24.01.2011

Cast away

Auch ein Kollege vom Guttenberg muss sich momentan mit einer Meuterei rumschlagen. Diese ist zwar erst im Anrollen und die denavalisierte Variante davon, aber das was sich da anbahnt könnte den Bertl wirklich zum Bligh machen - ausgesetzt.

Wobei unser wackerer Käptn ja den Vorteil hat dass man ihn deshalb nicht per Meuterei entfernen kann weil sein Schiff schon seit 160 Jahren festgetaut an der Rossauer Lände liegt, immer in Reichweite der Admiralität (in Form vom HeiFi) die ihm treu den Mast hält.

Nichtsdestotrotz sollt sich der Käptn Berth anhalten - sein erster Offizier und sein erster Maat sind schon kräftig am Sägen an seinem Stuhl. Und, was noch viel dramatischer ist, auch andere Kapitäne in der Flotte wettern bereits gegen den Käptn.

Dass SPÖler andere SPÖler offen kritisieren - oida, dass hats in den 10 Jahren die ich jetzt wahlberechtigt bin wahrlich noch nicht gegeben. Und das sollt eigentlich die Sirenen beim Bertl heulen lassen wie in Dresden kurz bevor die Mighty Eight eintraf.

Wobei, letztlich spielts keine Rolle ob der Bertl tatsächlich im Dhingy ausgesetzt wird und am Ufer einer x-beliebigen Insel strandet oder sein Kähnchen bis zum Ende der Legislaturperiode durch den Pazifik schippert. Politisch ist er schon tot. Mehr als das winzige Eiland im Pazifik wird er nicht mehr regieren - den Landesfürsten im Buland kann er sich aufmalen. Insoferne hat das ganze doch einen Vorteil - die nachhaltige Demontage eines der grössten Bluatsers der hiesigen Politik.

Obwohl, der Platter ist auch Gebirgskaiser geworden...

23.01.2011

Geisterfahrten

Man sagt zwar im allgemeinen den Bodenstreitkräften nach am reformresistenten zu sein - was zwar in Bezug auf die Kampfweise durchaus stimmen mag - in Wahrheit sind das jedoch die Seestreitkräfte bei denen - übrigens fast überall auf der Welt - in einem falschen Verständnis von Tradition noch Rituale und Praktiken aufrecht erhalten werden die teilweise auf die Phönizier zurückdatieren.

Da überascht es dann eigentlich nicht dass durch eine dieser Traditionen (die Ausbildung der midshipmen auf einer Drei-Mast-Bark nämlich, wies die Royal Navy schon vor 400 Jahren gemacht hat und damit hauptsächlich ein soziopathisches Offizierskorps geformt hat) die halbe Bundeswehr ins Wanken gerät und Guttenberg, der zurzeit fürwahr ganz andere Baustellen hat, Feuerwehrmann spielen muss weil sich ein vermeintlicher Ausbildungsunfall als Systemkrise bei der Marine entpuppt.

Da ist es dann natürlich auch nicht hilfreich dass sich die Marinen gerne an andere antike Regelungen anhalten die dem Kapitän nämlich nahezu gottgleiche Macht auf seinem Kahn zugestehen, mit all dem Planken-Zeugs und dem Kielholen und so. Und was bei einer anderen Truppengattung eine ledige (ich mein, an und für sich schon ernst genug, aber wir sind ja im Frieden) Insubordination ist wird von der Marine gleich zur Meuterei plattgewalzt und man wundert sich fast dass die midshipmen nicht gleich auf der Rah gehenkt wurden.

"Eine Meuterei? Auf der Gorch Fock?" Und wie Seymour Skinner auf seiner Schildkröte ist auch die Karriere vom Schatz abgesoffen. Und der Kahn selbst macht mittlerweile, sowohl optisch als auch von dem was an Bord abgeht, den Eindruck als sei er von einer historischen Begebenheit direkt in eine moderne Gruselgeschichte gesegelt. Aber bei sovielen Schlauschädeln ist vorerst nicht anzunehmen dass diese Reise so schnell ihr Ende nehmen wird.

20.01.2011

Heavy N-LOSSES

Und während am einen Ende der Welt neue Flugzeuge hingestellt werden dümpelt eine uns nur allzugut bekannte Teilstreitkraft am anderen Ende der Welt in dem selben Sumpf an Schwachsinnigkeit dahin in dem sie seit Lehmans Abgang sitzt.

Dort verfolgt die Navy seit Jahren ihren ganz eigenen JSF, der in dem Falle halt LCS heisst. Schlecht designt, von fragwürdiger Sinnhaftigkeit, und zweifelhafter Verwendbarkeit. Ja, die haben einiges gemeinsam.

Das letzte Problem in der langen Reihe der Probleme mit dem LCS war ja dass ihnen die Hauptbewaffnung abhanden gekommen ist. Die NLOS-Rakete die man von der Army übernehmen wollte wurde ja durch selbige gestanzt was dazu geführt hat dass bei NAVSEA einige entsetzt aus ihren Bürofenstern gestarrt haben. (Sea Lance, anyone?)

Nun, was würde besser passen für ein nutzloses Schiff als eine nutzlose Rakete. Also ist der NLOS-Ersatz der LCS Raytheons Griffin, eine Taschenrakete für die Predators die Raytheon nur mit viel Lobbying (=coffers full of greenbacks) überhaupt jemandem verkaufen konnte. (Jemand ist in dem Fall wahrscheinlich die CIA gewesen.) Dass die Navy da natürlich dabei ist wenn man für irgendeine Dummheit Geld ausgeben kann ist klar - darin haben sie Erfahrung.

Damit wird die LCS also als Hauptbewaffnung eine Rakete bekommen die weniger wiegt als der Sack Zement vom Perlmoser.

Ich mein, die N-LOS war eh schon immer grindig. Da wars durchaus positiv das man das Ding weiterhatte. Aber da man als Ersatz noch grindigeres Klumpert wählte wars tatsächlich ein schwerer Verlust.

19.01.2011

Haw haw

Irgendwo gabs in jeder Schule einen Rowdy. Das war eine furchtbare Kantn, dumm wie Brot, meistens in der Ehrenrunde.

Der prügelte jedem das Essensgeld raus, machte nette Spiele mit der Toilette und machte den anderen die Schulzeit zur Hölle.

Und dann gabs da einen mit dem sich der Rowdy nicht anlegte - warum auch immer. Das war vielleicht die noch grössere Kante die kein Rowdy war, oder vielleicht der unscheinbare Typ der am Wochenende Jiu-Jitsu trainierte.

Denn eine der obersten Rowdyregeln ist ja "Leg dich nicht mit einem stärkeren an."

Der Rowdy auf der Earth High ist ja dieser America-Typ. Der prügelt laufend den anderen das Ölgeld raus und macht der Welt das Leben zur Hölle.

Und dann gibts da den mit dem sich der America-Typ nicht anlegt. Das ist dieser Chinaman.

Blöde Geschichte, vielleicht. Aber leider allzu war. Nur das in diesem Falle dieser Chinaman weniger harmlos ist. Das 1,2 Milliarden-Imperium da drüben macht mit seiner Wirtschaftspolitik nahezu die ganze Welt kaputt und rüstet dass die Sowjetunion dagegen Obervolta ist. Die Gefahr für den Weltfrieden ist aktuell China, auch wenn das vielleicht nicht mal deren Absicht ist.

Aber mit denen legt man sich nicht an, denn da würd sich die selbsternannte Weltmacht USA die wirtschaftlich und militärisch kaum mehr als eine hollow shell ist, einen Satz heisse Ohren holen. Also während man jede Westentaschendiktatur mit Erdöl und ohne Streitkräfte in die Steinzeit bombt hofiert man die grösste Diktatur der Welt.

Und während der Hu im Weissen Haus diniert schreibt man in Arlington, Langley und Norfolk fleissig Berichte über die Chinesen (wie auch in Foggy Bottom) und von Kadena aus fliegen die C-135-Derivate mit den schrecklichen Modifikationen vor der Küste auf und ab. So steht die Welt quasi unter der Knechtschaft der zwei grössten Rowdys dieses Planeten die sich selber zwar auf den Tod nicht ausstehen können aber eines genau wissen: wenn sie sich miteinandern anlegen sind sie beide Tod. Dann könnt ich auch "Haw haw" sagen.

18.01.2011

Vox populi

Meinungen sind ja bekanntlich wie Arschlöcher, jeder hat eines.

Und grad hier in Österreich ist es ja besonders üblich keinen Deut darum zu geben ob man eine Ahnung von dem hat was man sagt - dazu tragen natürlich auch die hiesigen Medien bei bei denen es schon reicht wenn du ein C-List-Celeb bist um eine Plattform für deine Meinung zu bekommen.

Ö3, der Radiobodensatz Europas, hat heute, natürlich ohne substantielle Informationen zu bieten, seine eigene kleine Abstimmung gestartet und dabei haufenweise Meinungen eben dieser Celebs gebracht.

Ja, toll. Leute die einen Kürassier nicht von einem Ulan auseinanderhalten können (die Panzer, nicht die Reiter) und jede automatische Waffe als Maschinengewehr titulieren dürfen in einer der reichweitenstärksten Sendung des Landes ihren Müll über die Streitkräfte absondern.

Wobei, warum solls den Niki Laudas und Franz Klammers anders gehen als den anderen C-List-Celebs, unseren Politikern. Die dürfen auch in einer der reichweitenstärksten Sendungen des Landes (den ZiBs) ihren Müll über die Streitkräfte absondern und haben ebenso wenig Ahnung davon.

Insoferne darf man sich nicht wundern dass die Politik das Militär so behandelt, beim Volk kommts nämlich gut an. Und man darf sich nicht wundern dass das Volk das gutheisst, nachdem es das von den Politikern 50 Jahr lang vorgezeigt bekommen hat.

Da ist es scheinbar in Österreich eher die Ultravox populi... it means nothing to them.

17.01.2011

Numb3rs

Und auch dem Höfler stessts auf einmal Dinge raus die er sich vor einem halben Jahr nicht mal im Traum getraut hät zu sagen. Muss wohl daran liegen dass zum ersten Mal seit Dekaden einer, wenn auch nicht ganz freiwillig, an den Sesseln der Generalität sägt.

Der Bertl nämlich, der heute mit seinen Vorschlägen herausgerückt ist wie das neue ÖBH aussehen soll. Und das muss man ihm eigentlich zugute halten (hey, solls ja auch geben) - es wär nämlich die erste Reform bei dem Verein die über pseudo-rumgeschiebe von Einheiten hinaus geht.

Auch wenn die Art wie sowas von statten geht, mit einem vierseitigen PDF nach dem Motto "Friss oder stirb", als eher jenseitig zu bezeichnen ist. In anderen Ländern wären die PDFs 100mal so lang und würden jede Variante en detail durchrechnen. Bei uns gibts das Endergebnis, und man kanns glauben oder nicht.

Ein Schelm wer dabei böses denkt, ist doch ausgerechnet die Variante die billigste die vom Bertl favorisiert wird. (Abgesehen von der die zwar dem hiesigen Volk gefallen täte aber politisch nicht durchgehen wird, das stanzen der Auslandseinsätze nämlich.) Auf der anderen Seite wissen wir jetzt wieviel ein halbwegs ordentliches ÖBH kosten täte, jene 3,3 Milliarden nämlich aus Vorschlag 2. Wobei, wissen tun wir gar nix.

Wie auch. Ich kann mir von den US-Streitkräften in einer halben Stunden googeln genügend Zahlenmaterial beschaffen um die kompletten Kosten für ein Panzerkorps zu berechnen, von der Anschaffung der Panzer bis zu den laufenden Dieselkosten und den Gehaltskosten der Chargen. Hierzulande weiss ich bei den 3,3 Milliarden nicht mal wie sich das zwischen BMLV und BMS aufteilt...

Wo ist eigentlich Charlie Eppes wenn man ihn mal braucht?

(Und ja, ich weiss. Derselbe Titel mit demselben Bild ist hier schon mal aufgetaucht...)

16.01.2011

Size does matter

Und abseits von all den wichtigen Dingen auf der Welt rätselt dieses ulkige kleine Land mitten in Europa weiterhin rum ob man denn seine Soldaten anständig bezahlen möchte weil sie sonst wieder verschwinden oder ob man sie weiterhin um einen Hungerlohn arbeiten lässt weil man sie zwingen kann.

Rätseln auch insoferne weil sich der grindige Generalstabschef hierzulande endlich mal einen Ruck gegeben hat und mal was sagt was dem noch grindigeren Verteidigungsminister widersprecht. Letzterer behauptet ja dass sein "Nicht-ganz-Berufsheer- (weil das ist ihm als Sozi doch ein bissel zu pfui, könnt ja der Brumowski aus seiner Gruft steigen und wieder den Goethe-Hof bombardieren) -aber-halt-auch-keine-Wehrpflicht (weil das darf es ja aus Sozi-Sicht nicht mehr sein, dem Bladen aus Wien sei Dank)"-System sogar billiger als das bisherige ist.

Jeder der halbwegs eine Ahnung von der Materie hat (und das sind leider, genau das ist das Problem hierzulande, wenige) greift sich bei solchen Aussagen auf den Kopf.

Und scheinbar hats jetzt auch dem Entacher gereicht - und seine Message ist eine ganz andere: Streitkräfte im selben Umfang kosten das doppelte. (Und selbst dann sind sie noch chronisch underfunded und am Rand der Einsetzbarkeit)

Klar könnt man das ÖBH auch kleiner machen. Aber wenn du unter 20.000 Mann runterpolterst (was interessanterweise auch die Mindestgrösse ist die das ÖBH angibt, wenn auch nicht in der Kronenzeitung, und auch etwa die auf die ich mit meiner Haus-und-Hof-Mathematik und einem Spreadsheet kom) wärs bald gescheiter den ganzen Verein zuzusperren - weil dann kannst du dir Landesverteidigung, sogar die symbolische die wir betreiben, auf den Hut stecken.

Denn die Grösse macht, wie man so schön sagt, doch einen Unterschied. Auch ohne Matthew Broderick