty-three million pieces of paper every month - over one million per day. He admitted that there was no way his large office staff could begin to handle that kind of paper volume, much less read it."
"General Dynamics is forced by regulations to store ninety-two thousand boxes of data for their F-16 fighter program alone. They pay rent on a fifty-thousand-square-foot warehouse, pay the salaries of employees to maintain, guard, and store these unread and useless boxes, and send the bill to the Air Force."
"There is so much unnecessary red tape that by one estimate only 45 percent of a procurement budget actually is spent producing the hardware."
"Isn't that the wrong way?"

Und der aktuelle Track Record, mit Disastern wie der F-35, der KC-45, heck, eigentlich jedem Flugzeugtyp welcher gerade in Beschaffung steht scheint ja zu beweisen dass sich daran nichts geändert hat. Nur: die Summen hinter den Projekten sind grösser geworden und damit auch die Beträge die im Ausguss verschwinden...
Bevor Jar-Jar Gates irgendwelchen schwachsinnigen Drohnenideen hinterherjagt sollte er eher versuchen sein Beschaffungswesen zu reformieren.

"Yeah, but a lot slower!"

(Und bevor sich jemand wundert, die interne Skunk Works Regel Nr. 15 lautete: "Starve before doing business with the damned Navy. They don't know what in hell they want and will drive you up a wall before they break either your heart or a more exposed part of your anatomy.")

27.11.2008

No they don't have a (new) gun

Wie letzte Woche verlautbart wurde ist die Army gerade wieder auf der Suche nach einem neuen Sturmgewehr.

Nun, ich musste erstmal schmunzeln. Die Army sucht einen M16-Nachfolger schon seit einer Zeit in der ich noch zum Kindergarten ging. Und es ist ja nicht so dass die Waffentechnologie seit den späten 60ern stehen geblieben ist.

Und erwogen, getestet und geforscht hat die Army schon zur Genüge. Da gabs vor Jahren das ACR-Projekt. Dort sind aber die amerikanischen Modelle ziemlich abgestunken weil HK mit einer modifizierten G11 und Steyr mit ihrem endgeilen ACR-Prototyp reingefahren sind. Da wurde dann nichts draus.
Dann hat man Jahre später (unter irgendeinem "Land Warrior"-Typ-Programm) die OICW erfunden. Trotz all den USA-Fähnchen die da droben waren kam das zugrundeliegende Gewehr... von HK natürlich. Aber mit jedem Monat der verging wurde das Projekt kleiner und kleiner bis es irgendwann mal weg war.
Vor ein paar Jahren hat man dann - das war nachdem man in Afghanistan einmarschiert ist - festgestellt dass man mit den alten .223er Bleispritzen kaum brauchbare Mannstopwirkung erreicht. Daraufhin hat man die 6,8mm SPC Ammo entwickelt (10mm Auto anyone?). Nur, eingeführt hat man die neue Munition auch heute noch nicht. Zwar bauen Knight, Bushmaster und wer weiss noch wer (selbst Steyr bietet die AUG A3 mittlerweile in 6,8mm SPC an!) diverse AR-15-Klone in dem Kaliber, aber die Army hat bis heute nix gekauft.

Und kaufen müssen sie wohl in Europa. Wie übrigens ein Grossteil des Kleinwaffenarsenales der US Streitkräfte (und Behörden) mittlerweile aus good ol' Europe stammt. HK (Mk 23 und MP5), FN (M240, M249), Benelli (M1014), Beretta (M9), Glock (Hauptwaffe des FBIs sind z.B. Glock 22 und 23), Steyr (rüsten z.B. den US Customs Service und das Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms aus) liefern mittlerweile alles ausser Sturmgewehre an die Army. Und die Bastion wird auch noch fallen, weil waffentechnisch die US-Firmen (Colt, Winchester, Remington, Olin, Knight, Bushmaster, Kimber, Barrett und noch ein paar) kaum was brauchbares zusammenbringen. Nicht umsonst sind den Verkaufszahlen nach noch immer diverse AR-10 und AR-15-Klone (nach einem 50 Jahre alten Entwurf) die Verkaufsschlager in den USA.

Dabei hätte man alle Gründe was zu unternehmen. Die US Streitkräfte sind die einzige Streitmacht auf dem Planeten welche seit sieben Jahren kontinuierlich im Einsatz ist, gehen aber noch mit Waffen vor die technologisch auf den 50ern basieren. Und da ist ausnahmsweise sogar unser Bundesheer besser ausgestattet (und das will was heißen).

25.11.2008

Einer hupt und der andere schraubt...

SOCOM bekommt zur Zeit ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk. Brandneue Helikopterdrohnen werden gerade geliefert; Ausdauer, Reichweite, Geräuschsignatur und die Dienstgipfelhöhe sollen alles übertreffen was bis jetzt Rotoren hatte. Das Ding nennt sich Hummingbird und kommt von Boeing.

Moment mal...
Manch einer kratzt sich jetzt am Kopf und fragt sich "Seit wann kann Boeing Helikopter bauen?"

Nun, Boeing kann nicht Helikopter bauen. Man hat einfach den Entwickler von dem Ding, Frontier Aircraft zusammengekauft. Und dabei deren Chefkonstrukteur und wohl einen der letzten Kontrukteure vom alten Schlag vergrämt.

Nun, Boeing konnte noch nie Helikopter bauen. Und damit manifestiert sich eines der grossen Probleme der US-Luftfahrtindustrie: Zwei der grössten amerikanischen Helikopterproduzenten haben von Helikoptern null Ahnung.

Boeings Helikoptersektion besteht im wesentlichen aus den zusammengekauften Resten von Vertol und McDonnell Douglas (das frühere Hughes). Hughes war wohl mal die fähigste Helikopterschmiede der USA - darum standen sie finanziell schlecht da. Dann wurden sie von Boeing übernommen, arbeiteten auf einmal wirtschaftlich aber waren nicht mehr fähig halbwegs brauchbare Technologie zu entwickeln - kein Wunder das Boeing die Army nur mehr mit der X-ten Version der Chinook und dem mittlerweile 24sten laufenden Jahr der Apache-Fertigung ausnimmt.

Dann gibts da noch Bell. Die hatten von Flugzeugbau Zeit ihres Bestehens recht wenig Ahnung (wenngleich ich mich als Fan der P-39 Airacobra outen muss). Ihre Helikopter waren nur deswegen brauchbar und wurden gekauft weil sie immer die ersten waren - das Modell 47 war verglichen mit dem was bei Flettner und Sikorsky in den 40ern schon flog ein Witz, aber nunmal der erste Helikopter mit FAA-Zulassung. Ditto mit der Huey/Jet Ranger-Familie... auch wenns bereits wenige Jahre später weit fähigere Modelle vom Mitbewerb gab hatte man da schon einen Marktanteil beisammen der für alle Zeiten reichte. Neuentwicklungen seitdem? Fehlanzeige! Nicht umsonst hat sich der neue ARH der Army als Fehlschlag erwiesen - war er doch im Grunde nix weiter als das x-te Revival der Huey/Jet Ranger-Familie.

Dafür hat man hochfähige Konstrukteure wie Kaman, Piasecki oder Schweizer nie wieder mit Aufträgen versorgt und sie quasi damit getötet. Nur: warum baut dann Kaman nach wie vor die besten zivilen Schwerlasthubschrauber der Welt und Schweizer baut experimentelle Hochleistungshubschrauber für die Army? Weil sies können... und keine Shareholder haben und Senatoren schmieren.

24.11.2008

Vor lauter Antennen den Wald nicht sehen a.k.a. Photo-Phun (1)

Ich hab mich vor kurzem als Feind des HNA geoutet - ja, ich möchte diesen Pseudoladen tatsächlich weghaben. Aber dies soll heute nicht das Thema sein - vielmehr die diversen beeindruckenden Antennenwäldern von HNA und Co. quer durch Österreich...

Warnung: Viele der nachfolgenden Anlagen unterliegen dem Sperrgebietsgesetz - das mit den gelben Schüdln (mir ist natürlich klar dass das fotographieren von dem Schüdl selbst technisch gesehen schon ein Verstoss ist...). Teilweise inklusive IR-Kameras und Schäferhunden; daher rate ich davon ab rund um diese Liegenschaften rumzuschleichen.

Daher müssen wir diese Tour virtuell unternehmen... mit Google Earth.

Zivile Behörden - Austrocontrol:

Flugsicherungsanlage Feichtberg
Gemeinde Kopfing im Innkreis, Bezirk Schärding

Flugsicherungsanlage Buschberg
Bezirk Mistelbach

Militär - HNA:

Fernmeldeaufklärungsanlage Königswarte
Bezirk Bruck an der Leitha

Fernmeldeaufklärungsanlage Kohlreitberg
Bezirk St. Pölten - Land
(Sehr Low Res)

Fernmeldeaufklärungsanlage Deutsch Kaltenbrunn
Gemeinde Deutsch Kaltenbrunn, Bezirk Jennersdorf

Ehemalige Fernmeldeaufklärungsanlage Plochwald
Gemeinde Windhaag bei Freistadt, Bezirk Freistadt

Militär - Luftraumüberwachung:

Ortsfeste Radarstation Kolomannsberg
Gemeinde Thalgau, Bezirk Salzburg - Umgebung

Ortsfeste Radarstation/Flugsicherungsanlage Speikkogel
Bezirk Wolfsberg

Ortsfeste Radarstation Steinmandl
Bezirk Mistelbach

Vorbereitete Radarstellung Zeilerberg
Gemeinde Winden am See, Bezirk Neusiedl am See

Vorbereitete Radarstation Irrsberg
Gemeinde Strasswalchen, Bezirk Salzburg - Umgebung

Vorbereitete Radarstation Hochwechsel
Bezirk Neunkirchen
(Sehr Low Res)

Ehemalige Radarstellung Reisalpe
Bezirk Lilienfeld

Ehemalige Radarstellung Breitenstein
Gemeinde Kirchschlag bei Linz, Bezirk Urfahr - Umgebung

Ehemalige Radarstellung Stiftskaserne
Wien VII - Neubau

Für sachdienliche Hinweise bezüglich weiterer vorbereiteter Stellungen bin ich natürlich dankbar.

23.11.2008

Annuntio vobis gaudium magnum!

Jedes Land bekommt die Regierung die es verdient - oder so ähnlich. So konnten wir uns also heute die Antrittserklärung von Werner I., Kanzler von Häupls Gnaden und Josef II., Vizekanzler von Onkel Erwins Gnaden anhören. Mit ihrem hochkarätig besetztem Regierungsteam werden sie uns für die nächsten fünf Jahre durch die Gefahren der Welt leiten.

Wers glaubt.

Besonders freudig zu hören dass einige Minister aus dem Gusi-Kabinett übernommen wurden. Auch unser aller Lieblingsminister, Mag. Norbert Darabos, soll sein Ressort, nämlich jenes für Landesverteidigung, wieder erhalten.

In der ohnehin schon schrecklichen Ahnreihe österreichischer Verteidigungsminister hat dieser zielsicher in seiner ersten Amtsperiode (in nicht mal zwei Jahren!) alle Vögel abgeschossen die verfügbar waren. Nicht mal das DASS konnte den Eurofighter vor der Darabos-SAM retten. Aso, nein - das hat er ja abbestellt.

Nachdem wir auch den Tschad-Einsatz begonnen haben und der Assistenzeinsatz im Burgenland verlängert wurde stellt sich jetzt die Frage was in den nächsten 5 Jahren an Schwachsinn aus der Rossauer Kaserne auf uns zukommt. Wir werden wohl noch gute Nerven brauchen.

Gut, zumindest sinds nur fünf Jahre - und nicht lebenslänglich.