09.11.2010

Assistenz

Das Ende des Jahres kommt also wieder, und damit auch all jene Dinge die das mit sich bringt.

Gehaltsverhandlungen?
Check!

Weihnachten?
Check!

Verlängerung des Assistenzeinsatzes...

Check, logisch!

Wir sind ja in Österreich. Also dem Land in dem sich die Mitzi mit dem Rauskegeln von minderjährigen Immigranten Terroristen beschäftigt während die Polizei seit Jahren ausgehungert wird (von so Träumerein wie einem Grenzschutz gar nicht erst zu sprechen) und deswegen das ÖBH im Burgenland patrouilliert. Bananenrepublik und Verfassung hin und her.

Aber es wird eh alles gut, den jetzt kommt der intelligente Assistenzeinsatz. Fast ist man schon versucht zu sagen, clever. Wobei, der Assistenzeinsatz ist eh ähnlich intelligent wie ein Sack Erdäpfeln.

Oder wie der gute Igor. Treuer Erfüllungsgehilfe seines Schaffers, Verteidigungsminister Frankenstein... nicht grad der hellste, aber ihm treu ergeben. Und seit Ewigkeiten versuchen beide, der Doktor und der Assistent, ihr Ziel, diesen aus Leichenteilen zusammengesetzten Homunkulus, zu erreichen. Welches Ziel aber der Verteidigungsminister und sein Assistent (seinsatz) erreichen wollen weiss man nicht so genau. Denn den aus Leichenteilen zusammengesetzten Homunkulus haben sie schon längst zustande gebracht. Das Bundesheer nämlich...

08.11.2010

Its not lupus

Soso... wie werden in echten Streitkräften Medics, PJs und Ärzte ausgebildet? Man schickt sie in die Notaufnahmen der abgefucktesten Innenstadtspitälern wo ihnen jede Woche eine hand voll drive-by Opfer unterkommen. Nach einem halben Jahr ham sie gelernt unter Gefechtsbedingungen einen ganzen Clip .45er aus einem 20-jährigen rauszuholen und den wieder zusammenzuflicken.
Wie wird das in Ländern gemacht in den es solche abgefuckten Innenstadtspitäler nicht gibt? (Also ausserhalb der USA, Südafrika und Frankreich?) Dort sind die Spitäler weniger abgefuckt und die drive-bys seltener aber die Traumata denen man begegnet nicht weniger blutig.

Und wie macht man das in Ländern, na, so wie bei uns? Wo manch einer einen drive-by beim McDonalds sucht und der schwerste Zwischenfall beim ÖBH (von diversen Verkehrsunfällen mal abgesehen) der beim absitzen aus dem Ulan umknöchelnde Rekrut ist?

Gar nicht.

Warum auch? Wenn selbst in der Hochburg unseres heeresmedizinischen Systems, der Van Helsing-Kaserne, (ehemals Stammersdorfer Kaserne, eigentlich Van Swieten-Kaserne; wer sich jetzt wundert: Bram Stokers Abraham van Helsing ist Gerard van Swieten nachempfunden der damals MTs persönlicher Vampirjäger war, auf einer wissenschaftlichen Ebene) die Ärzte sich eher mehr damit beschäftigen wie sie das System abzocken können und weniger damit wie man Verletzungen heilt braucht man auch dafür nicht ausgebildet werden.

Kommt aber auch nicht überraschend - wer sich nur ein bisschen damit beschäftigt sieht schnell die trostlose Situation der Heeresmedizin hierzulande und den Wirbel darum (wenn auch nicht unbedingt medial - Krone und Co. verstehen zuwenig davon als dass sie solche Dinge aufgreifen würden bevor man dahinterkommt was für Schindluder getrieben wird) in den letzten Jahren.

Andere Ärzte müssen schon hochkompetent sein um es sich leisten zu können ein arrogantes Arschloch zu sein - aber beim ÖBH, da kannst schon mal den House raushängen lassen, und die Klinikverwaltung um den Finger wickeln (wobei beim ÖBH wohl niemand mit der Cleavage von Lisa Edelstein zu finden ist) und keinen kratzts. It probably was lupus after all...

07.11.2010

More What ifs...

Dieses Hätti-Wari ist ja eine der ureigensten österreichischen Eigenschaften. Und grad wenns militärisch wird steigert sich das zuweilen ins unermessliche. Nur zu gerne erinnern wir uns an Flugerprobungen von Skyhawks, Mirages und G91ern; an irgendwelche Regierungs-BAe 146er und an ein Dutzend S-65; an Kfir-Lizenzproduktionen in Wiener Neustadt und an ganze Berge von Redeyes, Dragons und HAWKs die die Army in Allentsteig vorgeführt hat.

Oder an 2,000 Chieftains und Leos, Sky Flash-bestückte F-18 und 80km-ASTROS-Werfer. Ja, natürlich gibts auch meinen Take dieses Hätti-Wari. Wobei, der ist von der Realität etwa ähnlich weit entfernt wie der Warp Antrieb.

Wär sich dieses Hätti-Wari, oder in der internationalen Version als What-If bezeichnet, auf einem zumindest etwas realistischeren Level geben will hat ja da noch eine andere Variante. (Eine Variante übrigens welche ich schon mal hier kurz angerissen habe.) Jan Niemczyk's The Last War zeichnet das Bild eines dritten Weltkrieg nach dem Jahr 2000, in einer Welt in der die Sowjetunion nie zusammengebrochen ist und narrische Turbanträger nicht die grösste Bedrohung des Weltfriedens sind. Bizarrerweise ist TLW deswegen so realistisch weil es eben so unrealistisch ist - die Dinge die wahrscheinlich zugelaufen wären wenn der kalte Krieg nie geendet hätte gibts dort nicht. Stattdessen hat die RAF hunderte Typhoons und in Bitburg stehen die F-22.

Aktuell besteht die Endlosgeschichte aus 1.548 Seiten die die Kämpfe in einem Detailgrad beschreiben den selbst Clancy, Robinson und Hackett zusammen nicht erreichen.

Aber ein Hätti-Wai erfüllt auch TLW nicht - Österreich ist auch dort nur eine Speedbump für die Commies. If only...

04.11.2010

Schmelzkäse

Was ist eine gefährliche Drohung?

Ja, spinnende Mullahs die den Israelis mit ihren Nukes ans Leder wollen. Oder Chinesen die bald mehr Kampfflugzeuge als der Rest der Welt miteinander haben. Oder der angrennte im Josef-Stalin-Gedächtnis-Land der alles zwischen Vladivostok und Okinawa in einen Parkplatz verwandeln will...

Aber für die USA gibts aktuell etwas, das ist eine viel grössere Bedrohung als das - als all das kombiniert sogar.

Der seit einigen Wochen gelegentlich rumgeisternde Merger zwischen Boeing und Northrop Grumman. (Heh, fast so wie der vor rund 10 Jahren rumgeisternde Merger zwischen LockMart und NG...)

Bist du deppat. Da würd ein Koloss rauskommen, ein Ungetüm mit knapp über 100 Milliarden Dollar Umsatz (und damit das erste Rüstungsunternehmen dass diese Grenze knacken würde) - wär man ein Land, man wär etwa auf Rang 55. Nur dass man vorwiegend Klumpert zum Kaputtschiessen erzeugt.

Und stell dir vor, die Bude könnte der Navy einen Flugzeugträger samt Air Wing verkaufen, und jedes einzelne beschissene Teil davon ist eine Eigenproduktion (gut, Westinghouse müssten sie noch kaufen, dem Reaktor wegen). Kompetition? Wozu brauch ma des? In Kürze heisst es dann "Department of Defense, A Division of the Boeing Company". Jim McNerney wird Verteidigungsminister und man hat den ganzen verdammten Kongress auf der Paylist stehen.

Unwahrscheinlich? So?

Einige haben sich schon gewundert dass sich NG aus der KC-X-Competition zurückgezogen hat und EADS alleine angetreten ist. Aber jetzt sieht es ganz so aus als wollte man damals die neuen Meister nicht verärgern. Und wenn Boeing sich Milliardenkontrakte erschmieren kann kann man das Board von NG und irgendwelche Ausschüsse auf jeden Fall auch schmieren um den Merger durchzubekommen.

Und es wär nicht der erste Merger im Rüstungssektor bei dem am Ende nur Käse rauskommt...

03.11.2010

Kanallianz

Die Briten sind am Sand. Und wer das bis jetzt nicht geglaubt hat hat jetzt den ultimativen Beweis bekommen. Die stolzen Briten, die also ständig so tun als würd sie der Rest Europas nichts angehen und jeden Schas machen den ihnen die USA vormachen haben jetzt kapituliert. Das Land gegen welches man 20 % der letzten tausend Jahre Krieg geführt hat muss auf einmal aushelfen weil man sich in den letzten 30 Jahren ins Armenhaus gewirtschaftet hat.

Man kooperiert also mit den Franzmännern. Eine NATO in der NATO quasi. Die Channel Treaty Organisation von mir aus. Oder Organisation du traite de la manche für die frankophonen.

Hui, da ham sich zwei gefunden. Wie ist das mit den zwei Kranken im Bett? Was erwarten sich Cameron und Sarkozy von der Geschichte?

Mal ehrlich, wer glaubt dass die Franzmänner die Triomphants oder die Tommies die Vanguards streichen? Oder dass die Rafale von der QE startet (oder dass die QE ein Schwesterschiff der CDG wird und sich die Jungs in Rosyth die Beine in der Schlange vorm AMS in den Bauch stehen?)

Beide Nationen haben schon ihre Rüstungsindustrie verstümmelt als das moderne Mergertum noch gar nicht existiert hat (die Tommies in den 50ern mit BAC und Co., die Franzmänner mit ihren diversen "Ateliers" gleich nach dem Krieg) - und heut tät man kooperieren und die riesigen Industriekolosse die kein Mensch mehr braucht (Thales, BAe, Dassault, Rolls Royce...) abmontieren?

Während England zerbröselt und in Frankreich jeden Tag Tränengas im Wert von einer Million Franc verballert wird sperr ma ein paar Grossbetriebe zu und setzen 50.000 Leute auf die Strasse? Ganz bestimmt.

Aber hey, vielleicht ists eh ganz passend. Denn so wie bei denen grad alles den Gully runter geht muss es ja irgendwie im Kanal landen - vielleicht ist es eher mehr ein Abwasserverband...

02.11.2010

Der Zonk des Monats

Oktober 2010

geht an

Headquarters, United States Air Force

für

eine Stationierungsplanung die einfach nur mehr schwachsinnig ist

Man könnt diesen Zonk im wesentlichen für so ziemlich jedes neue Modell vergeben welches in den letzten 20 Jahren eingeführt wurde. JCA, Drohnen, die kommende F-35, die Osprey - you name it. Meistens wars kaum nachvollziehbar aus welchem Grund die Vögel auf jenen Air Force Bases gelandet sind (oder irgendwelchen RAPs, MAPs und Co.) - militärisch und ökonomisch wars kaum zu rechtfertigen.
Aber den absoluten Vogel hat man mit der F-22 abgeschossen. Nachdem man die F-117 im Eilverfahren rausgeschossen hat hät man Holloman eigentlich zusperren müssen. Das wär auch logisch gewesen - in der Mitte von nirgendwo, keine 100 Meilen von der mexikanischen Grenze entfernt. WSMR und Biggs konnten eine vollwertige Basis nicht rechtfertigen. Also hat man kurzerhand zwei F-22 Squadrons hingestellt. Während also langjährige Adlerhorste wie Lakenheath, Kadena oder Eglin übergangen werden kommt der Wundervogel in die Pampa New Mexicos. Und so bläst man also 100-sonstwas Millionen Dollar in die Basis und stellt die Tarmac mit Raptoren voll...
...und bevor man damit fertig ist kommt man drauf dass das doch nicht so eine gute Idee war und beginnt die Vögel wieder abzuziehen. Oh, und die Basis von neuem umzubauen. Weils ja gar so billig war. Eh nur der Gegenwert einer F-22 den man in der Einöde von Alamogordo verschleudert hat weil man einfach ein bissel länger braucht. Die Raptoren gehen dafür nach Eglin.
Wer übrigens glaubt man würd jetzt Holloman zudrehen der irrt... man stopft den Platz jetzt mit Drohnen aus Creech und Vipern aus Luke voll...

01.11.2010

Blau-Weiss-Roter Oktober: Upgrades

Oder: Weil wir Milliarden in irgendwelche 130 Millionen-Wunderjäger aus Fort Worth stecken können wir uns nicht mal das Upgrade vom alten Krempel leisten.

Es gibt bei der Air Force noch jede Menge alter Flugzeuge - in der Aviation Press nennt man jene Vögel die vor der Mitte der 70er vom Band liefen, also quasi alles vor F-15C/D, gerne schlicht geriatric. Alt, eben.

Klar, das ist nicht immer so einfach die Vögel zu ersetzen - seek no further than the KC-X. Man müsste Unmengen an Geld ausgeben für etwas worüber keine Bude mehr in den USA know-how hat und wäre im besten Falle gezwungen im Ausland zu kaufen und im schlechtesten nirgends weil so ein Produkt mit unter 20 Jahren Vorlauf nicht erhältlich ist.

Blame yourself, dafür dass man die Aviatikindustrie so verkommen hat lassen.

Aber es gibt ja eine Lösung: das Upgrade.

Ich mein, wenn die Briten noch Ende der 80er mit Weltkriegs-Zwo-Shacks, in den 90ern mit Todesfallen-Victors und bis vor kurzem noch mit 50 Jahr alten Petter-Canberras rumgeflogen sind kann die Air Force noch locker ein paar Jahre aus den alten Gurken rauspressen.
Nur: viel zu oft holt einen dann die Realität wieder ein. Da wäre das AMP-Projekt für diejenigen vor sich hin rostenden Herkies die man nicht mit der J-Version ersetzen kann (wegen zu wenig Geld) - dabei spielt es scheinbar keine Rolle das man für fast 60 Prozent des Neupreises einer Herky II eine quasi unmodifizierte alte Krücke mit neuen Displays kriegt - aber da aus irgendeinem Grund eine Firma die die Herky nur vom Open House in Paine kennt diese Modifikation durchführt ist mir ungefähr klar warum man das macht.

Oder die Golden Eagle, jene ominöse F-15G. Während man die Raptor also absticht möchte man die alten Eagles bei denens schon die Longerons zerbröselt mit ein paar Cockpit-Spielereien noch mal 20 Jahre durchprügeln. Die Realität sieht freilich anders aus: Eilig und leise zieht man die kaum einsatzfähigen Geräte aus dem Dienst - seit September hat ACC keine einzige F-15 mehr im Arsenal; derzeit fliegen die grauen noch bei PACAF und USAFE. Aber Zeremonie gabs keine - logisch, wär ja peinlich. Und ich glaub nicht wirklich dran dass man für einen rostenden Vogel der Guard monströse Modernisierungen startet.

Und einen hab ich noch: Das C-5M-Programm, SuperGalaxy genannt. Wie manche schon spotten: "If wonder if theres intelligent life in this Galaxy." Für schlappe 120 Millionen Dollar pro Aiframe (was natürlich weit mehr ist als das Ding damals gekostet hat) bekommt man gerademal ein re-engine-ing und ein weiteres AMP zusammen, muss aber weiter mit dem selben müden Vogel auskommen der schon während des Sturms von Saigon geflogen ist. Und wie uns die Herren in Scott vorrechnen, rechnet sich das Upgrade innerhalb von wenigen Jahren quasi von selbst. Aha, nur warum schafft man dann trotzdem nicht die ganze Flotte upzugraden sondern muss wieder die Hälfte nach Tucson schicken? Wohl weil die SuperGalaxy das Sinnbild des Upgrades des alten Schrotts ist: Man möchte das Klumpert am liebsten eher heute als morgen dem Schrotthändler verkaufen (die MC-rates der C-5 werden nur mehr von einem einzigen Gerät im US-Arsenal über, nein eigentlich untertroffen, jenem 600 Millionen Dollar Wunder aus Palmdale nämlich - McNamara sei Dank übrigens) hat aber den dringenden Bedarf. Und so upgradet man gerade das was man minimalst braucht. Spielt dabei auch keine Rolle das man für das komplette Upgradeprogramm 30 neue C-17 bekommen hätte.

Ich wunder mich ja fast schon dass noch niemand auf die Idee gekommen ist die alten Stratobladders upzugraden... die können locker noch bis 2050 fliegen.